Carinthischer Sommer 2018
Carinthischer Sommer 2018

Carinthischer Sommer 2018 steht im Zeichen junger Künstlerinnen

Das Programm des Carinthischen Sommers 2018 steht ganz im Zeichen junger Frauen. Künstlerinnen verschiedener Genres – Jazzerinnen, Solistinnen, Sängerinnen, Saxophonistinnen, eine Dirigentin und viele mehr – haben von 14. Juli bis 26. August in Kärnten ihren großen Auftritt. Darüber hinaus prägen zwei Geburtstage und ein neues Format das diesjährige Musikfestival, das wieder mit einer Wassermusik eröffnet wird.  Das heurige Motto „Wia a Spiagl“ stammt aus einem Kärntnerlied.

„So jung war der Carinthische Sommer noch nie“, sagt Intendant Holger Bleck, der diesen Schwerpunkt bewusst gewählt hat. „Wir werfen damit einen Blick in die Zukunft und präsentieren junge und bereits sehr erfolgreiche Künstlerinnen und Künstler, aber auch die Stars von morgen, die schon bald in den großen Konzertsälen der Welt auftreten werden.“ Ergänzt werden die Konzerte der „Rising Stars“ durch Auftritte arrivierter und etablierter Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Musikrichtungen.

Der 49. Carinthische Sommer beginnt gleich mit einer jungen Komponistin. Manuela Kerer schrieb die diesjährige Wassermusik für die Eröffnung, die wieder auf dem und am Ossiacher See stattfinden wird. „Wir haben auf den Erfahrungen von 2016 aufgebaut und entwickeln das Format weiter“, sagt der Intendant. „Die Wassermusik wird so zu einem unverwechselbaren Merkmal des Carinthischen Sommers und soll auch in Zukunft alle zwei Jahre am Beginn des Musikfestivals stehen.“

Das Motto „Wia a Spiagl“ ist eine Zeile aus dem bekannten Kärntnerlied „Übarn See sing ih ume“. „Musik wie die Künste waren und sind ein Spiegel unserer Zeit. Der Blick in den Spiegel selbst zeigt uns Vertrautes und durch die Spiegelung zugleich Unbekanntes“, sagt Intendant Bleck.

Von diesem Motto hat sich Kerer für die Wassermusik inspirieren lassen und greift es in ihrer Komposition immer wieder auf. „Die Begriffe Reflexion, Streuung, Absorption, Parallelität, Abbild sind allesamt physikalische Eigenschaften eines Spiegels und sie spielen auch kompositorisch eine zentrale Rolle. Insgesamt gibt es viele Momente und Klangkörper, die sich hier spiegeln, Chöre, Audio-Spuren oder Elektronik“, erklärt Kerer die Klanginstallation, die den Carinthischen Sommer 2018 eröffnet.

Aufgeführt wird die Wassermusik wieder von Kärntner Chören und Blasmusikgruppen. Unterstützt wird sie auch in diesem Jahr von der Gemeinde Ossiach, vom Kärntner Blasmusikverband und dem Kärntner Landesfeuerwehrverband. „Ich freue mich darüber, dass sich so viele einheimische Musiker und Musikerinnen, Helfer und Helferinnen an der Carinthischen Wassermusik beteiligen und mit viel Motivation und Herzblut ihr Bestes geben. Ihnen wollte ich einen eigens kreierten akustischen Raum geben und wirklich jeden einzelnen der zahlreichen Mitwirkenden ganz persönlich zum Klingen bringen“, schildert die Komponistin ihr Konzept.

Manuela Kerer hat schon einmal ein Werk im Auftrag des Carinthischen Sommers geschrieben und in dieses Stück für „Ensemble und Motorsäge“ auch verschiedene Werkzeuge der forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach eingebaut. Es wurde vom Ensemble PHACE aufgeführt und war beim Carinthischen Sommer 2016 ein großer Erfolg.

Die vielseitig talentierte Südtirolerin hat nicht nur ein Kompositions- und Geigenstudium abgeschlossen, sondern graduierte auch in Rechtswissenschaften und Psychologie und hat bereits eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Walther-von-der-Vogelweide-Preis und dreimal das österreichische Staatsstipendium für Komposition (2008, 2011, 2016).

