Der "Jazzit:Musik:Club" gehört weit über die Salzburger Stadt- und Landesgrenzen zu den renommiertesten Spielstätten für Jazz und Artverwandtes. Das zeigen nicht zuletzt Auftritte von Jazzgrössen wie
Al di Meola, Ron Carter, David Murray, Pharoah Sanders oder dem Sun Ra Arkestra. Aber auch die lokale wie die überregionale Jazz-Szene in Österreich wäre um einiges ärmer, hätte das Jazzit nicht nach Jahren der Wanderschaft vor genau 10 Jahren sein jetziges Domizil in ehemaligen Räumlichkeiten des Salzburger KPÖ-Volksheimsaufgeschlagen. Seit 22 Jahren fungiert dabei Andreas Neumayer als künstlerischer Leiter, zuerst für "Jazz im Theater", später für Veranstaltungsreihe "Jazzit" aus der schließlich der gleichnamige "Musik:Club" hervorging. Didi Neidhart traf sich mit ihm zum mica-Interview. Weiter
Dass sich der Bass-Klarinettist Christoph Pepe Auer und der Hang-Spieler Manu Delago in ihrem Projekt Living Room wunderbar darin verstehen, sich und ihre Musik immer wieder neu zu erfinden, haben sie schon auf ihrem im vergangenen Jahr erschienenen zweiten Album „Colouring Book“ eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Quasi ihrer eigenen Tradition folgend tun die beiden Tiroler dies auch auf ihrer neuen CD „Living Room in London“ (Session Work Records). Gemeinsam mit einem Streicher-Trio machen sie sich nun daran, den Begriff der Kammermusik in einem ganz neuen Lichte erstrahlen zu lassen. Was das nunmehrige Quintett auf den Weg bringt, ist ein Stück Musik, welches schon alleine aufgrund seiner klanglichen Ausrichtung in Staunen versetzt. Die nicht alltägliche Kombination Bass-Klarinette, Hang und ein Streichensemble, bestehend aus Ellie Fagg (Violine), Tom Norris (Violine, Gesang, Gitarre) und Gregor Riddell (Cello), lässt einen höchst individuellen und variantenreichen Sound entstehen, in dem stilistische Fragen schlicht aufgehoben scheinen. Erstmals in Österreich zu hören ist das neue Programm nach einer Konzertreise durch England am 24. Jänner im Syrnau in Zwettl. Christoph Pepe Auer und Manu Delago im Gespräch mit Michael Ternai.
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Die traditionelle Tiroler Stubenmusik in ein neues modernes Gewand gehüllt, genau dies bieten Quadrat:sch auf ihrer im vergangenen November bei col legno erschienenen Doppel-CD „Stubenmusic“ ihren HörerInnen an. Was Christof Dienz und seine MitstreiterInnen Barbara Romen, Gunter Schneider und Alexandra Dienz (auf der zweiten CD erweitert sich das Quartett um Zeena Parkins und Herbert Pirker) abliefern, ist schlicht die hohe Kunst des anspruchsvollen Brückenschlagens. Vom Alten hin zum Modernen, von den traditionellen hin zu den zeitgenössischen Spielarten, vom ländlichen hin zum urbanen. Christof Dienz im Gespräch mit Michael Ternai.
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Seit mittlerweile 40 Jahren nun schon hat sich der Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Bandleader und Sänger Harri Stojka beruflich voll und ganz der Musik verschrieben. Mit Erfolg, denn heute zählt der facettenreiche Künstler ganz ohne Zweifel zu den international renommiertesten Jazzmusikern Österreichs. Es gibt wohl kaum ein Attribut, mit dem der bereits mehrfach ausgezeichnete Musiker, Sänger und Komponist Harri Stojka nicht schon einmal geschmückt wurde - außergewöhnlich, vielschichtig, facettenreich, berührend etc. Wer den Gitarristen schon einmal live miterleben durfte, der weiß von seiner ungemein stilistischen Vielfalt und Energie, die er mit seiner Musik freizusetzen in der Lage ist. Harri Stojka selbst sieht sich in der Rolle des musikalischen Botschafters zwischen den Kulturen, als eine Art Brückenbauer, begreift er sich selbst doch genauso als Wiener wie auch als Roma. Sein „Gipsy-Swing“ erinnert an die reiche und vielfältige Liedkunst seins Volkes, die schon seit jeher auf einer untrennbaren Einheit aus Interpretation und Improvisation besteht. Eine Tradition der Weiterentwicklung, die von Harri Stojka in bester Manier weitergeführt wird.
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Spricht man von Harry Sokal, so spricht man von einer der herausragenden und vielschichtigsten Persönlichkeiten des österreichischen Jazz. Wohl nur wenige konnten in den vergangenen Dekaden in so einflussreicher Form der heimischen Szene mit den Stempel aufdrücken, wie es der 1954 in Wien geborene Saxophonist getan hat. Es gibt kaum eine international bedeutende heimische Jazzformation, in welcher der 2005 mit dem Hans Kollerpreis ausgezeichnete und von vielen Experten der Szene als einer der wichtigsten „Post Coltrane" Saxophonisten in Europa bezeichnete Musiker nicht schon mitgewirkt hat. Harry Sokal ist ein Virtuose, der sich seine eigenen Freiräume schaffen will und für den der Begriff „Berührungsangst“ ein Fremdwort darstellt. Egal in welcher Formation auch agierend, mit seinem unverwechselbaren, ungemein gefühlvollen, stilistisch extrem vielschichtigen aber immer sehr klaren Spiel verleiht der 57-Jährige einer jeden Komposition ihre unverkennbare klangliche Note.
