Bild (c) Zapp Galura

Nominiert für den ÖSTERREICHISCHEN MUSIKVIDEOPREIS 2017: „Behemoth” von ZAPP GALURA

Im Rahmen des VIENNA SHORTS FESTIVALS (VIS) findet heuer wieder die Verleihung des ÖSTERREICHISCHEN MUSIKVIDEOPREISES statt. Das Festival, in dessen Fokus neben aller Art von Kurzfilmen eben auch Musikvideos stehen, hat in der Auswahl der Nominierten guten Geschmack bewiesen. Darunter befindet sich auch ZAPP GALURAS „Behemoth” – eine Hommage an die Liebe.

Aber nicht die Liebe zweier Menschen, sondern etwas ganz anderes. Schon beim Namen des Liedes, „Behemoth“, denkt man wahrlich nicht an Tierbabys oder BalletttänzerInnen. Vielmehr weckt das Wort Assoziationen, die viel mit düsteren Dämonen, Teufelsanbetung oder dem Musikgenre Metal zu tun haben. Doch die Band Zapp Galura bricht mit den Konventionen und stellt l’amour in den Mittelpunkt ihres Videos.

Im Clip geht alles sehr beschaulich, fast spießig los: Ein Pärchen macht sich auf, um sein Haus für länger zu verlassen. Sofort, als die Tür zufällt, setzt sich ein Gerät in Bewegung, das heute seinen Status als gutbürgerliches Haushalts-Muss schon ein wenig verloren hat: ein Staubsaugerroboter. Er beginnt seine Tour zwischen niedlichen Porzellanhasen und sauberen Vorhängen, bis er im Garten einen Rasenmähroboter entdeckt.

„Tausend Mal berührt, tausend Mal ist nichts passiert, tausend und eine Nacht – dann hat es Zoom gemacht”, sang schon Klaus Lage 1984 passend über die Liebe auf den ersten Blick. Und so geht es auch den zwei Robotern: Sie müssen sich irgendwie treffen, komme, was wolle! Und mehr will man gar nicht verraten, schließlich entfaltet sich in den fünf Minuten, die der Song dauert, eine ganze Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen.

Mike Kren, der Regisseur des Clips, hat es geschafft, seinen Film zu einer emotionalen Achterbahnfahrt zu machen, obwohl die Hauptfiguren zwei unbelebte Gegenstände sind. Er hat bei seinen anderen Arbeiten im Musikvideo-Bereich schon bewiesen, dass animierte Filme Musik perfekt unterstreichen können. Und das ist zwar nichts, was er erfunden hat, aber wenn man sich „Memory“ und „We Won’t Break“, beides Songs von Zoot Woman, anschaut, dann weiß man, dass er die Materie gemeistert hat.

Robo-Love und beherrschtes musikalisches Chaos

Musikalisch hat die Band Zapp Galura einen Soundteppich ausgebreitet, der in kein Genre so wirklich reinpasst. Deshalb muss man sich auf ganz anderen Wegen an die Beschreibung annähern. „Behemoth“ ist ein sehr kontrolliertes Lied, besser gesagt: ein kontrolliertes Chaos. Man hört, dass jeder Ton, jeder Einsatz genau getimt ist und einen ganz bestimmten Effekt erzielen soll. Wilde Hard-Rock-Gitarren mischen sich unter ein grungelastiges Schlagzeug und über allem liegen elektronische Beats.

Kein Gesang unterbricht die Trance des Liedes, das sich in seinem ganz eigenen, nicht zu schnellem, nicht zu langsamem Tempo entfaltet. Die Mitglieder von Zapp Galura halten sich durchaus bedeckt, was bedeutet, dass nicht wahnsinnig viele Informationen über sie im Äther herumschwirren. Aber mit diesem Song und diesem Video werden sie sicherlich in Erinnerung bleiben.

Anne-Marie Darok

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