Coverfoto (c) Tina Reiter

SIMONE KOPMAJER – „Good Old Times“

Ein Album, auf dem der Pop der vergangenen Tage in einem neuen Klanggewand zum Erklingen gebracht wird. Die Sängerin SIMONE KOPMAJER verwandelt auf ihrem neuen Album „Good Old Times“ (Lucky Mojo Records) gemeinsam mit ihrer Band Altbekanntes in Neues, und das auf eine wirklich wundervolle Weise.

Spricht man von Simone Kopmajer, so spricht man gleichzeitig von einer der international erfolgreichsten österreichischen Jazz-Interpretinnen der Gegenwart. Nicht viele in ihrem Metier können von sich behaupten, konzerttechnisch bereits fast die ganze Welt bereist zu haben. Es gibt in Europa wohl nur wenige Jazzbühnen, auf denen die aus der Steiermark stammende Sängerin – die in ihrer mittlerweile 15 Jahre andauernden Karriere sage und schreibe elf eigene Alben veröffentlich hat – noch nicht gestanden ist. Darüber hinaus tourte die Künstlerin mit der ausdrucksstarken und feinfühligen Soulstimme auch eifrig und viel durch die USA, durch Japan und auch durch Südostasien, wo sie sich über die Jahre eine große und treue Fangemeinde erspielen konnte.

Klassiker neu interpretiert

Auf ihrem neuen Album „Good Old Times“ begibt sich Simone Kopmajer auf eine Zeitreise durch die jüngere Musikgeschichte, auf der sie sich gemeinsam mit ihrer mit Jean-Paul Bourelly (Gitarre), Paul Urbanek (Piano, Keyboards), Jamaaladeen Tacuma (Bass), Reinhardt Winkler (Schlagzeug) und Margarete Deppe (Cello) hochklassig besetzten Band auf spannungsgeladene Art durch einige der großen Jazz- und Popklassiker und Hits des letzten Jahrhunderts singt und spielt. Es sind genau solche Nummern, mit denen die 1981 in Schladming geborene Künstlerin aufgewachsen ist und die sie maßgeblich geprägt haben. Nummern wie Van Morrisons „Have I told you lately“, Neil Youngs „Heart of Gold“ oder Bee Gees‘ „First of May“ zeigen auf schöne Weise, woher Simone Kopmajer eigentlich kommt und wo sie ihre musikalischen Wurzeln hat.

Das wirklich Schöne an den Covers ist, dass sich die Beteiligten ihre Freiräume bewahren und es vermeiden, sich allzu stur an den Originalen abzuarbeiten. Genau das Gegenteil ist der Fall. Der Sängerin und ihrer Truppe gelingt es in ihren Bearbeitungen auf wirklich wunderbare Weise, eine eigene Note in die ganze Geschichte hineinzubringen, eine, die aufgrund der stilistischen Breite von Pop über Jazz bis hin zum Soul eine bemerkenswerte musikalische Vielfalt entwickelt. Die Songs gewinnen so neuen Charme, sie erklingen mit einem neuen smoothen Gefühl, das sanft umgarnt, berührt und mit elegantem Klang stimmungsvoll verführt. Mal passiert dies auf leichtfüßige, verzückte Weise, mal auf eine melancholisch angehauchte – dem Ausdruck sind auf „Good Old Times“ keine Grenzen gesetzt.

Simone Kopmajer weiß mit ihrem neuen Album einmal mehr in hohem Maße zu überzeugen. „Good Old Times“ lädt ein, sich einfach zurückzulehnen und den Moment zu genießen. Es macht großen Spaß, die Klassiker der alten Tage in einem neuen, originellen Klanggewand zu hören und sie etwas anders interpretiert präsentiert zu bekommen. Wirklich empfehlenswert.

Michael Ternai

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