Trouble Over Tokyo live im Radiokulturhaus

Am 19. September präsentiert FM4 im Rahmen seiner Radio-Sessions im Wiener Radiokulturhaus mit Trouble Over Tokyo einen der im Moment vielleicht hoffnungsvollsten Acts der heimischen Singer/Songwriter-Szene. Der in Österreich lebende Brite bringt an diesem Abend begleitet von einem Streichquartett einige brandneue Songs aus seinem im Oktober erscheinenden und von allen Seiten mit Spannung erwarteten Album „The Hurricane" zur Aufführung.

Christopher Taylor ist ein Einzelgänger, der sich von niemandem in seine Arbeit reinreden lässt und seine Alben am liebsten in Eigenregie produziert. Wie eben auch das in Kürze erscheinende Werk „The Hurricane", wobei ihn diesmal befreundete Musiker von Velojet, Garish, sowie der legendäre US-Drummer Darren King tatkräftig unterstützt haben. Beeindruckend ist, mit welcher Leichtigkeit der Künstler in seinen Songs den Spagat zwischen Anspruch auf der einen und Radiotauglichkeit auf der anderen Seite meistert.

„Pyramides“ (Schoenwetter Records) , sein Debütalbum aus dem Jahre 2007, machte den Briten, der bislang in seiner Heimat England leider noch nicht Fuß fassen konnte, zumindest hierzulande mit einem Schlag bekannt. Die wunderbar melancholischen und höchst eigenständig klingenden, stilistisch irgendwo zwischen Electro und Pop angesiedelten Songs, welche von manchen Kritikern in die Nähe von Bands wie Radiohead gerückt worden sind,  stießen auf viel Gegenliebe und wurden auf FM4 und anderen alternativen Radiosendern quasi rauf und runter gespielt.  

Nicht, dass Christopher Taylor mit seinem Ein-Mann-Projekt Trouble Over Tokyo das Rad der Popmusik neu erfindet, die Art und Weise aber, wie er die einzelnen Elemente in seine Stücken zu vereinen vermag, ringt dem/der HörerIn doch großen Respekt ab. Herausragendes Songwriting nennt man das wohl, was Brite hier in Perfektion zelebriert. Das Gefühl für wunderbare Melodien sowie ein ausgeprägtes Musikverständnis ermöglichen es „Toph“ Taylor, seine ganz eigenen Visionen von Musik zu verfolgen.
 
Zudem offenbart sich der Künstler als ein echtes Gesangswunder. Seine tiefe und dunkle Stimme verleiht den Songs, die vorwiegend existentielle Themen wie Angst und Selbstzweifel behandeln, zusätzliche emotionale Tiefe. Die Musik von Trouble Over Tokyo berührt, und das ohne herkömmliche Popklischees zu bedienen.

Bei solch Vorzeichen darf man auf das neue Album „The Hurricane“ mehr als gespannt sein, ist doch zu erwarten, dass dem in Österreich lebenden Briten erneut ein großer Wurf gelingen könnte. (mt)

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