Hoch interessante experimentelle und elektronische Musik steht am 20. Juni im quartier21 des Museumsquartiers in Wien auf dem Programm. Mit Burkhard Stangl und Fennesz präsentiert das diesjährige Tonspur Open Airs den BesucherInnen in einem eigens etablierten Mehrkanal-Tonraum zwei der herausragenden Vertreter der österreichischen Sound-Art-Szene. Ebenfalls zu Gast ist der Musiker Sigtryggur Berg Sigmarsson, seines Zeichens Mitglied der legendären isländischen Elektronikformation „Stilluppsteypa". Durch den Abend führt Fritz Ostermayer.
Burkhard Stangl, Christian Fennesz und Sigtryggur Berg Sigmarsson kann man ohne zu Zögern zur Speerspitze der internationalen Sound-Art-Szene zählen. Umso erfreulicher ist es, dass man diese drei außergewöhnlichen Elektronik-Künstler einmal gemeinsam an einem Abend zu sehen bekommt. Es handelt sich hier um Musiker, die mit ihren Arbeiten im Feld der elektronischen Musik quasi eine Art Pionierarbeit leisten. Stangl, Fennesz und Sigmarsson sind an diesem Abend dazu aufgerufen, einen für die Veranstaltung eigens etablierten Mehrkanal-Tonraum durch ihr Zutun mit Leben zu erfüllen.
Was die drei Musiker besonders auszeichnet, ist, dass sie sich nur schwer in eine bestimmte Kategorie einordnen lassen. Vielmehr agieren sie frei von Berührungsängsten an den Schnittstellen zwischen den einzelnen zeitgenössischen Musikformen. Mit unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen, versuchen sie den Phänomenen des Klangs auf die Spuren zu kommen. Stangl, Fennesz wie auch Sigmarsson sind Soundtüftler, die im Experiment und akribischer Arbeit ihre ureigene und unverwechselbare Klangsprache weiterentwickeln. Für das TONSPUR Open Air bringen die drei Musiker exklusiv für die Veranstaltung konzipierte Solowerke zur Aufführung.
Viele halten den Avantgarde-Elektroniker und Gitarristen Christian Fennesz für den vielleicht wichtigsten Musikexport Österreichs der vergangenen Jahre. Seine musikalische Laufbahn startete der heute 47-jährige Burgenländer, wie viele seiner Elektronikerkollegen, in der Rockmusik. Erst in den 1990er-Jahren kam er in Kontakt mit der Wiener Techno- und Elektronik-Szene. Entgegen dem weitläufigen trend während des großen Hypes in den 90er Jahren wandte sich der Soundtüftler mit der Zeit deutlich experimentelleren Klängen zu. Eine richtige Entscheidung, bedenkt man, dass Fennesz heute einer der international gefragtesten Künstler im Bereich der elektronischen Musik ist.
Wie bei Christian Fennesz handelt es sich auch bei Burkhard Stangl um einen echten Workaholic. Nicht nur, dass der Gitarrist und Komponist inzwischen über 50 CDs veröffentlicht und Musik für zahlreiche Filme geschrieben hat, er findet zwischendurch auch noch Zeit, Konzerte zu spielen, publizistisch tätig zu sein und einer Lehrtätigkeit an der Wiener Musikuniversität nachzugehen. Anders wie sein burgenländischer Kollege agiert der Niederösterreicher deutlich mehr im Feld der improvisierten und Neuen Musik. Im Rahmen des Tonspur Open Airs bringt Stangl sein Solowerk "Unfinished", das dem britischen Maler William Turner(1775-1851) gewidmet ist, zur Aufführung.
Aus einer ganz ähnlichen Richtung wie seine beiden österreichischen Kollegen stammt der internationaler Gast des Abends ist des Sigtryggur Berg Sigmarsson. Der in Reykjavik lebende bildende Künstler Musiker ist Mitglied der legendären isländischen Elektronikformation "Stilluppsteypa" und gestaltete 2005 als Artist-in-Residence im quartier21 schon einmal eine TONSPUR mit. (mt)