CLER: "Assembled"

Alle Achtung, das, was Max Hauer (Fotzhobl, Clara Luzia) alias Cler auf seinem soeben erschienenen Solo-Debüt „Assembled“ (Asinella Records) abliefert, das fällt schon unter die Kategorie beachtlich. Es ist nicht so, dass man es nicht schon erahnen hätte können, dass der Multiinstrumentalist die Fähigkeit besitzt, richtig schöne Lieder aus den Ärmeln zu schütteln. Nur, die Art, mit der er dies nun wirklich bewerkstelligt hat, nötigt dann doch Respekt ab. Die Songs, die er mit Hilfe einer mit Allstars der heimischen Liedermacherszene besetzten Band (u.a. Clara Luzia, PauT, Jörg Grubmüller) auf den Weg gebracht hat, wissen aufgrund ihres vielfältigen Sounds, der schönen Melodien und intelligenten Arrangements sich vom ersten Moment an in den Gehörgängen festzusetzen. Auch so kann es im Pop zuzugehen.

Cler versucht hörbar, sich in von den üblichen Schema F Songformaten und Strukturen zu lösen. Er legt viel Wert auf einen doch etwas anspruchsvolleren und variantenreicheren Aufbau seiner Songs und lässt in diesem Sinne auch schon einmal den einen oder anderen Bruch und längere verspieltere Passagen zu. Hinzu kommt, dass sich der Multiinstrumentalist auch in stilistischen Fragen nicht wirklich festlegen will, was ihm letztlich aber erlaubt, immer wieder andere musikalische Akzente zu setzen. Der Sound, den er praktiziert, ist einer der vielen musikalischen Sprachen und beinhaltet genauso Elemente des akustischen Pop, wie auch solche des Rock und Folk. Hinzu treten dann auch immer wieder Einflüsse von ganz woanders her, wie etwa aus dem Klezmer oder Hip Hop, was die ganze Sache im Ergebnis letztlich zu einer noch abwechslungsreichen werden lässt.

Das Schöne an „Assembled“ ist, dass eigentlich kein Song wie der andere klingt, dass in jedem quasi eine andere Richtung eingeschlagen wird. So kann es, wie im Opener „This Girl“(mit Clara Luzia hinter dem Mikrofon), beschwingt melancholisch dahingehen, an anderer Stelle wiederum elegant entspannt („Neon Sunlight“) oder wirklich schön unter die Haut gehend balladesk („Disassembled“). Mit „Ab und An“ findet sich sogar eine richtig klasse Hip Hop Nummer auf dem Album. Es ist aber nicht nur diese große klangliche Vielfalt, die beeindruckt. Cler versteht es gemeinsam mit seinen MitmusikerInnen auf eindrucksvolle Art, den Songs Leben einzuhauchen und sie unaufdringlich und ohne jeden Anflug irgendeiner pathetischen Gestik gefühlvoll in Schwingung zu versetzen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass “Assembled” ein Album geworden ist, das sich von Mal zu Mal mehr und mehr in die Tiefe entwickelt und dadurch in der Qualität auch stetig wächst. Es handelt sich hier um alles andere als um einen Schnellschuss, die Songs wirken und gefallen nachhaltig, was man von manch anderen Produktionen oftmals ja nicht wirklich behaupten kann. (mt)

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