Amere Meander – to lead astray

Zwei Jahre nachdem Amere Meander mit  „Impressions“ auf ihrer Debüt-EP (!!!) einen Fm4 Hit produzierten, der sie auch gleich mal auf die Fm4 Soundselection brachte, stellen sie nun ihr Erstlingswerk „to lead astray“ (Problembär Records/Seayou Records/VÖ: 11.10.2013) vor. Produziert wurde das Album von niemand geringerem als Patrick Pulsinger, der sich neben seiner Tätigkeit als DJ unter anderem auch schon für die Produktionen von Bauchklang oder Killed By 9V Batteries verantwortlich zeichnete.

In den zwei Jahren seit ihrer letzten Veröffentlichung haben die drei jungen Musiker eine durchaus beachtliche Entwicklung durchgemacht. Die Arrangements auf „to lead astray“ sind um einiges raffinierter als noch auf der Vorgänger EP. Allerdings auch nachdenklicher und melancholischer. Standard 08/15 Electropop klingt auf jeden Fall anders. Überhaupt ist es schwer Amere Meander zu klassifizieren, da sie scheinbar mühelos zwischen poppigeren und Elektronic-lastigen Songs hin und her wechseln.

Schon die ersten zwei Nummern dürfen als eindeutiges Statement über den neuen Sound der Band verstanden werden. Düster und reduziert mischen sich verzerrte Gitarrenklänge zu sehr sphärischen elektronischen Soundteppichen. Für die erste Singleauskopplung kehrt man allerdings noch zu einem „Impressions“ (Das übrigens als Album Version auf „ to lead astray“ vertreten ist“) nicht unähnlichem Klangkonzept zurück.

Dass das nicht wirklich repräsentativ für das restliche Album ist, wird sich wahrscheinlich auch durch die folgenden Single Auskoppelungen zeigen. Vor allem auf die geplante zweite „Something I Am Not“ darf man gespannt sein. Recht viel besser klingt Electropop in Österreich selten; gut Vorstellbar, dass die drei mit diesem Album auch jenseits der Grenze reüssieren werden. Es lohnt sich das Album bis zum Schluss zu hören, die Juwelen sind nämlich eindeutig bei den letzten Tracks versteckt.

Vielleicht war es die jahrelange Soundtüftelei, vielleicht war es der Input von Patrick Pulsinger, auf jeden Fall sind diese richtig feine elektronische Nummern geworden, ohne ganz auf analoge Sounds zu verzichten. Übergänge von akustischen zu elektronischen Teilen gelingen makellos. Ein richtig stimmiges Finale für ein gelungenes Album. Bleibt nicht viel anderes übrig, als Problembär Records zu ihrem Signing zu gratulieren und eine befruchtende Zusammenarbeit zu wünschen! Live wird das Album übrigens zum ersten Mal am 11.10 im Rhiz zu hören sein.
Jakob Lindsberger

 

Fotos: Amere Meander

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