
Bernhard Gál ist ein vielbeschäftigter Mann. Er ist Komponist, Musikwissenschaftler, Labelbetreiber (Gromoga Records), Festivalkurator (shut up and listen!), Vereinsleiter der österreichischen Kulturinitiative „sp ce” sowie Musiker. In seiner noch jungen Karriere zeigt sich der 1971 in Wien geborene, vorwiegend transdisziplinär arbeitende Künstler für etwa 50 intermedialen Installationen und Medienkunstprojekten verantwortlich. Dass der bereits mehrfach ausgezeichnete 38-Jährige inzwischen auch international hohes Renommee geniest, zeigen seine zahlreichen Konzerte, Ausstellungen und Klanginstallationen in Asien, Europa und Nord- und Südamerika.
In seinen elektroakustischen Arbeiten steht seit je her die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Klang im Mittelpunkt. Mit der Akribie eines Wissenschaftlers forscht der Bernhard Gál nach dessen Eigenschaften und Eigenheiten, nach Methoden Töne neu entstehen zu lassen, nach Möglichkeiten diese zu bearbeiten und zu verfremden, um sie schließlich in einem neuen interdisziplinären Kontext entstehen zu lassen.

Als Basis für „same difference“ dienen vorwiegend Klänge chinesischer Instrumente, die von Bernhard Gál bearbeitet mit westlichen Avantgarde-Konzepten eine Verbindung eingehen. Herauskommen dabei höchst interessante farbenfrohe Klangmalereien, die in ihrer Form unmöglich einer bestimmten musikalischen Kategorie zuzuordnen sind, sondern vielmehr für sich alleine stehen. Es ist besonders der Gegensatz zwischen den verspielten, oft klischeebeladenen Klangfarben der fernöstlichen Instrumente und einer elektronisch generierten unterkühlten Atmosphäre, welche den Reiz dieser CD ausmacht. Ein Spagat, der in diesem Fall mehr als gelungen ist.(mt)
Foto Bernhard Gál © Christian Prasser