Im Rahmen des diesjährigen shut up and listen! Festivals konnten sich junge Musikschaffende mit aktuellen Kompositionen bewerben. Die Beiträge sollten einen Bezug zum Festival-Thema „NEAR WEST“ aufweisen und konnten in zwei Kategorien eingereicht werden: A) Elektroakustische Komposition; B) Komposition für Harfe solo bzw. Harfe und Klangprojektion. Eine internationale Jury (Belma Bešlić-Gál, Komponistin/Pianistin, Ko-Kuratorin von shut up and listen! 2011; Wolfgang Seierl, Komponist/Bildender Künstler, Gründer des Komponistenforum Mittersill sowie von ein klang records und Germán Toro-Pérez, Komponist, Leiter des Institute for Computer Music and Sound Technology, Zürcher Hochschule der Künste) wählte drei Werke aus, die alle der Kategorie A zugeordnet sind. Die Preise gehen an Cormac Crawley („Port of Call“) aus Irland, Christopher Hawort („Correlation Number One“) aus Großbritannien sowie an den in Wien lebenden polnischen Komponisten Wysozky („Musical Banks“). Die Preisverleihung sowie die Aufführungen der ausgezeichneten Werke gehen am 8. Dezember im Rahmen des Festivals im Wiener Echoraum über die Bühne.
Das von sp_ce, dem Verein für Musik, Kunst und intermediale Projekte, veranstaltete interdisziplinäre Festival für Musik und Klangkunst shut up and listen! geht 2011 in die sechste Runde. Unter dem Festivalthema NEAR WEST geht es diesmal, am 8. und 10. Dezember im Wiener Echoraum, um aktuelle musikalische und (klang-) künstlerische Positionen aus Israel, Palästina und den daran angrenzenden arabischen Ländern.
SUAL 2011 bietet unter diesem geografischen Schwerpunkt künstlerischen Arbeiten aus den Bereichen Musik, Klangkunst sowie verwandten künstlerischen Ausdrucksformen ein Podium. Es geht also um Kunstschaffende aus dem so genannten Nahen Osten, auch um Menschen, die mittlerweile in Österreich oder anderen europäischen Ländern eine zweite Heimat gefunden haben. Der Titel der diesjährigen Ausgabe ermöglicht einerseits einen Perspektivenwechsel in Bezug auf die – oftmals utopische - Nähe dieser Länder zur „Bastion Europa“ und thematisiert gleichzeitig die vielfältigen kulturellen Verwandtschaften „verfreundeter Geschwister“.
Bei SUAL 2011 werden fernab politischer Grenzziehungen eine geografische Region nach künstlerischen Kriterien ausgelotet, individuelle Idiosynkrasien in den Vordergrund gerückt und interkulturelle Zusammenarbeiten angeregt. Die Bandbreite reicht von musikalischen Präsentationen aus den Genres zeitgenössische Instrumentalmusik, freie Improvisation, Elektroakustik, Elektronik und Weltmusik bis hin zu einem Dokumentarfilm und einem Computerspiel. Desweiteren werden ein Vortrag zu den Musiktraditionen des Nahen Ostens, eine Podiumsdiskussion und ein Kompositionswettbewerb in Zusammenarbeit mit österreichischen und internationalen Musikinstitutionen stattfinden.
SUAL möchte eine Brücke über längst obsolete Genregrenzen bauen. Seit 2006 werden in Konzerten, intermedialen Performances und Klanginstallationen sowie diskursiven Aktivitäten aktuelle österreichische und internationale Positionen aus verschiedensten Bereichen künstlerischer Produktion präsentiert.
Belma Bešlić-Gál und Bernhard Gál