Crossways in Contemporary Music: Choreografie & Tanz I

Ohne Musik zu tanzen? Das klingt für die meisten Menschen zunächst unvorstellbar und man möchte daraus schlussfolgern, dass Tanz und Musik untrennbar miteinander verschmolzen sind. Doch die darstellenden Künste sind eitel und sowohl der Tanz, als auch die Musik sind eigenständige Kunstformen mit einer langen Tradition. Abgesehen davon kommt zeitgenössischer Tanz auch gänzlich ohne Musik aus, wenn ihm danach ist, denn er genügt sich selbst. Letzteres fordert die Neue Musik auch für sich ein, auch wenn sich deren Urheberinnen und Urheber oftmals von anderen Kunstsparten und Außermusikalischem inspirieren lassen. Mit der Serie „Crossways in Contemporary Music“ zeichnen wir diese Wege nach.

Welche österreichischen Komponistinnen und Komponisten arbeiten mit Choreografinnen und Choreografen zusammen und wie sehen ihre Zusammenarbeiten aus? Welche Kunstrichtung dominiert, welche übernimmt den unterstützenden Part, wenn Tanz und Musik innerhalb einer Produktion aufeinandertreffen? Wie kann ein elegantes Miteinander gelingen, ohne dass die Musik nur Mittel zum Zweck ist oder dass der Tanz die Musik lediglich illustriert? Wann spielen Komposition und Choreografie innerhalb eines Konzeptes eine eigenständige Rolle? Was waren die Highlights der letzten Jahre und an welchen Produktionen wird derzeit gearbeitet? Lassen sich Rezepte für eine gute Zusammenarbeit ableiten? Bezüglich Spielserien und Wiederaufnahmen, kann die heimische Neue Musik-Szene von der international stark vernetzen Tanz-Szene in jedem Fall etwas lernen.

Dieser Artikel fokussiert auf zeitgenössische Produktionen, in denen Musik und Tanz gleichberechtigte Elemente sind. Es wurden Stücke ausgewählt, die Live-Musik beinhalten oder solche, bei der die Musikerinnen und Musiker in das Bühnengeschehen integriert sind. Der erste Teil umreißt gegenwärtige Zusammenarbeiten von teils internationalen Choreografinnen und Choreografen mit in Österreich lebenden Musikerinnen und Musiker, Komponistinnen und Komponisten und Soundkünstlerinnen und -künstler jenseits der Genregrenzen. Im zweiten Teil stoßen wir auf kompositorische Arbeiten von Bernhard Lang, Arturo Fuentes, Peter Jakober und Johannes Maria Staud. Der dritte Teil schließt hingegen mit Kompositionen von Peter Kutin, Pia Palme, Jorge Sánchez-Jiong, Lissie Rettenwander und Judith Unterpertinger auch jüngere Werke mit ein und gibt einen Ausblick auf künftige Arbeiten.

„Dance is the rhythm of the soul” – Martha Graham

Im Zeitgenössischen wird zerlegt und fragmentiert. Das gilt für zeitgenössische Musik gleichermaßen wie für zeitgenössischen Tanz. Ein kurzer Exkurs: Losgelöst von den Repräsentationsformen des klassischen Balletts entwickelte sich ab 1900 als dessen Erneuerungsbewegung der „Modern Dance“ in den USA. Tonangebende Größen waren hier Martha Graham und der Solotänzer Merce Cunningham. „Dance is the rhythm of the soul,“ reflektiert Martha Graham 1985 in der New York Times über ihre Arbeit. Hier stehen der körperliche Ausdruck und das Gefühl im Vordergrund. Selbiges gilt für den sich ebenfalls in dieser Zeit im deutschen Sprachraum entwickelnden Ausdruckstanz rund um Rudolf von Laban, der Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Monte Verità bei Ascona eine Sommertanzschule ins Leben rief, Anhängerinnen und Anhänger des neuen Tanzstiles anzog und alternative Lebensweisen propagierte. Zu wichtigen Wegbegleiterinnen zählen u.a. berühmte Tänzerinnen wie Isadora Duncan oder Mary Wigman. Laban entwickelte darüber hinaus ein Notationssystem, die Labanotation – eine Tanzschrift, die bis heute weltweit vornämlich im Ballett genutzt wird. Tanz ist flüchtig, Musik ist die Zeitkunst per se. Als Kunstform festgeschrieben werden beide über Notation, wobei Choreografinnen und Choreografen heute die technischen Möglichkeiten von Video nutzen.