Inszeniert wird die Wassermusik wie schon 2016 von Nicola Raab und Anne Marie Legenstein, die ebenfalls 2016 höchst erfolgreich die Kirchenoper „Jesu Hochzeit“ im Stiftshof Ossiach in Szene gesetzt haben. Beide Frauen sind auf den Bühnen dieser Welt zu Hause. Legenstein ist eine international anerkannte Bühnen- und Kostümbildnerin, Raab zählt aktuell zu den gefragtesten Opernregisseurinnen.

Der Carinthische Sommer verabschiedet sich in diesem Jahr nicht mit Pauken und Trompeten, sondern mit klangvollen Akkorden. Die letzte Veranstaltung des Hauptprogramms ist kein klassisches Orchesterkonzert, sondern ein Orgelkonzert am 25. August im Klagenfurter Dom. Danach steht am 26. August noch ein Carinthischer Musiksalon auf Schloss Unterloibl im Festivalkalender.

Zwischen diesen Terminen und der Eröffnung liegen rund 40 Veranstaltungen.

Orgel plus… – das neue Format des Carinthischen Sommers

Mit Orgel plus… etabliert der Carinthische Sommer ein neues Konzertformat und gibt der Königin der Instrumente wieder einen wesentlichen Stellenwert im Rahmen des Musikfestivals. Kuratiert wird diese Konzertreihe vom Klagenfurter Domorganisten Klaus Kuchling, dem Uraufführungen zeitgenössischer Musik besonders am Herzen liegen und der als Solist, Duo-Partner und Juror bei Orgelwettbewerben in Europa und darüber hinaus tätig ist.

 Das Format startet am 9. August mit dem Werk „Händels Neun Deutsche Arien“ plus Uraufführungen in der Stiftskirche Ossiach, präsentiert von der Sopranistin und Händel-Interpretin Cornelia Horak, einem Kammerensemble und Klaus Kuchling, der das Konzert auch leitet. Im Wechsel dazu werden neue Werke für Kammerensemble und Orgel von Margareta Ferek-Petric zu hören sein. Die Komponistin ist in diesem Jahr Artist in Residence der Kooperationspartner Carinthischer Sommer und Domenig Steinhaus.

Auftakt! – Vor dem Konzert gibt es im Rittersaal des Stifts Ossiach eine Einführung von Klaus Kuchling, Isabelle Gustorff und Margareta Ferek-Petric.

Die zweite Orgel, die in dieser Reihe erklingen wird, ist die der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Villach. Diesmal ist es Orgel plus Stummfilm. Am 15. August improvisiert Wolfgang Seifen zur Literaturverfilmung „Nathan der Weise“ von Manfred Noa aus dem Jahr 1922.  Dieser Streifen galt lange Zeit als verschollen, bevor eine Kopie in Moskau gefunden und nach aufwändiger Restaurierung durch das Filmmuseum München 2006 wieder veröffentlicht wurde.

Wolfgang Seifen gilt als einer der führenden Experten der Orgelimprovisation, er ist Titularorganist an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin und Professor für Orgelimprovisation an der Universität der Künste Berlin.

Den Schluss- und Höhepunkt bildet der Aufritt von Olivier Latry am 25. August im Klagenfurter Dom. Es ist Orgel plus Superstar. Denn Latry ist einer der angesehensten Organisten und war bereits im Alter von 23 Jahren Titularorganist an der großen Orgel der Kathedrale Notre Dame de Paris. Der Franzose konzertiert weltweit an den prestigereichsten Instrumenten sowie mit den führenden Orchestern und Dirigenten. In Klagenfurt wird er an beiden Orgeln des Doms spielen.

Auftakt! – Klaus Kuchling führt mit Olivier Latry ein einführendes Gespräch.

Großes Orchester und zwei Geburtstage

Mit vier Orchesterkonzerten feiert der Carinthische Sommer auch zwei Geburtstage, stellt eine junge, höchst talentierte Sängerin vor und hat eine Uraufführung im Programm.

Das ORF Radio-Symphonieorchester unter der Leitung von Markus Poschner, dem neuen Chefdirigenten des Bruckner Orchesters Linz, feiert am 23. August die Geburtstage zweier Komponisten. Leonard Bernstein und Gottfried von Einem wären heuer 100 Jahre alt geworden. Beide Künstler waren dem Festival besonders verbunden.

