5KHD (c) Astrid Knie

5K HD – „And To In A“

Der Titel des Albums ist so geheimnisvoll, so mysteriös wie die Musik der Band selbst: Endlich ist das Album von 5K HD da! Endlich hat das Songjuwel „What If I“ ein großes Schwesterchen bekommen – oder besser gesagt: Die erste offizielle Single der Band wurde unter die Fittiche eines musikalischen Gerüsts genommen, das einfach nur toll ist. 

Eigentlich sollte der Einleitungstext eines Artikels nicht schon verraten, was die Konklusion ist. Also in diesem Fall, dass das Album „And To In A“ richtig gut ist. Aber warum soll man Spielchen spielen? Warum sollte man etwas verheimlichen, was ein geschultes Ohr nach einmaligem Hören schon selbst erkennen kann? Man sieht, falsche Geheimhaltungen würden der Band 5K HD nicht gerecht werden.

Jazzige Klänge treffen auf eine gläserne Stimme

Cover “And To In A”

Diese Supergroup, die zu dieser Bezeichnung nicht ganz passen möchte, besteht aus zwei wichtigen Grundelementen: Kompost 3 und Mira Lu Kovacs. Und da hat man schon einen hervorragenden Cocktail. Mit Kompost 3 hat man experimentellen Jazz voller Kreativität und Weitblick. Und dann hat man mit Kovacs noch eine zerbrechliche, starke, eigenwillige und vollends individuell eingesetzte Stimme. Wie kann das schiefgehen?

Kann es nicht, ist es nicht. Das Album startet mit einem Song, den die Jazz-Band und die Sängerin schon vor der Gründung von 5K HD aufgenommen haben. Es ist der perfekte Einstieg in eine Welt, in der jazzige Klänge mit elektronischen Abgründen kollidieren. Es ist eigentlich ein moderner R-’n’-B-Song, wenn man das so ausdrücken möchte. Der gefühlvolle Beat pumpt sich seinen Weg durch den Song. Die Synthie-Klänge erinnern im Entfernten an Blasinstrumente, aber nur weil es keinen besseren Vergleich gibt. Ähnliche Sounds dominieren zum Beispiel „Ted“, einen Song des elektronischen Musikers Clark.

Die zwei Songs bergen auch so gewisse Parallelen: der oben erwähnte groovige Beat, die experimentelle Art des Songs, der trotzdem eine „echte“ Struktur hat, und die verspielte Art, wie zwischen hohen und tiefen Klängen balanciert wird. Und gleich danach zerbricht das
R-’n’-B-Element, wenn „Trouble Boy“ beginnt. Der Song ist irgendwie desorientiert, erzählt seine Geschichte, wird immer wilder und wilder, bis Kovacs mit einer extremen Kopfstimme fast schon Vogelgezwitscher imitiert.

Hier könnte ein Vergleich mit „Devil Mood“ angestellt werden. Das ist ein Song der Band Smoke City, deren Musik von der damals zeitnahen Mischung aus brasilianischen Klängen und Trip-Hop gelebt hat. Und natürlich von Nina Miranda, der britischen Sängerin, die zumindest eine entfernt ähnliche Stimme wie Kovacs hat. Auf „Devil Mood“ verfällt sie am Ende des Liedes ebenfalls in eine Art verzweifeltes, aber kraftvolles Gezwitscher. Beim Anhören der Musik von Smoke City verfällt man recht bald dem Gedanken, dass Nina Miranda und Mira Lu Kovacs auch gern mal zusammenarbeiten könnten.

Das Album ist gut, daran gibt es nichts zu rütteln

Aber zurück zum Thema: Weitere Schmankerl auf „And To In A“ sind sicherlich „Ice Bird“, „Not a Love Song“ und „What If I“. Letzterer ist die erste Single und machte schon damals unmissverständlich klar, dass hier was Großes nachkommen wird. Der Song ist crispy, kontrolliert und modern. „Ice Bird“ erinnert von der Vocal-Melodie her an Feist, wird dann aber ein ziemlich grooviges Stück Musik. Und „Not a Love Song“ haut so richtig rein. Aber nicht mit Gitarren, sondern mit einem unendlich tiefen, dröhnenden Bass, der alles ausfüllt.

An diesem Punkt angekommen, muss es den werten Leserinnen und Lesern klar sein, dass „And To In A“ hier mehr als wärmstens empfohlen wird. Natürlich kann es sein, dass das Album den persönlichen Geschmack einer bzw. eines Zuhörenden nicht trifft, aber ansonsten spricht nichts dagegen, diese Platte in Rotation laufen zu lassen.

Anne-Marie Darok

5K HD live
26.08.  Jazzfestival Saalfelden, Saalfelden (Releaseshow)
06.10. WUK, Wien
07.10. Milla, München DE
09.10. Kantine am Berghain, Berlin DE
10.10. Lichtung, Köln DE
11.10. Häkken, Hamburg DE
12.10. Orpheum, Graz
18.10. Treibhaus, Innsbruck
19.10. Spielboden, Dornbirn
21.10.  ittle Big Beat Studio Live Session, Eschen LI 
25.10. Container 25, Wolfsberg
26.10. Stadtwerkstatt, Linz

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Seayou Records