Das Wesentliche entdecken: MLE[e]

Wenn GoTV die Wiener Formation MLE[e] als Österreichs Antwort auf Radiohead bezeichnet, muss doch unter dieser tatkräftigen Aussage wohl ein Fünkchen Wahrheit stecken. Beim Reinhören des im Juni erschienenen  Debütalbums „Discovering The Substantial“ (Musterhaus Records/HOANZL) wird schnell klar: Die Jungs haben tatsächlich so einiges auf dem Kasten. Und einen Vergleich mit besagter, hochkarätiger Brit-Band darf man zu Recht anstellen.

2005 hat das Projekt MLE[e] im düsteren Wiener Untergrund seinen Lauf genommen. Kein Proberaum-Keller, ja nicht mal ein verlassenes Bahnhofsgelände blieb vom eifrigen Spieldrang der vier jungen Musiker unokkupiert. Die modrige Atmosphäre der Lokalitäten hat in der Musik von MLE[e] deutliche Spuren hinterlassen. Der melancholischen Färbung der Melodien, wird mit ordentlichem Rock-Impuls wuchtige Energie eingehaucht, aber einen fröhlichen-Tralala Sound braucht der Hörer eindeutig nicht zu erwarten. Diesem Umstand liegt das musikalische Konzept von Klaus Kochberger, Robert Walther, Tom Hofer und Andy Kallenda auch gar nicht zugrunde. Vielmehr geht es ihnen darum, mit ekstatischem Lärm die Herzen der Zuhörer zu berühren.

Mit „Do-it-yourself“-Manier sind die vier Musiker Ende 2008 an ihr Debüt-Werk herangegangen. Von der Produktion, über das Artwork bis hin zur Gründung ihres eigenen Labels „Musterhaus Records“ haben sie alles selbst in die Hand genommen. Nach langwierigem Aufnahmeprozess und einer Menge kreativem Input, sind 12 eingängige Songs entstanden. Der Weg zum Endprodukt hat zwar etwas auf sich Warten lassen, aber die harte Arbeit hat sich verdient gemacht. Das Video zur Single „Simon Says“ (natürlich in Eigenproduktion gefertigt!) lief bei GoTV einige Wochen auf heavy Rotation. Selbst nennenswerte Musikzeitschriften aus dem deutschen Nachbarland sind auf den fulminanten Sound der Wiener auf äußerst positive Weise hellhörig geworden.

Dass das Indierock-Quartett am liebsten im „Live-Spielen“ Zuhause ist, kann man aus ihrer Homepage herauslesen-außerdem, wann sie das nächste mal auf der Bühne zu sehen und zu hören sein werden, nämlich am 16. November im Chelsea.(bw)