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Rising Star Serie: Gradischnig - Raible Reunion Quartett feat. Milan Nikolic & Howard Curtis

Zwei in der Tat hochklassige Konzertabende stehen am 1. und 2. Februar im Wiener Jazzland auf dem Programm. Im Rahmen der „Rising Star Serie“ finden mit dem österreichischen Saxophonisten Herwig Gradischnig, dem deutschen Ausnahmepianisten Claus Raible, dem serbischen Bassisten Milan Nikolic und dem amerikanischen Schlagzeugvirtuosen Howard Curtis vier Musiker aufeinander, die allesamt zur Speerspitze der internationalen Jazzszene gehören. Was ist also zu erwarten, wenn sich vier Instrumentalisten eines solchen Kalibers zusammentun? Auf jeden Fall ein wunderbares, auch höchstem Niveau angesiedeltes Hörerlebnis.

Als langjähriges Mitglied des Vienna Art Orchestra, dem er von 1993 bis 2007 angehört hat, dürfte der österreichische Musiker wohl den meisten Jazzliebhabern ein Begriff sein. Im Orchester anfangs noch einer von vielen entfaltet Herwig Gradischnig alleine auf der Bühne stehend seine gesamte musikalische Strahlkraft. Seit über fünfzehn Jahren bereichert er nun schon die junge österreichische Jazz-Szene auf Baritonsaxophon, Klarinette und Bassklarinette. Darüber hinaus ist der gebürtige Steirer auch noch als Komponist tätig. Herwig Gradischnig zählt zu jener Sorte von Instrumentalisten, die sich nur schwer in eine bestimmte Kategorie einordnen lassen. Dafür agiert der zweifache Hans Koller Preisträger – 1998 als „Newcomer of the Year“ und 2003 für die „Jazz-CD des Jahres“ - viel zu sehr zwischen den einzelnen Spielarten.

Es sind vor allem seine Offenheit gegenüber den verschiedensten Musikformen sowie seine Experimentierfreude, die beeindrucken. Das stilistische Repertoire des Saxophonisten reicht vom traditionellen Sound bis hin zum freien Spiel, von altbekannten Interpretationen bis zu aberwitzigen experimentellen Ansätzen. Herwig Gradischnig versucht in seinen Stücken stets, sich vom Korsett des Festgeschriebenen zu lösen. Dies gelingt ihm vortrefflich. Nahezu problemlos gelingt es dem Musiker, die einzelnen Versatzstücke in einer unverwechselbaren und gleichzeitig zeitlosen Klangsprache zu vereinigen.

In Sachen spielerischer Virtuosität und internationalem Renommee stehen Herwig Gradischnigs drei Kollegen an diesem Abend, Claus Raible, Milan Nikolic und Howard Curtis natürlich um nichts nach. Wie der Kärntner spielen der deutsche Pianist, der serbische Bassist wie der amerikanische Schlagzeuger in der oberen Liga der Jazzmusik mit, was alleine schon die Namen belegen, mit denen die drei Instrumentalisten bereits zusammengearbeitet haben. In welche Richtung das Quartett zu gehen gedenkt, lässt sich im Vorhinein nicht wirklich vorhersagen. Alleine, dass es sich um eine ungemein unterhaltsame musikalische Reise durch die verschiedensten Spielformen des Jazz handelt, kann man als einzige gesicherte Information anführen. Wenn sich vier Musiker solcher Klasse einmal zusammenschließen, darf man getrost davon ausgehen, dass eine kreative und klangliche Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, die kaum mehr zu bändigen ist.

Musikliebhaber anspruchsvoller Jazzklänge, können sich jedenfalls auf ein in musikalischer Hinsicht höchst abwechslungsreiches Konzerterlebnis gefasst machen. (mt)

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