Rika präsentieren ihr Erstlingswerk

Nein, über einen Schnellschuss kann man bei diesem Album nicht sprechen. Rika haben sich viel Zeit gelassen (die Band werkt immerhin schon seit 2005 zusammen), haben lange an ihren Songs gefeilt und sie letztlich mit Hilfe von Christian Hölzel (Francis International Airport) in eine Form gebracht, die allen Qualitätskontrollen in Sachen Indierock standhält. Für ein Erstlingswerk klingt „How To Draw A River, Step by Step“ (Goddamn Records) eigentlich schon verdammt reif. Die vom Rock der 90er Jahre beseelten Nummern wirken durchdacht in Szene gesetzt, die Ideen auf eigenständige und abwechslungsreiche Weise verwirklicht. Natascha, Stefan, Richard und X:Chris zeigen Gefühl für Melodien und auch die Fähigkeit diese mit Spannung und viel Atmosphäre aufladen. Kurz: Rika liefern einen wirklich gelungenen und erfrischend unangepassten Indierock-Entwurf ab, der genug Tiefgang besitzt und sich erfreulicherweise von den sonst in diesem Kontext praktizierten Formaten abhebt. Präsentiert wird das Album am 19. Feber im Wiener Fluc.

Gut Ding braucht Weile, so könnte man das Motto der vierköpfigen Band wohl in wenigen Worten zusammenfassen. Zumindest in Bezug auf ihr nun erscheinendes Debüt, dem man anhört, dass sich Rika Mühe gegeben haben, ihre eigene Version des Begriffs Indierock auf den Weg zu bringen. „How To Draw A River, Step by Step“, das auch in den USA über das Label Count Your Lucky Stars erhältlich sein wird, offenbart sich als ein sehr variantenreiches Album. Melancholisch in der Grundstimmung, pendeln sich die Songs zwischen ruhigen Momenten und Passagen, in denen es auch schon richtig laut werden kann, ein. Ein Wechselspiel, das in diesem Fall wirklich funktioniert, kann der Spannungsbogen von Natascha, Stefan, Richard und X:Chris doch über die gesamte Spielzeit hoch gehalten werden.

Den klassischen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Rock-Sound der 90er Jahre erweitern Rika gekonnt um Piano- und Orgelklänge, womit sie auch in ihrem Stil erfrischend deutlich auf Distanz zu dem, was man sonst in diesem Genre so zu hören bekommt. Was die niederösterreichische Truppe entstehen lässt, sind sehr abwechslungsreiche und packende Indierock-Nummern, die sich erfreulicherweise eben nicht im Wiederholen des Altbekannten verlieren, sondern, ganz im Gegenteil, wirklich mit einer eigenständigen Note punkten können.

„How To Draw A River, Step by Step“ ist ein Album geworden, das einfach Freude macht, weil es eben doch etwas mehr zu bieten hat. Auf jeden Fall genau das Richtige für all jene, die den Indierock der anspruchsvolleren Sorte zu schätzen wissen. (mt)
 

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