Bild (c) Markus W. Schneider & Christina Ruf
Bild (c) Markus W. Schneider & Christina Ruf

CHRISTINA RUF & MARKUS W. SCHNEIDER – „264 Hours of Sleep“

Ein Sound, der in seiner Art nicht wirklich fassbar ist, seinen eigenen Regeln folgt und den Popbegriff in gänzlich andere Sphären führt – genau einen solche bekommt man auf „264 Hours of Sleep“, dem Album der beiden musikalischen Freigeister CHRISTINA RUF und MARKUS W. SCHNEIDER, zu hören. 

Es ist ein Album, das musikalisch letztlich doch eine etwas andere Wendung genommen hat, als eigentlich geplant. Hatten die (E-)Cellistin und Komponistin Christina Ruf und der Gitarrist und Komponist Markus W. Schneider zu Beginn noch vor, die Zeit der Lockdowns dafür zu nutzen, in jeweiliger Isolation und weit voneinander entfernt – sie von Dänemark und er von Wien aus – gemeinsam an einem Album mit instrumentalen Stücken zu arbeiten, entwickelte sich die ganze Geschichte doch recht schnell ganz woanders hin, nämlich in Richtung Songalbum, wobei der Begriff Song von dem Duo in seiner Bedeutung doch sehr stark umdefiniert wird.

Musik, die einen eintauchen lässt

Cover 264 Hours of Sleep (c) Markuswschneider 300
Cover “264 Hours of Sleep” (c) Markus W. Schneider

Was die beiden auf ihrem Album geschaffen haben, ist ein Klang, der sich weit abseits des Gewöhnlichen einordnet. Weder Idee, Sound noch Strukutur folgen den üblichen Mustern, man bekommt auf „264 Hours of Sleep“ etwas zu hören, dass sich nur schwer einer gängigen Kategorie zuordnen lässt und im Stil und in der Ästhetik wirklich alleine für sich steht. Christina Ruf und Markus W. Schneider haben in ihren Nummern ihre eigene Idee von Sound verwirklicht, eine, die sich – grob beschrieben – irgendwo zwischen avantgardistischem Pop und experimenteller Soundarbeit einpendelt und dabei ausgesprochen eigenwillige Klangblüten treibt. Stimmungsmäßig pendeln sich die Stücke des mit einer großen Liebe zum Detail arbeitenden Duos im Spannungsfeld zwischen klanglichem Minimalismus und weit gefassten, atmosphärisch verdichteten Soundzuständen ein. Eine zusätzliche Facette erfährt die Musik durch Markus W. Schneider, der mit seiner eindringlichen Stimme für weitere Farbtupfen sorgt.

Christina Ruf und Markus W. Schneider verwirklichen auf „264 Hours of Sleep“ einen ganz eigenen Stil, eine eigene Ausdrucksform, die auf aufregende Art die Tore zu einem etwas anderen Hörerlebnis eröffnet. Die Musik, die sie zu Gehör bringen, ist eine, in die man richtig schön eintauchen kann und die einen auffordert, sich mit ihr intensiv zu befassen. Spannend.

Michael Ternai

Links:
Christina Ruf
Markus W. Schneider (bandcamp)
Christina Ruf & Markus W. Schneider (bandcamp)