Seit den Anfängen des „Modern Dance“ sind gut hundert Jahre vergangen, und er gilt heute im Gegensatz zu „Contemporary Dance“ als historisch abgeschlossene Stilrichtung. Sowohl der Tanz als auch die Musik setzen häufig auf Emotionalisierung und die Musik wird eher Mittel zum Zweck. Unter Contemporary Dance – also zeitgenössischer Tanz – der uns in diesem Artikel interessiert, wird heute eine Vermischung verschiedenster Tanzstile verstanden, es gibt keine einheitliche festgelegte Bewegungssprache. Jede Stilrichtung, die sich oftmals um herausragende Tänzerinnen und Tänzer, Lehrende oder Compagnien entwickelte, schreibt ihr eigenes Bewegungsrepertoire. Besonders in der Populärkultur verschmelzen Musik und Tanz oft zu einer stilgebenden Gesamtheit inklusive modischer Dresscodes. Man denke hier beispielsweise an Hip-Hop und seine verschiedenen Stile. Hier spricht man dann aber nicht mehr in erster Linie von zeitgenössischem Tanz, sondern bewegt sich schon in einem eigenen (sub-)kulturellem System. Zeitgenössischer Tanz ist offen für neue Impulse aus verschiedenen Bewegungsarten, wie beispielsweise aus dem Kampfsport. Somit ist er auf der ständigen Suche und erfindet sich immer wieder neu. Auch die Neue Musik lebt davon, dass sie sich neuen Zugängen gegenüber offen hält und sich durch das Wirken ihrer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen beständig neu schreibt. Was also verbindet Neue Musik und zeitgenössischen Tanz noch?

Oft liegen dem zeitgenössischen Tanz ausführliche Recherchen zugrunde; er sucht die Nähe zu anderen Disziplinen, zur Forschung, zur Philosophie. Fragmentarisch werden die Erkenntnisse in das eigene Repertoire eingebaut und aufgenommen. Zudem wird oftmals wird prozesshaft gearbeitet. Diese Herangehensweisen sind der Neuen Musik nicht fremd, arbeitet sie sich formal an abstrakt abgesteckten Vorgaben ab oder lässt sich von außermusikalischen Objekten, persönlichen Bezügen oder weiteren Kunstsparten inspirieren – und der Inspiration sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Im Rahmen des zweijährigen FWF PEEK-Projektes „On the fragilities of sound“ (2019-2021) forschte beispielweise die österreichische Komponistin Pia Palme gemeinsam mit der Musikologin Christina Lessiak u.a. transdisziplinär im Kollektiv an der KUG – Kunstuniversität Graz. Die experimentelle Arbeitsweise der Gruppe lebte von der wechselseitigen Beeinflussung der individuellen Akteurinnen und Akteure und vom Ineinandergreifen unterschiedlicher Praktiken und Wissensvorräte. In intensiven Forschungs- und Experimentierphasen wurde die Verknüpfung von Bewegung, Stimme, Klang und Text praktisch untersucht. Daraus gingen vier szenische Werke hervor, darunter „Wechselwirkung“ (Wien Modern, 2020) mit der Tänzerin Paola Bianchi. Die Choreografin Brigitte Wilfing und der Komponist und Turntableist Jorge Sánchez-Chiong kreieren für die Zeit des Erarbeitens eine Laborsituation, in der die Mitglieder ihre Disziplinen bewusst verlassen und sich auf neues Terrain begeben. Seit 2018 erproben sie mit ihrem transdisziplinären Assemble andother stage, künstlerisches Arbeiten in Form von „Shared Universes“ – eine Art kollektive Autor*innenschaft, die in der Welt der Comics und der Science Fiction eine gängige Praxis ist. Mehr dazu in Teil 3.