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Aus den sprichwörtlichen Regeln, die da sind um gebrochen zu werden, könnte man auf Wolfgang Mitterer angewandt konstatieren: Grenzen sind da um überschritten zu werden. Denn nähert man sich dem Schaffen Mitterers, sieht man sich der Verbindung kontrastierender, teilweise sogar gegensätzlich erscheinender Elementen gegenüber. Komposition und Improvisation, Jazz und Neue Musik, Klassik und Pop, akustische Instrumente und elektronische Samples werden verschmolzen, als wenn keine Abgrenzungen dazwischen existierten, so dass oftmals nicht mehr klar erkennbar ist, welcher Einfluss woher kommt. Unerwartete Klangexplosionen, rasch aufsteigende Tonfolgen, ein einzelner Flötenton, das Grunzen von Schweinen oder auch leise pulsierende Klanglandschaften und sich zaghaft entwickelnde Melodien sind zu vernehmen. Beinahe schon kitschig erscheinende Harmoniefolgen werden mit leise wummernden Rhythmen konterkariert oder Koloraturen durch Dissonanzen karikiert.
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Es gibt MusikerInnen und KünstlerInnen, die sich zu keiner Zeit irgendwelchen Kategorisierungen unterwerfen wollen, die sich in ihrem Schaffen mit Vehemenz dagegen wehren, Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen, die abseits jeglicher Konventionen agieren, Scheuklappendenken nicht kennen und traditionell festgesetzte stilistische Grenzen schlicht als Herausforderung ansehen, diese zu überschreiten. Eine Musikerin, auf die all diese Zuschreibungen zutreffen, ist die slowenische und inzwischen in Österreich lebende Sängerin, Flötistin und Komponistin Maja Osojnik. Sich in den unterschiedlichsten Genres beheimatet fühlend, verfolgt die 1976 in Kranj geborene Musikerin in zahlreichen Projekten seit Jahren erfolgreich ihren ganz eigenen Weg. Einen, der sie zu einer der anerkanntesten Vertreterinnen der heimischen Avantgardeszene werden ließ.
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Ginge es darum, die bedeutendsten und wichtigsten Persönlichkeiten der heimischen Jazzszene der Gegenwart zu benennen, sein Name wäre auf alle Fälle unter den Erstgenannten zu finden: Georg Breinschmid. Blickt man auf die zahlreichen Projekte, in denen der Kontrabassist und Komponist seine Finger mit im Spiel hat, wird eines sofort klar. Hier ist ein Musiker am Werken, der sich seine eigenen Freiräume schaffen will und für den der Begriff „Berührungsangst“ ein Fremdwort darstellt. Es gibt wohl kaum ein Genre, in dem der 1973 in Amstetten geborene Instrumentalist nicht schon einmal eindrucksvoll reüssieren konnte.
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Er ist ein wahrer Meister seines Faches, einer, der das Spiel am Akkordeon hierzulande wie nur wenige andere in dieser facettenreichen und stilübergreifenden Form beherrscht. Es gibt wohl kaum einen Musikstil, in welchem sich der aus Kärnten stammende Klaus Paier in den vergangenen Jahren in seinen vielen verschiedenen Projekten sowohl spieltechnisch wie auch kompositorisch nicht schon einmal virtuos versucht hat. Egal, ob nun in der Weltmusik, im Jazz, in der Klassik oder zeitgenössischen Musik, der Akkordeonist, Bandoneonspieler und Komponist präsentiert sich als ein vielschichtiger und in seinem Spiel ungemein facettenreicher, offener und freiheitsliebender Künstler, der sich schlicht in allen klanglichen Kontexten vortrefflich zurechtzufinden scheint. Es sind ganz besonders die große Freude am Experiment sowie eine stark ausgeprägte Neugier, welche ihn immer wieder zu einem musikalischen Grenzgänger werden lassen. Stets die Möglichkeiten seines Instruments auslotend, entwirft der Kärntner in seinem Spiel eine ganz individuelle und unverwechselbare Klangsprache, die inzwischen auch außerhalb Österreichs viele Liebhaber gefunden hat.
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Will man das musikalische Schaffen des international gefeierten und anerkannten österreichischen Jazzgitarristen Wolfgang Muthspiel sowie dessen Spiel in wenigen Worten zusammenfassen, wären diese wohl „vielseitig“, „innovativ“ und „virtuos“. Nähert man sich seinem Schaffen, wird eines schnell deutlich, hier ist ein Musiker am Werken, für den der Begriff „Berührungsangst“ ein Fremdwort darstellt. Musikalische Grenzen sind für ihn einfach da, um überschritten zu werden. Egal in welcher Formation oder Kontext auch agierend, mit seinem unverwechselbaren, stilistisch extrem vielschichtigen Spiel erschafft der 1965 im steirischen Judenburg geborene und bereits mehrfach ausgezeichnete Instrumentalist eine höchst individuelle Klangsprache, in der technische Brillianz und Komplexität auf ganz wunderbare Art und Weise mit einer ungemeinen musikalischen Eleganz in Einklang gebracht werden.
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