Angelika Hagen & Andi Schreiber (c) Pilo Pichler

ANGELIKA HAGEN/ANDI SCHREIBER – “Paris Zakros Sunrise”

Den gediegenen Klang zweier Violinen voller herzergreifender Poesie und großer musikalischer Vielfalt – genau einen solchen bringen ANGELIKA HAGEN und ANDI SCHREIBER auf ihrem Album „Paris Zakros Sunrise“ (Listen Closely) zu Gehör.

Nun, eines kann man über dieses Album definitiv sagen: Es ist ein ungemein stimmungsvolles musikalisches Ereignis geworden, eines, das die Hörerschaft wirklich ab dem ersten Ton an auf magische Weise in den Bann zieht und eindringlich zu fesseln weiß. Angelika Hagen (Violine) und Andi Schreiber (Violine) betätigen sich in ihren Stücken als Klangmaler, die die klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente in wirklich aufregender Weise bis an die Grenzen austesten. Musikalisch gemütlich gemacht hat es sich das Duo irgendwo zwischen Klassik, Jazz, Improvisation und diversen Formen der Folkmusik, sprich: Es geht in den Stücken überaus wechselhaft, vielschichtig und auch experimentell zu.

Eine musikalische Reise an ferne Orte

Die Melodien, Harmonien und Rhythmen, die Angelika Hagen [ehemals Hagen Quartett; Anm.] und Andi Schreiber – der einst als Rockmusiker begann – zu Gehör bringen, haben etwas sehr Geheimnisvolles an sich, sie haben eine seltsam mystische, gleichzeitig aber auch eine eindringlich sanfte und lyrische Note.

Lauscht man sich durch die Stücke der beiden, ist es fast so, als befände man sich auf einer ereignisreichen Reise, deren Ziel gänzlich unbekannt ist. Man macht halt an fernen Orten, es malen sich unweigerlich Bilder weiter und verlassener Ebenen, in denen der Wind seit Ewigkeiten den Staub aufwirbelt und den Ablauf der Zeit bestimmt, in die Gedanken. Dann plötzlich findet man sich inmitten einer ausgelassenen Feier wieder, um von dieser wieder ganz woandershin zu gelangen.

Der musikalische Bogen, den Angelika Hagen und Andi Schreiber auf sehr kunstvolle Art spannen, reicht von wunderbar reduzierten, leisen und verträumten Momenten bis hin zu immer wiederkehrenden wilden und schräg anmutenden Klangausbrüchen. Dazwischen geht es mal leichtfüßiger, mal melancholischer und dunkler zu. Auch wird der gediegene Ton in schönster stimmungsvoller Weise angeschlagen.

Es ist ein echtes Erlebnis, sich durch „Paris Zakros Sunrise“ zu hören, eines, das wirklich in einem hohen Maße die Fantasie anregt. Angelika Hagen und Andi Schreiber zeigen sich auf ihrem Album als Geschichtenerzähler, denen es auf eine wunderbare Art gelingt, mit ihrer Musik ganz tief unter die Haut zu gehen.

Michael Ternai

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