Christof Kurzmann präsentiert El Infierno Musical

Am 3. Dezember ist mit Christof Kurzmann einer der wohl vielseitigsten österreichischen Musiker im Jazzit in Salzburg zu Gast. Der Grund für den Besuch ist die Präsentation seines neuen Programms “El Infierno Musical”. Das Gastspiel   bildet gleichzeitig den Auftakt einer kurzen Konzertreise, welche den facettenreichen Künstler in den folgenden Tagen nach Wels (5.12) und Wien (6.12) führen wird.

Der in Wien geborene und im Moment in Berlin lebende Musiker, Labelbetreiber und Organisator von Veranstaltungen Christof Kurzmann zählt ohne Zweifel, gemessen an der Anzahl an Projekten, in welche er involviert ist, zu den eher umtriebigeren Vertretern seiner Gattung. Der sich zu allen Seiten offen zeigende Künstler lässt sich aufgrund der ihm zugewiesenen Rolle als Freigeist ohnehin nur schwer in eine bestimmte Kategorie einordnen. So findet sich der Saxophonist und Elektroniker im Bereich des Electropop genauso zu Hause, wie in der experimentellen Improvisation oder der Neuen Musik. Wie vielseitig der gebürtige Wiener in seiner Arbeit agiert, belegen die  zahlreichen Kollaborationen mit so renommierten MusikerInnen wie etwa Bernhard Fleischmann, Margareth Kammerer, Ken Vandermark, Michaela Grill, Werner Dafeldecker, Martin Siewert, Ursula Rucker, Billy Roisz oder Burkhard Stangl.

 

Das Experiment und das Erforschen neuer Ausdrucksmöglichkeiten sind der Antrieb für Christof Kurzmanns künstlerische Arbeit. Der Musiker versteht seine musikalische Arbeit als Herausforderung, festgesetzte Grenzen zu verschieben, Stilistiken in Verbindung zu setzen, die auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen, eine neue Form des Zugangs zu entwickeln und dadurch eine neue Rezeption seitens des Publikums zu ermöglichen.

 

So auch Kurzmanns neuestes Projekt “El Infierno Musical”, welches das Schaffen der argentinischen Schriftstellerin Alejandra Pizarnik in den Mittelpunkt der musikalischen Auseinandersetzung stellt. Wie schon des Öfteren betritt der Künstler mit diesem Programm ein für ihn neues Terrain.  Das Werk der jüdischen Schriftstellerin ist hierzulande bislang noch eher unbekannt. Inhaltlich setzt sich die Poetin mit Themen wie Nichtzugehörigkeit, Verlust oder Todesnähe auseinander, und das im ständigen Wechsel zwischen tiefer Melancholie und purer Lebensfreude. Für Kurzmann gilt es, in seinen Kompositionen jene Atmosphäre einzufangen, welche die Erzählung am treffendsten widerspiegeln. Um dies zu erreichen hat sich der Musiker ein in der Tat mehr als erstklassiges Ensemble zusammengestellt. So stehen dem Wiener mit Martin Brandlmayr, Clayton Thomas, Eva Reiter und Ken Vandermark vier außergewöhnliche Instrumentalisten zur Seite, welche gemeinsam ein stilistisch ungemein breites Spektrum abdecken und auch eigene Zugänge mit einbringen. Auf keinen Fall versäumen. (mt)

 

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