5KHD (c) Astrid Knie

5K HD – „What If I“

Man könnte sie wohl eine Supergroup nennen, aber irgendwie passt das nicht ganz zu ihnen und der Musik, die sie machen. 5K HD heißt die brandneue Combo, die aus niemand Geringerem als MIRA LU KOVACS und dem Quartett KOMPOST 3 besteht. Gemeinsam werkeln sie an einem Album, aber vorher noch schnell eine Single: „What If I“.

Es ist ein Lied, das die Grenzen der Popmusik austestet, so viel kann man schon einmal sagen. Aber um wirklich zu verstehen, wie es zu diesem Song gekommen ist, muss man dann doch die Protagonistin und die Protagonisten kennenlernen. Mira Lu Kovacs ist Herz und Kopf der Gruppe Schmieds Puls, die sie 2013 mit zwei Freunden gegründet hat. Die Musik selbst hatte sie schon als Kind ins Leben gelassen, als sie in einer Fantasiesprache sang und mit ihrem Musiklehrer Alanis Morissette coverte.

Fantastische Stimme und Mut zum Ausprobieren

Und auch wenn man die Lieder von Schmieds Puls als eine Art Popmusik bezeichnen könnte, stimmt das nicht ganz. Es ist eine Mischung aus Jazz, Folk und eben auch Pop. Aber da sind noch mehrere Strömungen, die sicherlich von Kovacs’ früheren musikalischen Entdeckungen herrühren. Auf dem Debütalbum von Schmieds Puls „Play Dead“ kann man etwa Anleihen an irischen Folk heraushören. Mira Lu Kovacs’ Stimme ist außergewöhnlich und würde wahrscheinlich mit jeder Musik harmonieren, die man ihr vorsetzt.

Trotzdem sind es vor allem die melancholischen Melodien, die es der Niederösterreicherin angetan haben. Und deswegen passt es auch so gut, dass „What If I“ eine ganz eigene, aber durchaus düstere Stimmung zutage bringt. Die Musiker von Kompost 3 haben da also eine sehr gute Basis mit der Sängerin gefunden. Sogar der Name 5K HD passt in seiner modernen Schnörkellosigkeit perfekt zur gemeinsamen Musik.

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Unter sich, also als Kompost 3, haben die vier Künstler ganz andere Töne drauf. 2009 fanden sie in einer WG im 3. Wiener Gemeindebezirk zusammen, deshalb auch Kompost 3. Sie beschlossen, andere Musik zu machen, Musik, die ihnen gefällt und nicht den Ansprüchen anderer gerecht werden soll. Kein Wunder also, dass sie sich dem modernen Jazz verschrieben haben. Und das sehr erfolgreich: Mit „Laub Records“ gründeten sie ihr eigenes Label und gewannen den Bremer Jazzpreis und den BAWAG P.S.K. Next Generation Jazz Award.

Mit Mira Lu Kovacs machten sie immer wieder gemeinsame Sache. Lieder wie „Mute“ und „Anthem“ haben schon gezeigt, dass aus der Kombination aus Stimme und freiheitsliebender Musik etwas Großes werden kann. Und „What If I“ bringt das Bemühen auf den Punkt. Der Song lebt von seiner ungewöhnlichen Struktur, die zuerst von klaren, crispen Beats getragen wird, um dann in einer noiselastigen Explosion zu münden. Kovacs‘ Stimme gleicht einem Trompetensolo, das versucht, zwischen all dem wunderschönen Krach seinen Weg zu den Zuhörenden zu bahnen.

Der Song ist ein kleines Juwel, das nach jedem Mal Hören immer besser wird. Man kann also nur hoffen, dass erst noch ein paar Juwelen ausgestreut werden, bis die Schmuckschatulle – sprich das Album – im August veröffentlicht wird.

Anne-Marie Darok

Links:
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Seayou Records