Jenseits der Genregrenzen

Viele, vor allem junge aufstrebende Choreografinnen und Choreografen arbeiten mit Musik aus der Konserve oder holen sich ein DJ-Set auf die Bühne. Dies mag an der leichteren Verfügbarkeit, sicherlich auch an den finanziellen Mitteln liegen. Oft liegt dieser Entscheidung schlichtweg das Konzept zugrunde. Die österreichische Choreografin Karin Pauer konzipierte ihre jüngste Arbeit „Planet Body Perpetuum Mobile“ exakt nach Christian Fennesz‘ letzten Album „Agora“ (Touch Music, 2019) und landete damit im Tanzquartier Wien einen Erfolg.

Doris Uhlich, international gesehen seit Jahren eine Größe in der Tanz-Szene, untersucht auf vielschichtige Weise das Verhältnis von Mensch und Maschine. In ihrer von der Kritik gefeierten Arbeit „Universal Dancer“ (2014) geht Uhlich der Wirkung von Technomusik nach, in dem sie ihren Körper direkt den Schallwellen aussetzt. Über ein modulartiges Panel mit Bodenplatte lässt sie bildlich gesprochen die Basswellen auf ihren Körper los. Nicht sie tanzt, die Techno-Bässe bewegen ihr Fleisch.

Interessanterweise spielen präparierte Bodenplatten in „Maschinenhalle #1“ – einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit von Bernhard Lang, Christine Gaigg, Winfried Ritsch und Philipp Harnoncourt – konzeptuell eine tragende Rolle, nur dass hier die Bewegung der Tänzerinnen und Tänzern die Komposition von Bernhard Lang beeinflussen.

„Klänge und Klangmuster haben ein Tempo, der menschliche Körper hat auch ein Tempo, wenn wir unsere Körper einem Beat anpassen heißt das aber nicht, dass Sound und Bewegung gleich schnell wären.“

Mit Impulstanz, dem größten Tanzfestival Europas, verwandelt sich die Bundeshauptstadt Wien in den Sommermonaten einmal jährlich zum Hot-Spot der internationalen Tanz- und Performance-Szene. Unter dem Label music x dance bietet Impulstanz eine Reihe von Workshops an, in der sich Tänzerinnen und Tänzer und Choreografinnen und Choreografen unter verschiedenen Gesichtspunkten mit Musik und Rhythmus auseinander setzen. Einige bereits bestehende Zusammenarbeiten zwischen Choreografinnen und Choreografen und Musikerinnen und Musikern seien hier exemplarisch genannt. Von den Genres her bewegen sich diese eher im Umfeld von World, Elektronik oder Popmusik – die österreichische Musikszene zeichnet sich aber ohnehin durch fließende Genregrenzen und eigenwillige Crossover-Formationen aus.

So arbeitet beispielsweise der aus dem Flamenco kommende Choreograf José Agudo für seine Live-Shows regelmäßig dem Perkussionisten Bernhard Schimpelsberger zusammen und betraut ihn mit der Musik für seine Show-Reels. Für die seit 2017 tourende Arbeit „Silk Road“ fungiert Schimpelsberger – gemeinsam mit Giuliano Modarelli – sowohl als Komponist als auch als Performer. In seiner Funktion als Dozent bei Impulstanz holte sich Agudo Philipp Sageder von Bauchklang in einen seiner Workshops („Rhythm Composition“) um ihn musikalisch zu begleiten. Rupert Huber von Tosca steuerte die Musik zu einer choreografischen Arbeit von Nica Berndt-Caccivio bei. Der Produzent, Soundkünstler und Komponist Peter Kutin denkt per se nicht in fixen Genres. Bei Impulstanz 2021 zeigte der Label-Mitbegründer (Ventil Records), der für Film, Theater, Live-Performances und eben zeitgenössischen Tanz die Musik schreibt, eine Soundinstallation. Genauer, ein rotierendes, Hologramm ähnliches Klangobjekt mit Sound für die große Bühne im Kinosaal des mumok – Museum moderner Kunst, das darauf verweist, was Tanz alles sein könnte. Auf die Frage der Autorin, wann Choreografie und Komposition eine eigene Rolle spielen, antwortet er: „Ich persönlich mag ein zu viel an Synchronizität nicht unbedingt. Ich finde es spannender wenn Bewegungen – von Performerinnen und Performern, von Sound und Musik, von Licht – jeweils eigenen Regeln folgen. Wenn sie eine eigene Rhythmik und Logik haben, die sich aber trotzdem gegenseitig zu bedingen scheint, obwohl sie vielleicht im ersten Augenblick konträr wirken. Klänge und Klangmuster haben ein Tempo, der menschliche Körper hat auch ein Tempo, wenn wir unsere Körper einem Beat anpassen heißt das aber nicht, dass Sound und Bewegung gleich schnell wären. Das ist glaube ich ein Trugschluss. Bei dem Stück, dass ich dieses Jahr bei Impulstanz zeigen werde [BRINA – a kinaesthetic monument, 2021, Anm.] greifen mehrere verschiedene mediale Tempi mittels einer rotierenden Sound-Skulptur ineinander. Die spannenden Räume und Korridore öffnen sich nur in asynchronen Konstellationen von Licht, Klang und Bewegung zueinander – wie eine Art multimediale Polyrhythmik – das finde ich auch beim Verhältnis Musik und Tanz spannend.“ Wie sich die jüngste Zusammenarbeit mit dem Choreografen Philipp Gehmacher im Rahmen der Wiener Festwochen gestaltete, wird im dritten Teil zu erfahren sein.

