Bild (c) Cosmopolitan Sextet

COSOMOPOLITAN SEXTET – „Cosmopolitan“

Vorhang auf für eine junge, talentierte Band, die mit ihrem Debüt mehr als nur eine Talentprobe abliefert. Das COSMOPOLITAN SEXTET zeigt auf seinem eben erschienenen Album „Cosmopolitan“ (Unit Records), dass es in Sachen „exzellente Jazzunterhaltung“ seine Hausaufgaben mit Bravour erledigt hat.

Eines kann man schon nach den ersten paar Takten sagen: Hier ist definitiv eine Band am Werken, die ganz ohne Zweifel Talent hat und wirklich ganz genau weiß, was sie tut und wohin sie musikalisch hinwill. Die Nummern, die die hörbar experimentierfreudigen Mitglieder Rick-Henry Ginkel (Gitarre), Stanislav Zuhkovksyy (Oboe, Englischhorn, Duduk), Michael Christensen (Klavier, Klarinette), Gabriele Basilico (Kontrabass, E-Bass), Christoph Schnell (Schlagzeug) und Anton Zuhkovksyy (Percussion, Synthesizer) auf ihrem Erstlingswerk zu Gehör bringen, offenbaren sich als eine in einen packenden Klang gegossene und stilübergreifende Interpretation des modernen Jazz. Die von den sechs Beteiligten an den Tag gelegte Musikalität nimmt einen von der ersten Sekunde an mit auf eine Reise, deren Route auf ereignisreiche und sehr unterhaltsame Weise an verschiedene musikalische Orte führt.

Jazz einer ganz eigenen leichtfüßigen Schwingung

Grob beschrieben hat das Cosmopolitan Sextet seinen musikalischen Platz irgendwo zwischen Jazz, Funk, Swing, Klassik und Pop gefunden. Eine Mischung, die – da und dort garniert mit leichtem südamerikanischen Flair und ganz dezenten Verästelungen zu etwas kunstvoll Rockigem – ihre ganz eigene Schwingung entwickelt, eine, die sich auf eine sehr lyrische Art erschließt. Die von dem Sechser zum Erklingen gebrachten Melodien tänzeln eleganten Schrittes über das Parkett und umschmeicheln einen in einem warmen und abwechslungsreichen Ton, die fern jeder Sperrigkeit ist. Die verspielten Rhythmen treiben ebenso nach vorne wie sie auch in schönster smoother und gediegener Art entschleunigen. Die sich wunderbar aufbauenden vielschichtigen und ideenreich ausgearbeiteten Arrangements entwickeln sich zu weiten Bögen, die etwas ungemein Spannungsgeladenes in sich tragen. Die einzelnen Elemente greifen in einfach beeindruckender Manier ineinander und fügen sich zu etwas sehr Stimmungsvollen zusammen, das einen nicht mehr loslassen will.

Das Cosmopolitan Sextet zeigt mit seinem selbstbetitelten Debüt auf jeden Fall schon einmal richtig auf. Man hört, dass man es hier mit einer jungen Band zu tun hat, die definitiv das Zeug dazu hat, in Zukunft durchzustarten. Eine wirklich beeindruckende erste Vorstellung.

Michael Ternai

Link:
Webseite
Facebook
Unit Records