PHOEBE VIOLET – "The Rhythm Of My Soul"

Feiner und sehr gefühlvoller akustischer Liedermacherpop mit Tiefgang und einem hohen Grad an Abwechslung. Genau einen solchen bringt die Songwriterin PHOEBE VIOLET auf ihrem eben erschienenen Erstlingswerk „The Rhythm Of My Soul“ zu Gehör.

Eines kann man nach dem Durchhören ihres Erstlingswerks auf jeden Fall sagen. Phoebe Violet zählt nicht zu der Sorte von MusikerInnen, die im Sinne haben, eine ausufernde bombastische Pop-Show abzuliefern. Die aus Costa Rica stammende und in Wien lebende Sängerin, Violinistin und Gitarristin zeigt sich als das genaue Gegenteil einer großen Diva und fühlt sich hörbar  in den ruhigeren und alles andere als überladenen Klangregionen aufgehoben. Quasi nach dem Motto „Weniger ist oft mehr“ verfolgt die Liedermacherin, die auf dem Album von Nikolai Tunkowitsch (Violine), Bernhard Aichner (Violoncello), Martin Spitzer (Gitarre), Ivaylo Iordanov (Kontrabass), Courtney Jones (Perkussion) sowie Wolfi Rainer (Schlagzeug) unterstützt worden ist, einen musikalisch mehr elegant reduzierten Ansatz und trifft mit dieser klanglichen Ausrichtung auch voll ins Schwarze.

No Diva!

Phoebe Violet erzählt auf „The Rhythm Of My Soul“ feingliedrig gesponnene musikalische Geschichten zwischen zarter Melancholie und lebendiger Beschwingtheit, die alle vor allem eines in sich tragen: Gefühl, und zwar reichlich davon. Ihr in englischer und spanischer Sprache gesungener und mit leichten kammermusikalischen und jazzigen Einflüssen angereicherter akustischer Pop mit lyrischem Einschlag betört mit seiner sehr charmanten und zugleich berührenden Art. Es kristallisieren sich vor allem jene Momente als die besonderen heraus, in denen die Liedermacherin alleine ihre zerbrechliche wie auch sehr vielseitige  Stimme  und die sanft gespielte akustische Gitarre erklingen lässt.

Zwischen zarter Melancholie und lebendiger Beschwingtheit

Worin sich Phoebe Violet darüber hinaus ebenso ganz exzellent versteht, ist, jedem ihrer Songs eine eigene Schwingung zu verleihen. Sie setzt mit Freude auch schon mal die üblichen Strophe-Refrain-Strukturen außer Kraft, um sich so den Freiraum für deutlich abwechslungs- und ideenreiche Arrangements zu schaffen. Mit Erfolg, denn Wiederholungen oder uninspirierte Lückenfüller finden sich auf „The Rhythm Of My Soul“ keine. Sehr empfehlenswert.

Michael Ternai

Foto Phoebe Violet: Severin Koller

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