Die Wöckherl-Orgel von 1642 in der Franziskanerkirche Wien (mit geteilten Tasten für gis0/as0, dis1/es1 und gis1/as1) (c) Norbert Kindermann

Call for Scores Neue Musik für Orgel bei Wien Modern 2020

WIEN MODERN sucht neue Werke für Orgel, die im Rahmen des kommenden Festivals auf vier besonderen historischen Orgeln in Wien uraufgeführt werden sollen. Komponistinnen und Komponisten sind eingeladen, die Orgeln zu erkunden und bis spätestens 17. August 2020 Partituren per E-Mail einzureichen.

Die 33. Ausgabe des Festivals Wien Modern findet vom 29.10. bis zum 30.11.2020 rund um das Festivalthema „Stimmung“ statt. Stimmung im Sinne von Atmosphäre soll dabei ebenso musikalisch erlebbar werden wie ungewöhnliche Instrumental-Stimmungen und besondere Musikinstrumente.

Einen Abend und eine Nacht lang lädt das Festival am Samstag 07. November 2020 zur Entdeckung von vier außergewöhnlichen Orgeln in der Wiener Innenstadt (Franziskanerkirche, Michaelerkirche und St. Ursula), deren faszinierende, teilweise ungewöhnliche Klangmöglichkeiten durch neue, auch ungewöhnliche und experimentelle Werke für Orgel erlebbar gemacht werden sollen.

Der Call erfolgt in Kooperation zwischen dem Festival Wien Modern, den drei genannten Wiener Kirchen sowie den österreichischen Musikuniversitäten mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Universität Mozarteum Salzburg und Anton Bruckner Privatuniversität in Oberösterreich. Die Teilnahme ist offen und nicht auf Studierende beschränkt, diese sollen aber durch begleitende Präsentationen der spieltechnischen Möglichkeiten und des klanglichen Potenzials der Orgel in Graz, Salzburg und Wien ermutigt werden, sich mit dem traditionsreichen Instrument auf neue Weise auseinanderzusetzen.

Im März 2020 werden die vier ausgewählten historischen Orgeln in Wien durch Lehrende des Orgelinstituts der mdw vorgestellt. Jede dieser Orgeln verfügt über einen ausgesprochen differenzierten Charakter und besondere Möglichkeiten wie auch Beschränkungen. Die Aufführbarkeit auf einer der Orgeln ist ein Auswahlkriterium für die Werke. Daher die Empfehlung, diese Gelegenheit, wenn möglich, in Anspruch zu nehmen.

Folgende Termine sind geplant. Um schriftliche Anmeldung bzw. vorherige Kontaktaufnahme wird bis 27. Februar 2020 gebeten:

Montag 2. März 2020 13:30 Uhr Wöckherl, 15:00 Uhr St. Michael, 16:30 Uhr St. Ursula

Freitag 20. März 2020 13:30 Uhr Wöckherl, 15:00 Uhr St. Michael, 16:30 Uhr St. Ursula

Bei Interesse besteht in beschränktem Umfang die Möglichkeit, weitere Termine zum Kennenlernen der Orgeln zu vereinbaren.

Die Werke werden durch eine Jury ausgewählt. Kriterien sind u.a. die Aufführbarkeit auf einer der vier ausgewählten Orgeln und der Bezug zum künstlerischen Kontext des Festivals Wien Modern. Die ausgewählten Werke werden als offizieller Teil des Festivalprogramms kommuniziert und durch Orgel-Studierende der kooperierenden Musikuniversitäten im Rahmen des Festivals interpretiert.

Jury

  • Univ. Prof. Carola Bauckholt, Anton Bruckner Privatuniversität, Linz
  • Bernhard Günther, Künstlerischer Leiter Wien Modern
  • Univ.-Prof. Martin Haselböck, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
  • Priv.-Doz. Mag. Wolfgang Kogert, Universität Mozarteum Salzburg
  • Univ. Prof. Mag. art. Klaus Lang, KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
  • Univ. Prof. Roman Summereder, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Die Orgeln

Wöckherl-Orgel der Franziskanerkirche St. Hieronymus, 1642 erbaut von Franz Weckherl (die älteste Orgel Wiens). Tonhöhe 457 Hz bei 13° C, Stimmung mitteltönig mit Viertelkomma

