Eine besondere Ehre ist der österreichischen Musikerin und Sängerin Saint Lu in der vergangenen Woche zuteil geworden. Die gebürtige und im Moment in Berlin lebende Welserin erhält für ihre musikalischen Leistungen im vergangenen Jahr den seit 2004 von der Europäischen Kommission vergebenen „European Border Breakers Award" (EBBA). Der Preis wird alljährlich jenen KünstlerInnen verliehen, denen das Potential bescheinigt wird, auch außerhalb ihres Heimatlandes erfolgreich reüssieren zu können. Die Preisverleihung findet am 12. Jänner im Rahmen des Eurosonic Festivals im niederländischen Groningen statt.
Der „European Border Breakers Award" (EBBA) ist nicht irgendein Preis. Die Auszeichnung mit dem von der Europäischen Kommission für Bildung, Kultur und Jugend sowie für Mehrsprachigkeit in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen und Organisationen der europäischen Musikindustrie verliehenen Award kommt für die MusikerInnen und Bands quasi einem Ritterschlag gleich. Alljährlich werden aus einer Vielzahl von Veröffentlichungen, jene ausgewählt, die nach Meinung der Jury auch außerhalb des jeweiligen Heimatlandes für Furore sorgen könnten. Anfang des Jahres durfte unter anderem die österreichische Singer/Songwriterin Soap&Skin für ihr Debütalbum „Lovetune for Vacuum" den begehrten Preis entgegen nehmen.
Mit ihrem selbstbetitelten in den berühmten Abbey Road Studios in London aufgenommen Debütalbum „Saint Lu“ (Warner) sorgte die 25-Jährige 2009 für eine der großen Überraschungen in der heimischen Popszene. Kritiker aus Deutschland und Österreich waren von der sehr ursprünglichen Version von Rockmusik der 25-Sängerin vom ersten Moment an angetan und überhäuften das Erstlingswerk mit zahlreichen Lobeshymnen. Sogar als die weibliche Ausgabe von Lenny Kravitz wurde sie abgefeiert.
In einer Zeit der viele MusikerInnen und Bands in der Hoffnung auf Erfolg, sich an aktuellen Trends und Strömungen orientieren, geht Saint Lu den vollkommen entgegengesetzten Weg, einen, der sich ganz der erdigen Rockmusik in der Tradition eines Janis Joplin verschrieben hat. Keiner Wunder auch, bezeichnet die Wahlberlinerin die amerikanische Sängerin doch als eine ihrer ganz großen Vorbilder. Wie diese ist auch Saint Lu mit einer ungemein kraftvollen und rauen Stimme gesegnet, welche sie unterstützt von einer erstklassig besetzten Band und dem Produzenten Patrick Majer (Wir sind Helden), auch in den durch die Bank erstklassigen perfekt in Szene zu setzen weiß.
Von Saint Lu wird man auch in Zukunft noch einiges zu hören bekommen. Auf jeden Fall wird der „European Border Breakers Award" mit Sicherheit dazu beitragen, dass die Fanschar der gebürtigen Welserin anwachsen wird. Die ersten hoffnungsvollen Schritte hin zur großen Karriere sind also getan. (mt)
Die Gewinner des „European Border Breakers' Awards 2011“ sind:
Saint Lu (Österreich)
Stromae (Belgien)
Aura Dione (Dänemark)
ZAZ (Frankreich)
The Baseballs (Deutschland)
Caro Emerald (Niederlande)
Donkeyboy (Norwegen)
Inna (Rumänien)
Miike Snow (Schweden)
Mumford & Sons (Großbritannien)
Fotokredit: Vanessa Maas