Bild Andyman
Andyman (c) Sabine Prötsch

ANDYMAN – „NIX UNGWENDLICHS NET“

Das oberösterreichische Duo ANDYMAN veröffentlichte Ende letzten Jahres sein Debüt und konnte trotz der aktuell schwierigen Lage bereits einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dies hat nicht zuletzt auch mit der wunderbar originellen, lyrischen Ebene der vorgetragenen „Lieder und musikalischen Geschichten“ zu tun.

Cover Nix ungwendlichs net
Cover “Nix Ungwendlichs net”

Andreas „Andyman“ Kurz (Gesang) und Andreas „Andyman“ Haidecker (Gesang/Gitarre) spielen bereits seit über 15 Jahren gemeinsam als Duo und widmeten sich anfangs vor allem Kabarett-Liedern von Größen wie Gerhard Bronner, Helmut Qualtinger und André Heller, sowie amerikanischen Jazzstandards, welche sie ins Oberösterreichische übersetzten. 2011 wurde diese Zusammenarbeit jedoch pausiert, da Andyman Kurz bis 2018 als Dozent für Literatur und deutschen Sprache in Ungarn, China und Russland unterwegs war. Nach seiner Rückkehr in die Heimat nahmen die beiden gebürtigen Oberösterreicher ihre gemeinsame musikalische Tätigkeit wieder auf. Jetzt präsentieren sie uns ein überaus erfrischendes Debütalbum voll Wiener Charme.

UNGEWÖHNLICH GUT

Andyman ist wohl das aufstrebende Duo im Genre des Dialekt-Songwritings. Nach dem ersten Hören von „Nix Ungwendlichs net“ (NonFood Factory) wird auch schnell klar warum. Die beiden verbreiten eine derart intime, leichtfüßige Stimmung, dass man glauben möchte, beim Heurigen, mit einem Glaserl Wein zu sitzen, während sie nur für einen selbst spielen. Das reduzierte Arrangement, Haideckers Gitarrenspiel und die Stimmen der beiden Andymen, unterstützen dieses authentische Flair ungemein. Besonders originell und auch tragend ist die lyrische Ebene, sowie die Darbietung dieser. Das Duo bezeichnet sich nicht umsonst auch selbst als musikalische Geschichtenerzähler. Diese Erzählungen bewegen sich zwischen Wiener Morbidität, Schmäh und – obwohl man Politisches eigentlich auslassen wollte – dem politischen Spottlied. Auch Haideckers Gitarrenspiel orientiert sich an verschiedenen Facetten des Wienerlieds, sowie an volkstümlichen Klängen, Soul, und auch einer Prise Blues. Das Ganze wirkt im positivsten Sinne wunderbar homogen und abwechslungsreich zugleich, was in dieser Qualität nur sehr selten gelingt.

„Nix ungwendlichs net“ ist wirklich extrem gelungen und wird noch zahlreiche Musikfans begeistern können. Man kann nur hoffen das Album bald auch wieder live erleben zu können!

Alexander Kochman

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NonFood Factory