Cilantro im rhiz

Richtig experimentell wird es am 2. Februar im Wiener Gürtellokal rhiz. Mit Angelica Castello und Billy Roisz sind zwei KünstlerInnen zu Gast, die einem herkömmlichen Musikbegriff nicht wirklich zuordenbar sind. Elektronik und Videokunst dienen schlicht als Überbegriff, unter dem durch die Bearbeitung der Sounds ganz neue und sehr eigene Klanglandschaften entstehen.

 
Angélica Castelló ist hierzulande aufgrund ihrer manchmal recht eigenwilligen musikalischen Projekte schon lange keine Unbekannte mehr. Cilantro zählt zu jenen. Gemeinsam mit der audio-visuell agierenden Elektronik- und Soundspezialisten Billy Roisz taucht die aus Mexico stammende Musikerin tief in eine experimentelle Phase. Die zwei Künstlerinnen kreuzen historische Instrumente mit zeitgenössischen Technologien und erschaffen dadurch futuristisch anmutende Klangkonstruktionen. Billy Roisz generiert mit Hilfe von Feedbackschleifen zwischen Fernsehbildschirm und Videokamera Sounds und Bilder, welche sie mit ihrem Video- und Audiomischpult in elektronische Rhythmussignale umwandelt, die sowohl visuell wie auch akustisch wahrnehmbar sind.Über diese pulsierende Bild/Tonwelt legt Angelica Castello den Klang ihrer überdimensionalen Blockflöte, in welche sie durch Ein- und Ausatmen ganz spezielle Soundlandschaften entstehen lässt. Dazu bedient sich die in Wien lebende Musikerin auch zahlreicher elektronischer Hilfsmittel. Und sogar Flohmarkt-Souvenirs kommen zum Einsatz. Das spannende an der Sache ist, dass vieles alleine durch das Zufallsprinzip entsteht. Eine Vorhersage, welche Richtung die beiden Künstlerinnen bei ihrem Konzert einzuschlagen gedenken, ist nicht zu treffen. Alleine die pure Lust am an der Improvisation und am Experiment sind die Hauptantriebsfedern von Angelica Castello und Billy Roisz. Alles zusammen kumuliert in einer außergewöhnlichen und bezaubernden Klangwelt, welche das Publikum betört und mit Erstaunen zurücklässt.(mt)

Foto: Ludwig Grill

 

Angelica Castello
Billy Roisz
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