„Live-Tanz und Musik sind eins! Jeder Ton ist eine Bewegung.“

Für die in New York lebende Choreografin Melanie Maar bilden Live-Musik und Tanz eine Einheit. Diese Erkenntnis beschreibt die gebürtige Österreicherin, die als Tochter einer Tänzerin quasi in einem Tanzstudio aufgewachsen ist, folgendermaßen: „Meistens hat aufgezeichnete Musik da den Ton angegeben. Als ich als Teenager die Flamenco Workshops mit meiner Mutter in Spanien und die Afrikanischen Tanzklassen in ihrem Studio mitgemacht habe, ist es mir kontinuierlich wie Schuppen von den brav sozialisierten Beinen gefallen: Live-Tanz und Musik sind eins! Jeder Ton ist eine Bewegung. Die Tänzerin gibt den Musikerinnen und Musikern den ‚Ton‘ an, genauso sowie die Musiker die Tänzer in Bewegung bringen.“ In ihren frühen Choreografien setzte sie ihre eigene, wie sie sagt, Live-Körpermusik ein und zwar „ganz elementar über den Atem und die Geräusche, die durch den Kontakt des eigenen Körpers mit dem Boden und den Wänden kommen. Rhythmen und Akzente, die tonlos aber durch gesehene Bewegung selbst hörbar werden.

NUMEROUS SENSING – Melanie Maar & Christian Schröder (c) Carolina Sánchez

Umgekehrt haben Maar auch Musikerinnen und Musiker, die über eine besonders performative Körperlichkeit verfügen und mit ihrer Präsenz den Raum gewissermaßen mitkomponieren, angezogen. Durch das Interesse am performativen Ausdruck selbst, haben sich die meisten ihrer Zusammenarbeiten mit zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten und Soundkünstlerinnen und -künstler ergeben. Dazu zählt u.a. der österreichische Elektronikmusiker und bildenden Künstler Christian Schröder. In ihrer Arbeit „Numerous Sensing“ warfen sie die Frage auf: Kann eine Komposition zusammen mit der Choreografie entwickelt werden, sodass Komposition und Choreografie in der resultierende ‘Szene’ untrennbar eins werden? Eine mögliche Antwort darauf liegt in der Live-Performance von „Numerous Sensing“ – eine Komposition und Soundinstallation aus gesprochenen Zahlen und extremer Atmung die Maar und Schröder im Kreis gehend ausführen.

Das Tanzquartier Wien ist ebenfalls als wirkungsvoller Ort für die Kombination von Tanz und zeitgenössische Musik zu nennen, geht es doch regelmäßig Kooperationen mit dem Festival Wien Modern ein.

