ANDY MANNDORFF – „Pandora“

ANDY MANNDORFF macht mit seinem neuen Album „Pandora“ (Cracked Anegg) seinem Ruf, einer der vielseitigsten und aufregendsten Jazzgitarristen des Landes zu sein, einmal mehr auf umwerfende Art alle Ehre.

Wer mit dem bisherigen Schaffen von Andy Manndorff vertraut ist, weiß, dass es sich hier um einen Musiker mit mehreren Gesichtern handelt. Einengendes Denken in Fragen der stilistischen Ausrichtung ist ihm fremd, er ist jemand, der es sich viel lieber zwischen den verschiedenen musikalischen Stühlen gemütlich macht und je nach Projekt ein anderes klangliches Ziel verfolgt. Man hat ihn schon als experimentierfreudigen Freigeist mit einer großen Liebe zur Improvisation erlebt, als kammermusikalischen Komponisten, als melodieorientierten Songschreiber und als famosen Jazzrocker. Auf seinem neuen Album „Pandora“ versucht sich der gebürtige Wiener nur mit seiner Akustikgitarre allein. Und das auf eine Art, die einen wirklich einfach und in höchstem Maße beeindruckt.

Ein weites Spektrum des musikalischen Ausdrucks

Es ist einfach wirklich erstaunlich, was alles Andy Manndorff mit seinem uneitlen und klaren Spiel seinem Instrument entlockt. Anders als man es vielleicht vermuten könnte, sind es aber nicht nur ausschließlich die leisen Töne, die er zu Gehör bringt. Nein, das Spektrum seines musikalischen Ausdrucks zeigt sich als ein sehr, sehr weit gefasstes. Natürlich erklingt in den Nummern auch Ruhiges und mehr lyrisch Angehauchtes, aber nicht nur. Der Wiener Gitarrist lässt es auch jazzeln und grooven, hin und wieder sogar rockig oder bluesig werden. Dann wieder verschlägt es ihn mehr in klassische Umgebungen. Es sind immer wieder andere Akzente, die er setzt.

Andy Manndorff nutzt die frei werdenden Räume zwischen vielen Melodien und Tönen, die sich aufgrund der Solokonstellation ergeben, perfekt aus. Er erfüllt diese mit Leben, er bringt sie zum Schwingen und generiert auf diesem Wege eine Palette unterschiedlichster Stimmungen. Man wird ebenso mit sanfter Hand durch die Stücke geführt wie auch auf lässig swingende und elegant tänzelnde Weise, man darf sich schon auch einmal der Melancholie ergeben wie auch nur einfach verträumt verharren.

„Pandora“ ist ein Album geworden, das Bilder im Kopf der HörerInnen entstehen lässt und Gefühle in hohem Grade anspricht. Andy Manndorff liefert einmal mehr den Beweis, dass es keines großen Orchesters bedarf, um klanglich etwas Großes und Weites zu schaffen. Ein wirklich gelungenes und schönes musikalisches Statement, das der Wiener Gitarrist hier abliefert.

Präsentieren wird Andy Manndorff “Pandora” am 12. Dezember im Wiener Porgy & Bess.

Michael Ternai

 

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