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aNNika (c) Michael Preston 750

aNNika – „LUV“

Durch Geschichten von tanzenden Tigern, straßenmusizierenden Piraten, tödlichen Wahlergebnissen und 29 Knochenbrüchen zieht sich ein strammes Seemannsgarn des musikalischen Geschicks, welches das neue Album der Wiener Singersongwriterin aNNika fest zusammenhält und zu einem wahren Fundus melodischer Fantasiewelten macht.

aNNika schafft es in ihrem neuen Album „LUV“, das fast 5 Jahre nach ihrem Debütalbum bei Kleio Records erschienen ist, die Kunst des Geschichtenerzählens in einem klangvollen Musikkontext zu bringen und dabei nie die ihren musikalischen Anspruch zu vernachlässigen. „LUV“ entführt den Hörer wortwörtlich in die Tiefen der See und die Höhen der Lebenslust. Die naturelementarischen Symbole spiegeln sich im Wasser der Melancholie wieder, verlieren sich aber nicht darin. aNNika verzaubert mit ihrer verspielt kraftvollen Stimme und die verträumten, eindringlichen Melodien erinnern nicht zuletzt an die Tonkunst die man aus Werken wie denen von Sufjan Stevens kennt.

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aNNika (c) Aljoscha Wuzella

DOWN THE RABBIT HOLE

Von kraftvoller Festivalstimmung und hymnenartiger Euphorie wie bei „Still“ und experimentierfreudigen Esprit wie bei „Elsa“ in französischer Sprache, ist für alle Nuancen der menschlichen und musikalischen Gemütsbewegung eine Reise geplant. Durch das Einbringen von komödienartigen Elementen und ausgeklügelten, fantasievollen Lyrics schafft es aNNika die Hörer*innen bis zum Schluss zu unterhalten.

Der Zuneigung zum unermesslichen Heimatgefühl und seinen Facetten hat aNNika gleich zwei Songs gewidmet. Mit der gleichnamigen Ode an „Wien“ und die Hauptstadt Südtirols („Sleeping Beauty Bolzano“) wird eine Klanglandschaft entfesselt, die an das unverkennbare Gemeinsamkeitsgefühl der Klänge von Of Monsters and Men erinnert.

„The sails are set and I am ready to float”

Man wird das Gefühl nicht los, mit jedem Song tiefer in den Kaninchenbau zu fallen. aNNika zeichnet ein deskriptives Klangbild, das die musikalische Reise so lebendig und dynamisch gestaltet, dass der letzte Song mit einer ähnlichen Bedrücktheit verbunden ist, wie die letzte Seite eines mitreißenden Romans. Die Wienerin hat eine wahrhaftige Musik-Schatztruhe kreiert, in der jeder Song einzeln funktioniert, aber am besten konsekutiv genossen wird.
Lasst Euch also mitreißen in die metaphorischen Tiefen der See und lasst tanzen mit Tigern und Krakauer Rittern – alles ist möglich in „LUV“.

Regina Fisch

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Kleio Records