
Wer die 5/8erl in Ehr`n bereits kennt, der weiß, dass es sich hier um Formation handelt, die sich nicht unbedingt dem traditionellen Musikverständnis hingibt. So richtig lässt sich der Gesamtsound der Truppe in keine Schublade stecken. Es mag vielleicht am jugendlichen Eigensinn der einzelnen Bandmitglieder liegen, an deren ungemein offenen Zugang oder am Fehlen irgendwelcher Berührungsängste, dass hier ein Weg beschritten wird, der sich nicht an herkömmlichen Genredefinitionen orientiert.
Zwar bezieht das Quintett seine Haupt-Einflüsse aus dem breiten und reichhaltigen Fundus des Wiener Liedschatzes, verarbeitet diese aber komplett neu und kreiert damit eine überaus zeitgemäß klingende Version der Wiener Schrammelmusik. So erweitert das Quintett den originären Sound der Stadt um Elemente aus den dem Jazz, dem Blues und dem Soul. Es ist der Versuch einen Schritt weiter zu gehen, das Wienerlied, wie man es kennt, auf die nächsthöhere Ebene zu heben, es mit neuem Leben zu erfüllen.

Einen großen Anteil am Gesamten haben die Texte, die von den beiden Sängern Max Gaier und Bobby Slivovsky im Dialekt dargebracht, fast schon kabarettistische Züge annehmen. Da wird schon, ganz in der Tradition des Wienerlieds, ordentlich gesudert, geschimpft und humorvoll tief in die Wiener Seele hinabgeblickt.
Das besondere an der Musik der 5/8erl ist auch, dass sie am Heurigentisch genauso funktioniert wie auf der Bühne eines großen Konzertsaales. Gelegenheit die neuen Stücke auch live zu sehen, gibt es im Juli im Rahmen des Schrammel.Klang.Festivals in Litschau. (mt)
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