Bernstein wurde 1977 im Rahmen des Carinthischen Sommers mit dem einwöchigen ersten Europäischen Bernstein-Festival, bei dem seine drei Sinfonien und die Chichester Psalms aufgeführt wurden, geehrt. Höhepunkt war der 20. August 1977, als der amerikanische Komponist in Villach die europäische Uraufführung der revidierten Fassung seiner 3. Sinfonie „Kaddish“ mit dem Israel Philharmonic Orchestra dirigierte.

Gottfried von Einem war Ehrenmitglied des Carinthischen Sommers und kam zwischen 1971 und 1994 fast jeden Sommer nach Ossiach. 13 seiner Werke wurden beim Carinthischen Sommer aufgeführt. Für dieses Festival schrieb er auch die Kirchenoper „Jesu Hochzeit“, die erst zwanzig Jahre später, im Sommer 2016, von Intendant Holger Bleck in den Spielplan aufgenommen und mit großem Erfolg aufgeführt wurde.

Das ORF RSO Wien spielt im Congress Center Villach in Erinnerung an die beiden großen Künstler Bernsteins Ouvertüre zu „Candide“ und die Sinfonie Nr. 2 „The Age of Anxiety“ sowie von Einems „Dantons Tod“, Suite op. 6a.

Auch das südafrikanische Jugendorchester MIAGI ehrt Bernstein. Mit „Prélude, Fugue & Riffs“ zeigt es „Lennys“ Wurzeln in der amerikanischen Jazztradition. Bei dem Konzert am 20. Juli im Congress Center Villach mischen sich unter der Leitung von Duncan Ward klassische Musik, südafrikanische Klänge und Jazz zu einer kraftvollen Einheit.

Hinter dem Orchester steht die Organisation MIAGI, ein Akronym für „Music is a great Investment“, die 2001 von dem Sänger Robert Brooks und der Pianistin Ingrid Hedlund ins Leben gerufen wurde, um Kindern und Jugendlichen aller sozialen und ethnischen Gruppen Zugang zu Musik und musikalischer Ausbildung zu ermöglichen.

Auftakt! Robert Brooks und Duncan Ward erzählen vor dem Konzert über das MIAGI Youth Orchestra.

Am 26. Juli gibt im CCV ein „Rising Star“ sein Österreichdebut. Die russische Mezzosopranistin Aigul Akhmetshina hat 2017 den renommierten Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerb gewonnen und ist nun Ensemblemitglied im Jette Parker Young Artists Programme am Royal Opera House, Covent Garden in London, wo sie kürzlich als hinreißende Carmen gefeiert wurde. In Villach wird sie vom Kärntner Sinfonieorchester begleitet. Am Pult steht die estnische Dirigentin Kristiina Poska, die bis Juli 2016 Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin war und eine international gefragte Konzert- und Operndirigentin ist.

Am 6. August steht ein Open-Air-Konzert im Stiftshof Ossiach auf dem Programm. Das Ensemble Prisma unter der Leitung des Kärntners Thomas Fheodoroff spielt Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 und die Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92.

Weiters wird das „Beethovenfries“ des ersten Preisträgers des Internationalen Nikolaus Fheodoroff Kompositionspreises, Daniel Serrano, uraufgeführt. Es ist ein Auftragswerk des Carinthischen Sommers.

Bei Schlechtwetter findet das Konzert im Alban Berg Konzertsaal statt.

Der Jazz ist jung und weiblich

Jazz ist bereits ein fixer und wichtiger Bestandteil des Carinthischen Sommers, die Konzerte sind stets ausverkauft. Auch in diesem Jahr ist wieder Außergewöhnliches zu erwarten. Der Carinthische Sommer präsentiert die junge österreichische Jazzgeneration und die ist vorwiegend weiblich.

Das erste der insgesamt vier Jazzkonzerte bestreitet jedoch ein junger Bayer. Matthias Schriefl tourte mit seiner Band Shreefpunk, die er 2003 gegründet hat, als „Rising Star“ der European Concert Hall Organisation durch die großen Konzerthäuser Europas. Shreefpunk gilt derzeit als eine der originellsten Jazzformationen Europas und kommt am 24. Juli nach St. Andrä in den Arkadenhof der Domkirche.

Am 2. August werden chuffDRONE / Ángela Tröndle & Pippo Corvino Quintett im Alban Berg Konzertsaal Ossiach zu sehen und zu hören sein.

