Bild Buenoventura
Buenoventura (c) Klaus Pichler

BUENOVENTURA – „Crude Vacation“

Hinter BUENOVENTURA verbirgt sich niemand geringerer als BERNHARD HAMMER, seines Zeichens ein Drittel des österreichischen Erfolgstrios ELEKTRO GUZZI. Mit „Crude Vacation“ (Hezekina Pollutina Records) legt der Wiener Elektroniker nun in Form einer EP sein Debüt vor. Und wie man es  eigentlich erwarten konnte, spielt Techno auch in seinem Soloprojekt eine Rolle. Nur eben eine ganz andere.

Bernhard Hammer, der bei seiner Hauptband die Rolle des experimentierfreudigen Gitarristen innehat, zeigt sich auf  „Crude Vacation“ als ein Soundtüftler, der sich definitiv sein eigenes musikalisches Feld abstecken will. Wie bei Elektro Guzzi bringt der Wiener auch als Buenoventura die technoide Form der elektronischen Tanzmusik zum Erklingen. Und da hören sich die Parallelen dann auch schon auf, denn Bernhard Hammer geht als Soloartist deutlich verspielter und stilistischer offener an die Sache heran, als man es von ihm sonst gewohnt ist. Der Techno bildet zwar auch bei Buenoventura die Grundlage, von der alles musikalische Geschehen ausgeht – sprich, die insgesamt drei Tracks plus einem Remix sind alle durch einen geradlinigen, treibenden und basslistigen Beat definiert -, aber es ist die mit vielen kleinen Details ausgeschmückte Klangkulisse, die den eigentlichen Ton angibt.

Ein Rhythmus, der packt

Cover "Crude Vacations"
Cover “Crude Vacations”

Das auch mit ganz, ganz leichten Einsprengseln aus dem Pop dezent versetzte Soundgewand, in das der unkonventionell agierende Bernhard Hammer seine vielschichtigen Nummern hüllt, ist ein in warmen und zugleich sehr reduzierten Klangfarben schimmerndes. Ausufernd lässt es der Wiener eigentlich in keinem Moment werden. Die musikalische Linie auf „Crude Vacation“ zeichnet sich über weite und stimmungsvoll aufgeladene  Spannungsbögen durchgehend gleich und entwickelt mit Fortdauer – und das ist das besonders Schöne an der ganzen Sache – eine fast schon hypnotische Wirkung. Die Tracks wirken mit Fortdauer wie ein unsichtbarer Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Je tiefer man in das atmosphärisch dichte musikalische Geschehen eintaucht, desto mehr wird man auch vom Rhythmus gepackt und zum Tanzen verleitet.

Bernhard Hammer gelingt es auf „Crude Vacation“ in richtig lässiger Manier, der Monotonie des Techno Leben einzuhauchen und ihr eine große musikalische Vielfalt zu verleihen. Eine wirklich spannende und viel zu schnell zu Ende gehende EP, die auf alle Fälle Lust auf mehr macht.

Michael Ternai

“Crude Vacations” erscheint am 23. Mai.

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Hezekina Pollutina Records