Sieber-Orgel der Michaelerkirche, 1714 erbaut von David Sieber, 1986/1987 restauriert von Jürgen Ahrend, Tonhöhe 448 Hz bei 170 C, Stimmung Werckmeister II modifiziert (Ahrend)

Italienische Barockorgel der Kirche St. Ursula, 1780 erbaut in Neapel, Tonhöhe 442 Hz bei 180 C, Stimmung mitteltönig mit Sechstelkomma
Disposition: Principale 8’, Ottava 4’, Quintadecima 2’, Decimanona 1 1/3’, Vigesimaseconda 1’, Flauto in duodecima 2 2/3’, Voce umana 8’, Zampogna (auf C), Ripieno-Zug (Tiratutti)

Hradetzky-Orgel der Kirche St. Ursula, erbaut 1968 von Gregor Hradetzky, Tonhöhe 442 Hz bei 180 C, Stimmung gleichschwebend

Teilnahme

Einreichbare Werke

Eingereicht werden können bislang nicht aufgeführte Werke für Orgel mit einer Aufführungsdauer von ca. 5–15 Minuten. Nach Möglichkeit kann und soll gerne auf den innovativen Charakter des Festivals, auf das zu Assoziationen einladende Festivalthema Stimmung und vor allem auf die besonderen Stimmungen und Dispositionen / Klangmöglichkeiten der vier für die Aufführung in Frage kommenden Orgeln eingegangen werden. Schwerpunktmäßig bezieht sich der Call auf Solowerke. In St. Ursula sind prinzipiell auch Werke für zwei räumlich weit voneinander entfernte Orgeln möglich.

Einreichschluss

Die vollständige Einreichung ist spätestens am 17. August 2020 per E-Mail an forthuber@wienmodern.at zu senden. Die Komponistinnen und Komponisten werden voraussichtlich Anfang September 2020 über die Auswahl der Jury informiert.

Einzureichende Materialien

  • Partitur als PDF (Falls die Anhänge 8 MB überschreiten, WeTransfer o.ä. verwenden.)
  • Teilnahmeformular, ausgefüllt und unterschrieben (siehe folgende Seite)
  • Kurzbiografie von ca. 900–1.800 Zeichen
  • Ein kurzer Text zur Komposition im Umfang von ca. 400–4.000 Zeichen. Sowie für die spätere Kommunikation des Festivals nach Möglichkeit bitte auch gleich ein
  • Foto der Komponistin / des Komponisten, 300 DPI, Bildunterschrift und Credits / Copyright / Quellenangaben, ggf. Jahr, honorar- und rechtefrei zur Veröffentlichung für Presse und auf den Medien von Wien Modern,

Weitere Teilnahmebedingungen

Die Komponistinnen und Komponisten der ausgewählten Werke sind ausdrücklich damit einverstanden, dass die Uraufführung der ausgewählten Werke in Form von Audio- und Videoaufnahmen aufgezeichnet wird. Diese Aufzeichnungen dürfen durch die Komponistinnen und Komponisten sowie durch die am Wettbewerb beteiligten Institutionen zu Promotion- und Dokumentationszwecken unentgeltlich genutzt werden.

Mit der Teilnahme bestätigen die Komponistinnen und Komponisten, dass die ausgewählten Werke bislang unaufgeführt sind und bis zur geplanten Uraufführung im November 2020 im Rahmen des Festivals Wien Modern nicht anderweitig aufgeführt werden. Sie bestätigen ebenfalls, dass die eingereichten Werke ihr alleiniges geistiges Eigentum sind und keine Rechte Dritter der Aufführung im Rahmen des Wettbewerbs entgegenstehen.

Die Komponistinnen und Komponisten der ausgewählten Werke sind nach Möglichkeit damit einverstanden, bei Proben und Uraufführung in Wien im November 2020 anwesend zu sein. Das Festival stellt den ausgewählten Komponistinnen und Komponisten ggf. eine Beteiligung an Reise- und Übernachtungskosten, einen Festivalkatalog sowie Freikarten für diese und weitere Veranstaltungen zur Verfügung.

Kontakt

Wien Modern
Philipp Forthuber
Tel.: +43 1 24200-327 (montags und donnerstags)
forthuber@wienmodern.at

Links:
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