BRUNO – Alix Eynaido (c) Daniela Trost

Im Herbst feiert das Tanzquartier Wien sein 20-jähriges Bestehen mit einem sechswöchigen Themenschwerpunkt. Eröffnet wird das Haus im Wiener Museums Quartier mit „BRUNO“ (8.+9. Oktober 2021), einer groß angelegten choreografischen Arbeit von Alix Eynaudi, bei der sich eine clusterartige Lichtskulptur durch das Sounddesign von Paul Kotal in ein Musikinstrument verwandelt.
Auch eine jüngere und subkultureller arbeitende Generation an Musikerinnen und Musiker kommt im Tanzquartier zum Zug: Die aus den USA stammende und in Wien lebende Choreografien Elizabeth Ward holte sich für „Dancing’s Demons“ die Musikerin und Medientheoretikerin Pia Hofer alias Ana Threat, die mit ihrer Lo-Fi-Scheißdrauf-Attitüde Pop nicht als Massenbespaßung sondern als akustische Herausforderung mit politischem Anspruch versteht, für Sound und als Mittänzerin auf die Bühne. Lisa Hinterreithner arbeitet regelmäßig mit Elise Mory (GUSTAV, u.a.), die sich spielend zwischen Rock und Experimental bewegt und im Organisations-Team des Girls Rock Camp ist, zusammen. Im Frühjahr 2022 wird eine neue Arbeit, über die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viel verraten werden kann, im Tanzquartier Wien zu sehen sein. Anfang Oktober ist Hinterreithner mit ihrer Arbeit „Up. (Unpredictable Past)“ mit affektiv aufgeladenen Sounds von Lisa Kortschak und Elise Mory auf dem donaufestival Krems vertreten.

Ich lerne jeden Tag Neues

Zu den derzeit gefragtesten Choreografinnen und Choreografen zählt Florentina Holzinger. 2020 wurde Holzinger, die für ihre radikale Vermischung von Hochkultur und Unterhaltung bekannt ist und die Körperlichkeit bis ins Extreme ausreizt, für ihr Projekt „Tanz“ in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute mit der „Inszenierung des Jahres“ ausgezeichnet. Für die Eröffnung der 70. Wiener Festwochen inszenierte sie einen Festzug vor dem Wiener Rathaus und erinnerte damit an Rudolf von Laban, den bereits erwähnten Pionier der europäischen Tanzmoderne, der 1929 den „Festzug der Gewerbe“  als Event auf der Ringstraße inszenierte.

Crossways Tanz
A DIVINE COMEDY – Florentina Holzinger (c) Katja Illner

Was bei Laban eine Würdigung der Handwerkskunst darstellte, wird bei Florentina Holzingers eine Intervention, in der sich Kraftfahrzeuge und waghalsige Performerinnen einer Leistungsschau stellen. Die Musik dazu kam von der weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Soap&Skin. Für Florentina Holzingers aktuelles Stück „A Divine Comedy“ (UA, Ruhrtriennale 2021) steuert Maja Osojnik (RDEČA RAKETA) zusammen mit Stefan Schneider die Komposition bei. Während der Probenzeit an „A Divine Comedy“ beschreibt Osojnik in einem mica-Interview dass sie den Arbeitsprozess und die Entwicklung des Stückes genießt, kurz gesagt: „Der Inhalt ist spannend, das Team ist großartig, lauter tolle Künstlerinnen und Künstler an Bord. Ich lerne jeden Tag Neues.“ Die Arbeit wird im Rahmen des 20-jährigen Bestehens des TQW als österreichische Erstaufführung ebenfalls zu sehen sein (22.+23.Oktober).

Wie eingangs erwähnt, zeichnen sich Neue Musik und zeitgenössischer Tanz speziell durch ihre Offenheit gegenüber Unbekanntem und Durchlässigkeit aus. Um so schöner, wenn sich diese Kunstformen respektvoll begegnen, sich jeweils eigene Experimentierfelder erschließen um Neues zu kreieren.

Ruth Ranacher

Links:

mica-Interviews

Peter Kutin
Maja Osojnik (RDEČA RAKETA)

music austria-Musikdatenbank

Pia Palme
Peter Kutin
Maja Osojnik
Brigitte Wilfing
Jorge Sánchez-Chiong