Bild Comprovisation
Bild (c) Comprovisition

DANIEL HOLZLEITNER COMPROVISITION PROJECT – „Comprovisition“

Das international besetzte Sextett rund um den jungen oberösterreichischen Posaunisten DANIEL HOLZLEITNER veröffentlichte vor Kurzem sein erstes Album. „Comprovisition“ (Rote Welt Records) überzeugt dabei durch eine moderne, freie Interpretation des Jazz, welche auch nicht vor Ausflügen in klassische oder populärmusikalische Gefilde zurückscheut. 

Daniel Holzleitner kann mit Sicherheit zur neuen Riege an jungen Musikerinnen und Musiker gezählt werden, die sich mit höchstem künstlerischen Engagement und Einfallsreichtum den Möglichkeiten einer zeitgenössischen Herangehensweise sowie der Fusion verschiedener musikalischer Ausdrucksformen widmet. Trotz seines jungen Alters konnte der Oberösterreicher bereits einiges an Erfahrungen als Sideman (u. a. Christian Muthspiel’s Orjazztra Vienna, Lorenz Raab und David Helbock, Big Band Volksoper Wien) bzw. Auftragskomponist für unterschiedlichste Besetzungen sammeln. Nun präsentiert er uns gemeinsam mit Tobias Pustelnik (Saxofon), Piotr Lipowicz (Gitarre), Urs Hager (Piano), Ivar Roban Krizic (Bass) und Matheus Jardim (Schlagzeug) das Debüt des Comprovisition Project.

Modern School

Immer wieder an die swingenden Sextette der 50er- und 60er-Jahre erinnernd, tändeln die Instrumentalisten auf den insgesamt neun Titeln auch mit ganz anderen Klängen und Spielweisen. So finden sich neben Old-School-Sounds auch verzerrte Gitarren, straighte Grooves und kammermusikalische Momente in den Kompositionen und freien Improvisationen des Kollektivs.  Dieses scheinbare Spannungsverhältnis macht sowohl die einzelnen Stücke als auch das Album als Gesamtwerk ungemein interessant, zeigt dabei auch den wahrlich breit gefächerten Ideenreichtum Holzleitners und seiner musikalischen Mitstreiter. Besonders beeindruckend gestalten sich dabei immer wieder ineinandergreifende Wechsel bzw. Variationen von Motiven und Ausdrucksformen, bei welchen stets eine beachtenswerte Dynamik an den Tag gelegt wird. Diese Dynamik bzw. der Umgang damit scheint allen Beteiligten schon längst ins Blut übergegangen sein. Reduktion, Aufbau, Klangfindung werden mit einer Leichtigkeit bzw. Authentizität vollzogen, die ihresgleichen sucht und den kompositorischen Elementen des Dargebotenen ausreichend Raum lässt.

„Comprovisition“ bewegt sich auf einem äußerst spannenden Pfad zwischen Komposition und Improvisation. Vor allem auch der offene Umgang mit Stilmitteln verschiedener Genres macht das aktuelle Werk zu einem definitiv empfehlenswertem Hörerlebnis!

Alexander Kochman

Links:
Comprovisition (bandcamp)
Rote Welt Records