Hinter chuffDRONE stehen Andreas Broger, Lisa Hofmaninger, Jul Dillier, Judith Ferstl und Judith Schwarz. Sie brillieren unter anderem mit waghalsigen Improvisationen, abwechslungsreichen Arrangements und unkonventionellen Kompositionen. Sie fühlen sich nicht wirklich dem traditionellen Regelwerk des Jazz verbunden, sondern sind bestrebt, eigene musikalische Akzente zu setzen.

In Ossiach treten sie mit dem Ángela Tröndle & Pippo Corvino Quintett auf. Die Salzburger Sängerin und Pianistin Tröndle zählt zu den aufregendsten und ausdrucksstärksten Stimmen des Landes. Mit Pippo Corvino hat sie ihre neueste CD „Getting Out of the Envelopes“ aufgenommen.

Auftakt! – Renald Deppe spricht mit den fünf Jazzmusikerinnen Judith Ferstl, Lisa Hofmaninger, Judith Schwarz, Ángela Tröndle und Beate Wiesinger im Rittersaal des Stifts Ossiach.

Die Musikerinnen sind auch in anderen Formationen erfolgreich und werden am 21. August noch einmal ihr Publikum begeistern, wenn in der Bergkirche Tiffen mit den vier Duos, Duo 4675, Ángela Tröndle & Pippo Corvino, Duo Juneberry sowie Duo Hofmaninger/Schwarz, die geballte junge Jazzkraft erklingt.

Astrid Wiesinger ist gemeinsam mit ihrer Schwester Beate Wiesinger das Duo 4675, die Postleitzahl des Ortes, in dem sie aufgewachsen sind. Die Schwestern komponieren und musizieren in unterschiedlichen Stilen und finden immer wieder zusammen.

Judith Ferstl und Lucia Leena haben 2014 unter dem Namen Juneberry ein Duo gegründet, das sich im Spannungsfeld zwischen Songwriting und freier (Text)-Improvisation bewegt. Ihre gemeinsam komponierten Stücke entstehen aus Melodiefragmenten, Improvisationen oder Lyrikvertonungen und werden im Konzertmoment immer wieder neu geformt und verändert.

Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz, die auch Teil von chuffDRONE sind, widmen sich als Duo Hofmaninger/Schwarz der „Davul-Zurna“, der ältesten, bildlich dokumentierten musikalischen Spielweise unserer Kulturgeschichte. Vor diesem Hintergrund finden sich Sopransaxophon und Schlagzeug, Bassklarinette und Schlitztrommel im zeitgenössischen Dialog und in der außergewöhnlichen Interpretation der beiden Musikerinnen im Wechselspiel zwischen Klangmalerei, Komposition und freier Improvisation.

Höhe- und Schlusspunkt der Carinthischen Jazzreihe sind die e c h o boomer 5 & Ferstl/Hofmaninger/Schwarz/Tröndle/Wiesinger am 22. August im Bambergsaal in Villach. Die einzigartige neue Formation aus allen fünf Jazz-Ladies des Sommers tritt hier zum ersten Mal gemeinsam als Ensemble auf. Die e c h o boomer sind eine Gründung Beate Wiesingers.

Stimmen und junge Talente

Das schweizerisch-israelische Vokalensemble Profeti della Quinta erweckt die klangliche Vielfalt der italienischen Madrigale der Renaissance- und frühen Barockzeit am 25. Juli in der Bergkirche Tiffen zu neuem Leben und nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise ins 16. und 17. Jahrhundert.

Der Kärntner Tenor Alexander Kaimbacher macht sich am 30. Juli im Alban Berg Konzertsaal in Ossiach mit dem Ensemble „die reihe“ und dem russischen Vokalquintett Ensemble Pavel Sharomov auf die Suche nach dem Doppelgänger – russisch DVOINIK –, ausgehend von Schuberts gleichnamigem Lied. Der St. Petersburger Komponist Anton Tanonov hat die Geschichte des Doppelgängers in neuen Kompositionen nach den ikonischen Vorbildern Schuberts erarbeitet.

Auftakt! Eine Einführung dazu gibt es von Alexander Kaimbacher, Anna Shamarova, Anna Sushon und Pavel Sharomov im Rittersaal des Stifts Ossiach.

