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Abor & Tynna (c) Risa Lin Kim

ABOR & TYNNA – „Anti Ally“

Das junge Duo ABOR & TYNNA ist in einem höchst musikalischen Umfeld aufgewachsen. Die Geschwister haben nicht nur schon von klein auf Musikunterricht bekommen, sie sind auch die Kinder eines Cellisten der WIENER PHILHARMONIKER. Mit ihrer Kollaboration schlagen ATTILA und TÜNDE BORNEMISZA allerdings genretechnisch ganz andere Wege ein als ihr Vater. Sie fühlen sich eher in der elektronischen Musik wohl statt der Klassik. Die Single „Anti Ally“ ist ihre neueste Veröffentlichung und zeigt trotz der jungen Jahre der Künstler*innen ein hohes Maß an Talent und Professionalität.

Attila und Tünde wurden von ihren Eltern musikalisch sehr gefördert und waren auch ständig von Musik umgeben. „Unser Vater hat immer sehr viel zu Hause geübt“, meinte Attila. Vielleicht erklärt das, warum er sich für Cello-Unterricht entschied, statt wie seine Schwester ein anderes Instrument zu wählen. Dafür erwartete der Vater offenbar sehr viel von seinem Sohn: „Papa war immer strenger als mein Cello-Lehrer!“ Tünde bekam stattdessen Querflöten-Unterricht. Auch wenn sich Tünde und Attila in ihrem eigenen Schaffen für elektronische Musik entschieden, profitieren sie stark von der klassischen Musikausbildung. „Musiktheorie, Notenlesen – alles, was wir gelernt haben, hilft uns jetzt enorm bei der Musikproduktion“, gibt Tünde zu. Ist der Vater traurig darüber, dass sich seine Kinder von der Klassik abgewandt haben? „Nein, überhaupt nicht. Unsere Eltern unterstützen uns sehr. Unsere Mutter bezeichnet sich zum Beispiel als ‚Number-1-Fan‘!“, schmunzeln Attila und Tünde. Tatsächlich verdanken die Geschwister einiges ihrer Mutter. So war sie es, die ein Video ihrer Kinder von deren erster gemeinsamer Aufnahme auf ihrem Facebook-Profil veröffentlichte. Dadurch wurde ein Produzent aufmerksam und kontaktierte das Duo.

Bevor die Geschwister musikalisch kollaborierten, begann Attila allein, sich der elektronischen Musik anzunähern. Zu dieser Zeit gingen seine Produktionen eher in Richtung Future House und EDM. Die Arbeit mit seiner Schwester bevorzugt Attila allerdings. „Mein Part hat sich durch die Vocals von Tünde vereinfacht“, meinte er, fügte aber hinzu, dass nun die Bearbeitung des Gesangs eine neue Herausforderung ist. Das Zusammenleben im Haus der Eltern hilft dem kreativen Schaffungsprozess des Duos enorm. Dieser verläuft jedoch immer anders, manchmal klopft Tünde bei ihrem Bruder an die Tür und präsentiert eine Idee für ein neues Lied, manchmal ist es umgekehrt. Bei dem 2019 erschienenen Song „Pasiphae“ spielte beispielsweise Attila seiner Schwester den Track vor, zu dem Tünde dann die Singmelodie komponierte und den Text schrieb: „Der Song klang so episch, ich musste sofort an die dramatischen Geschichten der griechischen Mythologie denken – deshalb der Titel ‚Pasiphae‘!“

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Tynna (c) Risa Lin Kim

Inspirieren lässt sich Tünde von ihrer gesamten Umgebung, seien es TV-Serien, Natur oder eigene Erlebnisse. Lana del Rey und Billie Eilish zählen zu ihren musikalischen Vorbildern – vor allem der Einfluss Letzterer ist hörbar in Tündes Musik. Doch Tünde ist nicht nur für Text und Stimme verantwortlich, zuletzt hat sie auch das gesamte Konzept zum Musikvideo von „Anti Ally“, der neuesten Produktion, selbst erstellt. Story, Kostüme und Schauplätze wurden von ihr allein ausgedacht.

In dem Werk verarbeitet Tünde ihr letztes Schuljahr, welches eine sehr persönlichkeitsbildende Zeit für sie repräsentiert. In diesem Jahr ist viel in ihrem Leben passiert, nicht nur der Schulabschluss, der sich ja oft als eine schwierige Zeit im Leben eines jungen Menschen erweist, sondern auch auf persönlicher Ebene. Verrat und Verwirrung sind die Hauptthemen des Songs, der zwei ambivalente Persönlichkeiten, die in einem Menschen gegeneinander kämpfen, darstellt. Diese Ambivalenz findet sich auch im Musikvideo wieder, in dem sich Tünde gekonnt einerseits als unschuldiges Mädchen, andererseits als Rachegöttin in schwarzem Leder inszeniert.

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Abor & Tynna (c) Risa Lin Kim

Die hohen Klick- und Streamingzahlen auf Spotify, YouTube und Co. lassen sich nicht nur durch das große Talent der Geschwister erklären, sondern auch dadurch, dass sie es geschafft haben, auf der Videoplattform TikTok über 600.000 Views für eines ihrer Videos zu bekommen. Tatsächlich war dieser Schritt allerdings geplant und kalkuliert – besagtes Video ist auch kein simples Handyvideo, sondern wurde von Attila professionell geschnitten und bearbeitet.

Man muss nicht mehr lange bis zum nächsten Release warten: Mitte November veröffentlicht das Duo schon ihre nächste Single.

Itta Ivellio-Vellin

 

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