Alp Bora zu Gast im Porgy

Ein Musikabend zwischen Okzident und Orient steht am 22. Februar im Wiener Porgy & Bess auf dem Programm. Zu Gast ist mit dem türkisch-österreichischen Musiker und Sänger Alp Bora ein Künstler, der sich in beiden Kulturkreisen beheimatet fühlt. Zur Aufführung bringt er einmal mehr sein vielbeachtetes Programm „Amber“, in dem er in die Rolle eines Brückenbauers zwischen den Musiktraditionen schlüpft. Unterstützt wird er diesmal von Julia Pichler (Violine), Lukas Lauermann (Cello) und Soner Tezcan (Perkussion).

Alp Bora wurde im europäischen Istanbul geboren. Aufgewachsen ist er im anatolischen Ankara und im orientalischen Bagdad. Seine musikalische Heimat hat der Sänger und Gitarrist allerdings in Wien gefunden. Hierzulande bekannt geworden ist er vor allem mit seiner Band Nim Sofyan, mit der er in den vergangenen Jahren landauf und landab gereist ist und nahezu jeden Club bespielt hat.

Die Musik von Alp Bora steht, in wenigen Worten zusammengefasst, für eine enorme kulturelle Vielfalt. Die Art und Weise wie der Sänger und Musiker unterschiedliche klangliche Traditionen und Ansätze zu verschmelzen weiß, ringt einem schlicht Bewunderung ab. Scheuklappendenken oder Berührungsängste sind ihm vollkommen fremd. Vielmehr regieren Offenheit, Improvisationsgeist, Experimentierfreude und ein hohes Maß an Spielwitz.

Alp Bora sieht sich gleichzeitig aber auch als Bewahrer und Botschafter der anatolischen Kultur, schöpft er doch viel Inspiration aus dem traditionellen levantinischen Liedgut seiner Heimat. Dieses hebt er aus seinem ursprünglichen Kontext und transportiert es in die heutige Zeit. Trotz der Übersetzung in eine etwas modernere Klangsprache verlieren die traditionellen Stücke nichts von ihrer zauberhaften Kraft und Ursprünglichkeit.

Der gebürtige Türke reduziert seine Musik auf das Wesentliche, auf das Gefühl, welche die Melodien versprühen sollten. Mit seiner verführerisch purpurnen Oriental-Soul-Stimme löst er die HörerInnen gefühlvoll von Zeit und Raum, um sie dann durch eine orientalische Welt voller Helden, Mythen und Legenden zu führen. Auf seiner CD Amber gibt Alp Bora einen großartigen Einblick in die kleinen Volkslieder, die man in Anatolien schon als Kind von Mutter und Großmutter fast täglich zu hören bekam.(mt)