Der junge und bereits vielfach ausgezeichnete Bariton Benjamin Appl, als „Spitzenreiter der neuen Generation der Liedersänger“ gehandelt, wird am 31. Juli in der Stiftskirche Ossiach vom Briten Graham Johnson begleitet und singt ausgewählte Werke von Schubert, Brahms und Wolf, denen jeweils ein Lied Gottfried von Einems als Leitgedanke vorangestellt wird.

Balbina ist eine der außergewöhnlichsten Singer-Songwriterinnen. In der Omya Werkshalle in Gummern singt die Deutsche, die auch mit Herbert Grönemeyer auf Tournee war, am 10. August ihre klugen, poetischen Lieder.

VieVox, das Männer-Vokalensemble, bestehend aus ehemaligen Solisten der Wiener Sängerknaben, präsentiert am 14. August im Domenig Steinhaus „Lebenszeichen – „Kärntner Lieder alt und neu“.

Mit „Art of Guitar in Move“ gibt die Kärntner Ausnahmegitarristin Julia Malischnig am 11. August im Alban Berg Konzertsaal in Ossiach ihr Debut beim Carinthischen Sommer. Ihre Partner bei dem Auftritt sind der israelische Mandolinen- und Lautenvirtuose Alon Sariel und der Bassist Alexander Lackner sowie die Stepptänzerin Sabine Hasicka, die die Steppschuhe als Klangkörper einsetzt.

Das Ebonit Saxophone Quartet, drei junge Frauen und ein Mann aus Amsterdam, spielt am 8. August im Domenig Steinhaus klassische Streichquartette in eigenen, sensiblen und inspirierenden Bearbeitungen für Saxophonquartett. Die vier sind erfolgreich in den großen europäischen Konzerthäusern unterwegs und wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Das Trio Catch, drei junge Frauen aus Deutschland, werden das Publikum am 28. Juli gleich zweimal einfangen. Am Vormittag öffnen die Musikerinnen ihren Zuhörern mit dem Programm „Ohrknacker“ die Ohren für neue Klänge und stellen in lockerer Werkstattatmosphäre die ihnen gewidmete „Catch Sonata“ für Klarinette, Violoncello und präpariertes Klavier von Gérard Pesson vor.

Am Abend präsentiert das Trio Werke aus drei Jahrhunderten und spannt den Bogen von Brahms‘ berühmtem Trio in a-Moll über die Trio-Miniaturen des russisch-schweizerischen Komponisten Paul Juon bis hin zu zwei eigens für das Trio geschriebenen Werken Pessons und Borowskis.

Bewährtes, Beliebtes und Programm für Kinder

Eine große Fangemeinde hat der überragende Pianist dieser Zeit, Rudolf Buchbinder.  Am 7. August im CCV stellt er Beethovens leidenschaftlicher „Appassionata“, die späte „Es-Dur Sonate“ Joseph Haydns und Schuberts „4 Impromptus D 935“ gegenüber.

Die Wiener Sängerknaben treten diesmal im Neuen Rathaussaal St. Andrä auf. Am 20. August präsentieren sie ein Programm mit Werken von Johann und Josef Strauß, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert, aber auch einige zeitgenössische Lieder und Volkslieder. Geleitet werden sie vom brasilianischen Dirigenten Luiz de Godoy, der seit Februar 2016 Kapellmeister der Wiener Sängerknaben ist.

Die Unterbiberger Hofmusik kommt nach dem großen Erfolg im Vorjahr mit ihrem neuen Programm „DAHOAM und RETOUR“, einem furiosen musikalischen Ritt rund um den Globus, am 22. Juli in die Villacher Brauerei.

Ein großer Erfolg vom ersten Tag an waren auch die Picknick-Konzerte. Am 4. August ist es wieder soweit. Im und um das Schloss Damtschach wird es stimmungsvoll mit dem Ensemble Prisma unter der Leitung des Kärntner Geigers Thomas Fheodoroff und mit Werken von Beethoven und Mozart.

In einer Produktion „A House Full of Music“ der Wiener Taschenoper gehen Kinder ab fünf Jahren am 17. Juli im CCV auf den Spuren des Komponisten John Cage auf eine musikphilosophische Reise und staunen, was in ihren Ohren alles Musik werden kann.

Zwei der diesjährigen Sonntagsmessen, die der Carinthische Sommer in der Stiftskirche Ossiach musikalisch gestaltet, sind den Werken der „Geburtstagskinder“ Leonard Bernstein und Gottfried von Einem gewidmet. Am 29. Juli erklingt von Einems „Missa Claravallensis“ op. 83, am 5. August steht Bernsteins „Missa Brevis“ auf dem Programm. Die dritte Messe, am 19. August, wird die „Messe in C“ op. 86 Ludwig van Beethovens sein.

