Bild Alexander J. Eberhard
Alexander J. Eberhard (c) Igor Ripak

ALEXANDER J. EBERHARD – „P.A. CAT“

Es ist der doch etwas andere Klang, mit dem ALEXANDER J. EBERHARD auf seinem Album „P.A. CAT“ (einklang records) die Hörerschaft konfrontiert. Quasi mit den herkömmlichen musikalischen brechend, sind es vielmehr faszinierende avantgardistische Klanggeschichten und Soundcollagen, als irgendwelche Stücke klassischen Formats, die er ertönen lässt.

Eines vorweg: Die Frage nach der stilistischen Verortung der Musik des aus Kärnten stammenden Musikers und Komponisten kann man sich eigentlich sparen, denn dafür sind die Einflüsse, die eine Rolle spielen und dem Geschehen seine Form geben, in ihrer Summe einfach viel zu viele. Alexander J. Eberhard ist ein Künstler, der sich vorwiegend in den undefinierbaren Stil-Zwischen-Räumen bewegt. Der Sound, den der experimentierfreudige musikalische Freigeist praktiziert und auch auf seinem neuen Album zu Gehör bringt, nährt sich aus Unterschiedlichstem: aus der Neuen Musik, dem Jazz, der Popularmusik, Elektronik, Klangkunst, Kammermusik und Klassik. Und genau diese vielschichtige Uneindeutigkeit ist es auch, aus der  sich die besondere Spannung seines facettenreichen Musikentwurfs herausbildet.

Ein besonders Klangerlebnis

Cover "P.A. CAT"
Cover “P.A. CAT”

Alexander J. Eberhard folgt meist dem Gefühl und meidet das allzu Theoretische und Sperrige. Er gibt jedem einzelnen Ton, jedem Geräusch, Klang und Sample durch seine kunstvollen Verfremdungen und Bearbeitungen eine Bedeutung, einen Sinn. Er lässt sie schwingen, knarzen, übersteuern, warme und kalte Farben annehmen, er verwandelt sie genauso in schönste feingliedrige Melodien, wie in dissonanteste Lärmausbrüche oder abstrakte Rhythmuskonstruktionen. Die Nummern des Kärntners folgen ihren ganz eigenen Regeln: Sie entwickeln sich in offenen Strukturen über weite Bögen und Wechsel, immens verdichtete,  komplett reduzierte und minimalistische Zustände, sowie über solche, die unweigerlich Assoziationen zu mysteriösen, geheimnisvollen, futuristischen, schönen wie auch dunklen Orten auslösen und Bilder in die Köpfe pflanzen.

„P.A. CAT“ ist ein faszinierender Blick über den Tellerrand des gewöhnlich Musikalischen hinaus, eine kunstvolle und spannungsgeladene Auseinandersetzung mit den Phänomenen des Klangs. Alexander J. Eberhard liefert schlicht und einfach einen  Soundtrack ab, der fesselt, fordert und in den Bann zieht. Ganz stark.

Michael Ternai

Links:
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