Das VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA feiert sein zehnjähriges Bestehen

Ein Musikabend, in dessen Rahmen vermutlich nichts nach der gängigen musikalischen Praxis ablaufen wird, steht am 11. November im Wiener BRUT auf dem Programm. Es konzertiert das von MICHAEL FISCHER gegründete und geleitete VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA, das heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Bei Michael Fischer handelt es sich um einen Musiker, der immer schon seine ganz eigenen Wege gegangen ist. Der Wiener Saxofonist mit der Vorliebe für einen doch etwas experimentelleren und komplexeren Sound hat sich eigentlich nie dazu angespornt gefühlt, sich am strikt definierten musikalischen Regelwerk abzuarbeiten. Vielmehr scheint seine Berufung jene zu sein, genau mit diesem in aller Konsequenz radikal zu brechen. Sein von ihm 2005 gegründetes Vienna Improvisers Orchestra folgt musikalisch genau diesem unkonventionellen Geist. Komponiertes oder Niedergeschriebenes findet – legt das hochklassig besetzte Ensemble einmal los – in keinem Moment statt. Es regiert – frei nach der Methode des „instant composition conducting“ (angelehnt an Butch Morris’ „Conductions“) – das Spontane, das Unvorhersehbare an den Randbereichen des musikalischen Tuns. Ein Ansatz, der jedes Mal andere klangliche Blüten treibt.

Vielschichtige und komplexe Momentkompositionen

Es sind einzig die von Michael Fischer gegebenen Handzeichen, die das zwischen Jazz, Improvisation, Elektroakustik, Neuer Musik, Vokalkunst und experimenteller Literatur angesiedelte musikalische Geschehen bestimmen. Diese werden von den MusikerInnen und VokalistInnen des Ensembles aufgegriffen, interpretiert, weiterentwickelt und dem Gesamtklang wieder zugeführt. Was auf diese Art entsteht, sind vielschichtige und komplexe Momentkompositionen, die ihre endgültige Form erst mit dem Erklingen des letzten Tons annehmen. Im Grunde genommen lässt sich nie wirklich vorhersagen, in welche Richtung es die Beteiligten letztlich treibt. Das klangliche Ergebnis ist immer ein anderes, was das Ganze zu einer sehr spannenden, weil unvorhersehbaren Sache macht.

Zugegeben, das vom Vienna Improvisers Orchestra Dargebotene läuft nicht unbedingt unter „leichter musikalischer Kost“. Wer aber seine eigenen Hörgewohnheiten einmal einer Überprüfung unterziehen und eine etwas andere Musikerfahrung machen will, dem ist der Besuch dieses Konzertes auf jeden Fall wärmstens ans Herz gelegt.

Michael Ternai

http://m.fischer.wuk.at/VIO.htm