Außergewöhnliches im Kirchenschiff

„Round M – Monteverdi meets Jazz“ am 18. Juli in der Stiftskirche Ossiach mit La Venexiana und der Sopranistin Francesca Lombardi Mazulli.

La Venexiana, ist die derzeit bedeutendste Madrigalgruppe und hat sich mit der Musik Monteverdis intensiv auseinandergesetzt, sich einen neuen Blickwinkel auf das Wirken dieses großen Renaissancemeisters geschaffen und kleidet es in ein Jazz-Gewand.

Francesca Lombardi Mazulli debütierte in ihrer Konzert- und Opernkarriere mit zahlreichen Orchestern und Ensembles im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis und war durch ihren künstlerischen Schwerpunkt im barocken Musiktheater auch Ensemblemitglied bei der Wiederentdeckung beinahe vergessener Opern.

In der Reihe „Stars & Strings“ sind herausragende Virtuosen auf Instrumenten der Oesterreichischen Nationalbank zu hören. In diesem Jahr sind es der Cellist Sebastian Bru, Stimmführer bei den Wiener Philharmonikern, und der Pianist Stefan Stroissnig, regelmäßig Gast in den wichtigsten Konzerthäusern. Sie werden am 19. Juli in der Stiftskirche Ossiach Werke von Schumann, Cerha, Glasunow, Paganini und Rachmaninow spielen.

In der Basilika Maria Loreto St. Andrä präsentieren am 21. Juli das Originalklangensemble Barucco, der Chor Ad libitum und ein herausragendes Solistentrio unter der Leitung von Heinz Ferlesch

„Alexander’s Feast“ von Georg Friedrich Händel.

Auftakt! – Heinz Ferlesch und Isabelle Gustorff geben im Neuen Rathaussaal der Stadtgemeinde St. Andrä eine Einführung in das Konzert.

Für den Rising Stars Zyklus der European Concert Hall Organisation in der Saison 2017/18 wurde der 23jährige Wiener Geiger Emmanuel Tjeknavorian ausgewählt. Sein phänomenales Talent und seine technische Souveränität gepaart mit Intelligenz, Witz und Leichtigkeit zeigt er bei Werken von Schumann, Brahms, Ysaÿe und Franck am 23. Juli in der Stiftskirche Ossiach, begleitet von Maximilian Kromer.

Das Kölner Ensemble NeoBarock kommt am 16. August mit den Bach Metamorphosen in die Evangelische Kirche im Stadtpark Villach.

Carinthische Musiksalons

Vier neue Veranstaltungsorte reihen sich in den Reigen der außergewöhnlichen Spielstätten, die Kuratorin Barbara Rombach-Kuderna für die Carinthischen Musiksalons ausgewählt hat. In der Kunstmühle auf Gut Schmelzhofen, dem Atelier des Malers und Bildhauers Pepo Pichler, findet am 17. Juni die erste Matinee der neuen Saison statt, mit dem kraftvollen Bassklarinetten-Quartett Woody Black 4 und Texten von Josef Winkler, gelesen von der Schauspielerin Maria Hofstätter.

Eine weitere Spielstätte ist die Klosterruine Arnoldstein mit dem Eggner Trio und Werken von Beethoven, Schostakowitsch und dem Kärntner Gerrit Wunder, der vor allem als Filmkomponist bekannt ist. Im Schloss Unterloibl tritt die junge Geigenvirtuosin Gaia Trionfera mit dem bekannten Gitarristen Janez Gregorič auf. Und den Schlusspunkt setzt Eva Simic-Nemeth, die Solo-Celistin des Kärntner Sinfonieorchesters, in Schloss Ebenau im Rosental.

CS unterwegs

Auch in diesem Jahr ist der Carinthische Sommer wieder unterwegs. An fünf Wochenenden von Juni bis August reisen das Brassquintett Blechreiz und die Percussionistin Nataša Konzilia entlang der Bahnrouten im Kärntner Zentralraum mit Volksliedern und Kirchtagsmusik aus dem Alpen-Adria-Raum, neu arrangiert vom Komponisten Oskar Aichinger.