Bild (c) Molly

MOLLY – ein Versprechen für die Zukunft

Noch läuft diese Band unter der Kategorie Geheimtipp, was aber vermutlich nicht mehr lang so sein wird. MOLLY zeigen sich für Größeres bereit, die Musik des Duos entwickelt diesen gewissen Suchtfaktor, sie hält diese Momente bereit, die einen hineinkippen lassen in einen Pop-Klang der wunderbarsten endlosen Art.

Es ist fast so, als befände man sich auf einer unendlichen Reise durch wolkendurchflutete Traumwelten, hört man sich durch die Nummern dieser Tiroler Band. Molly – ein Duo bestehend aus den beiden jungen Musikern Lars Andersson (Gesang, Gitarre) und Phillip Dornauer (Schlagzeug, Bass, Synthesizer) – haben sich, wie es sich auch auf den beiden im letzten Jahr erschienenen EPs „Sun Sun Sun“ und „As Years Go By“ sehr schön darstellt,  dem sich postrockhaft entfaltenden Shoegaze verschrieben, einem Klang, der in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrtausends von so legendären Bands wie My Bloody Valentine und The Boo Radleys zur hohen Kunstform erhoben wurde. Molly tun sie das auf ihre ganz eigene Art. Sie bringen etwas Neues in die Geschichte hinein, eine sehr eigenständige Note, die eine sehr eigenwillige Schwingung entwickelt.

Ein großer Klang ohne Pathos

Molly lassen es musikalisch durchaus auch ausufern, erfreulicherweise aber ohne allzu übertriebene Theatralik und überbordendem Pathos. Das Zweiergespann besinnt sich auf eine gewisse Einfachheit, die aber unaufhaltsam zu etwas Großem anwächst. Die beiden Tiroler schweben mehr durch ihre Songs, als sie sich wirklich durch diese spielen. Ihre sich langsam, Schicht um Schicht und behutsam aufbauenden Gitarren- und Synth-Soundflächen verdichten sich zu einem ungemein stimmungsvollen und verwaschen klingenden psychedelischen Zustand, zu einem, der weit in die Tiefe reicht und eine magische anziehende Wirkung entfaltet. Nichts scheint wirklich genau ausdefiniert zu sein, die einzelnen Elemente fließen in zurückhaltender, aber umso ereignisreicherer Form sanft ineinander.

Lars Andersson und Phillip Dornauer, die mittlerweile auch außerhalb Österreichs einiges Aufsehen erregen und durch intensives Touren gerade dabei sind, auf internationalem Parkett ihre Duftmarken zu hinterlassen, laden in ihren Songs die Hörerschaft ein, sich für einige Momente der Träumerei hinzugeben, sich vom Sound einfach vereinnahmen und umschmeicheln zu lassen. Es ist ein Hörerlebnis der wirklich besonderen Art, mit dem Molly aufwarten, eines, das definitiv nicht unbemerkt bleiben wird.

Michael Ternai

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