MUSIC AUSTRIA

Preisträgerkonzert von prima la musica auf CD erschienen

Der alljährlich ausgetragene Jugendmusikwettbewerb "prima la musica" hat auch in seiner Ausgabe von 2011 wieder einmal die erstaunlichen Fähigkeiten junger Musizierender zum Vorschein gebracht. Davon konnte man sich etwa beim PreisträgerInnenkonzert des Bundeswettbewerbs am 19. Juni im Großen Saal der Stiftung Mozarteum überzeugen. Wer jedoch nicht dabei war oder sich das dort eindrücklich musizierte Programm erneut zu Gemüte führen möchte, hat dazu nun die Gelegenheit. Denn ein Mitschnitt des Konzerts ist nun auch auf Doppel-CD erschienen.

Die dargebrachten Werke spiegeln nicht nur der Ausschreibung entsprechend sämtliche Epochen von Barock über Klassik und Romantik bis hin zur Gegenwart mit ihrer facettenreichen Stilpluralität, sondern umfassen auch Kompositionen aus aller Welt. Und das mit diversen Instrumenten und in den unterschiedlichsten Besetzungen: Hier gibt das Vokalensemble Viva Voce einen russischen Gesang zum Besten, dort rockt Paul Amann solistisch auf seiner Posaune; das Gitarrenquartett cuatro vientos entführt mit einem venezulanischen Walzer auf die andere Seite des Globus und das Bläsertrio the brass bros ernten mit "Jumpin at the Woodside" von Count Basie und vokalen Volksmusikeinlagen stürmischen Beifall.

Selbst der neuen und neuesten Musik wird Rechnung getragen, wenn Christina Kirschenhofer ihrem Fagott rhythmisch schmissige Passagen ebenso entlockt wie lyrische Phrasen und geräuschhafte Elemente, die der 1957 in Bad Gastein geborene Gernot Wolfgang in "Dual Identity" zu Papier gebracht hat. Von all den überragenden Leistungen sticht dennoch ein besonderes Highlight hervor: Paul Schuberth, der Gewinner des im Rahmen von "prima la musica" und zusammen mit dem Österreichischen Komponistenbund (ÖKB) ausgeschriebenen Wettbewerbs "Jugend komponiert", ist auch als Interpret seiner eigenen Komposition "Doux Notations sur Changement Climatique" vertreten. Geräuschhaft beginnt das elfeinhalb Minuten dauernde Werk des 1994 geborenen Oberösterreichers, in dem die Klänge von Akkordeon und Elektronik zu einem stets weiterführenden Spannungsboten verschmelzen. Aber damit nicht genug, zeugt das Stück neben klanglicher wie kompositorischer Vielfalt auch vom kreativen Umgang mit der jüngeren Musikgeschichte.

Als Entdeckungen dürfen auch der Schlagwerker Jonathan Geroldinger und die Flötistin Johanna Longin gelten, die sich eindrücklich der Interpretation zeitgenössischer Werke widmen. Und auch die Blockflötistin Marita Gehrer, die hier mit einem Concerto von Antonio Vivaldi vertreten ist, widmet sich neben älterer Musik stets auch den Erkundungen neuer Klänge. Man darf nur hoffen, die Beteiligten auch zukünftig mit ihren technischen wie musikalischen Fähigkeiten und vor allem mit ihrem jugendlichen Esprit auf der Bühne erleben zu dürfen. (dw)
 

view counter