MUSIC AUSTRIA

WIEN MODERN 2011

Porträt: Friedrich Cerha

Friedrich Cerha ist sowohl im österreichischen Konzertwesen - und eben gerade bei den Aspekten Salzburg - präsent wie kein anderer lebender Komponist. Was auch kein Wunder ist, denn kaum jemand hat das musikalische Leben hierzulande der letzten Jahrzehnte so intensiv mitgestaltet wie Friedrich Cerha. Am bekanntesten mag er wohl als Komponist sein, als welcher er sich neugierig mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen auseinandersetzt, neuartige Kompositionsweisen prägte und der von sich selbst behauptet, keinen Stil zu haben. Doch auch als Leiter diverser Ensembles, Dirigent und durch seinen unermüdlichen Einsatz für (Neue) Musik und deren Vermittlung ist er weithin bekannt; nicht zuletzt als Leiter der IGNM, Kompositionslehrer und für die Herstellung des III. Aktes der von Alban Berg fragmentarisch hinterlassener Lulu. Und noch vieles mehr ist in den inzwischen zahlreich vorhandenen Publikationen über Cerha zu lesen. Doch sind es nicht die einzelnen Tätigkeiten, die das Schaffen Cerhas ausmachen. Vielmehr ist es die einerseits beharrliche Kontinuität, mit der sich der 1926 Geborene dem Musikleben und dessen Gestaltung hingibt, andererseits ist es aber auch die undogmatische Herangehensweise und das Integrieren von Unterschiedlichem, das die Persönlichkeit Cerhas ausmacht.
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Porträt Wolfgang Mitterer

Aus den sprichwörtlichen Regeln, die da sind um gebrochen zu werden, könnte man auf Wolfgang Mitterer angewandt konstatieren: Grenzen sind da um überschritten zu werden. Denn nähert man sich dem Schaffen Mitterers, sieht man sich der Verbindung kontrastierender, teilweise sogar gegensätzlich erscheinender Elementen gegenüber. Komposition und Improvisation, Jazz und Neue Musik, Klassik und Pop, akustische Instrumente und elektronische Samples werden verschmolzen, als wenn keine Abgrenzungen dazwischen existierten, so dass oftmals nicht mehr klar erkennbar ist, welcher Einfluss woher kommt. Unerwartete Klangexplosionen, rasch aufsteigende Tonfolgen, ein einzelner Flötenton, das Grunzen von Schweinen oder auch leise pulsierende Klanglandschaften und sich zaghaft entwickelnde Melodien sind zu vernehmen. Beinahe schon kitschig erscheinende Harmoniefolgen werden mit leise wummernden Rhythmen konterkariert oder Koloraturen durch Dissonanzen karikiert.
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Porträt: Thomas Heinisch

In der Musikhistoriographie werden Komponisten oft als singuläre Erscheinungen dargestellt, scheinbar aus dem Nichts auftauchend. Doch kein Komponist tritt als Tabula rasa in die Welt, sondern steht in Beziehung mit der Tradition. Dass dem so ist, versucht Thomas Heinisch erst gar nicht zu verheimlichen. So offenbart er gewisse Bezugspunkte etwa durch Hinweise in den Titeln, vorangestellte Zitate oder musikalische Hinweise, um bestimmte Aspekte verschleiert oder offensichtlich in sein Schaffen zu integrieren.
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Porträt: Klangforum Wien

„Schluss mit traurig“ – so lautet der Titel des aktuellen Zyklus des Klangforum Wien im Wiener Konzerthaus. Für schlechte Laune besteht auch wahrlich kein Grund, hat doch das Abonnement dazu so reißenden Absatz gefunden, dass kurzfristig eine zweite Konzertreihe ins Leben gerufen wurde. Mit diesem Erfolg widerspricht das solistisch besetzte Ensemble für Neue Musik, das sich zu den drei besten seiner Art zählen darf, dem üblichen Vorurteil, dass Neue Musik schwer zugänglich und mindestens ebenso schwierig zu verkaufen sei. Denn mit seiner technischen Perfektion bei gleichzeitig stilistischer Vielfalt ist bestimmt für die meisten Geschmäcker etwas dabei.
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