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CD-Produktion

Je nachdem wie umfangreich die zu veröffentlichende Musikaufnahme ist, kann zwischen einer CD (max 80 Min Spielzeit, CD-Durchmesser 120 mm,) eine CD-Single oder Maxi-CD (Spielzeit max 21 Min Spielzeit, CD-Durchmesser 120 mm oder 80 mm) gewählt werden. CD-Singel oder Maxi-CDs werden oftmals im Slimcase (dünne, flache Variante eines Jewelcases) oder Kartonstecktaschen verpackt.

Wir möchten hier besonders auf die professionelle CD-Produktion eines Albums näher eingehen:

Parallel zur Fertigstellung des Mastertapes (Mixdown, Mastering inkl. Codes) sollte bereits an der Gestaltung der CD und der dazugehörigen CD-Verpackung gearbeitet werden. Hier sind der Phantasie fast keine Grenzen mehr gesetzt: Ob CDs im Vinyl-Look (die Oberseite der CD wirkt optisch und haptisch wie Vinyl), Freestyle-CDs (ausgesuchte Motive rufen durch Teilmetallisierungen einen frei im Raum schwebenden Eindruck hervor) oder CDs mit einer zarten Duftnote (in der Oberflächenbeschichtung werden Duftstoffe eingearbeitet, die durch leichte Reibung zur Entfaltung gelangen) ist in den meisten Fällen nicht nur eine Frage des Konzepts bzw. des persönlichen Geschmacks sondern vor allem des vorhandenen Budgets. Auch bei der Verpackung ist fast jede kreative Idee umsetzbar: Kunststoff- Karton-, Blech- oder sogar Holzverpackungen mit aufwendig gestaltetem Booklet sind bei entsprechender Vorlaufzeit und vorhandenen Budgetmittel mehr oder weniger problemlos realisierbar.

Die beiden gebräuchlichsten und auch finanziell durchaus leistbaren Verpackungsvarianten sind:

Standard-Jewelcase - ist der Klassiker unter den Verpackungen. Eine meist aus klarem Hartplastik gefertigte CD-Klappbox, bei der beide Teile mit Scharnieren verbunden sind. Der Unterteil enthält den Tray (schwarz, weiß oder transparent) mit einem Aufnahmestern (Einrastmechanismus) für die CD. Zwischen Unterteil und Tray befindet sich die Inlaycard, die bei transparentem Tray beidseitig bedruckt und so zur weiteren Gestaltung verwendet werden kann. An der Innenseite des Covers ist eine Halterung für ein Booklet (Heftchen mit Infos) angebracht.

Super-Jewelcase - eine hochwertigere Ausführung der Standard-Jewelcase-Variante (u.a. abgerundete Ecken, verbesserte Fixierung für die CD)

Digipack (4- bis 8seitig) - eine Kartonhülle, in die ein Kunststoff-Tray (weiß, schwarz oder transparent) mit einem Aufnahmestern (Einrastmechanismus) für die CD eingeklebt wird. Für die Befestigung eines Booklets gibt es unterschiedliche Varianten (Schlitzstanzung, seitliche Einschübe etc).

Digifile: Eine Kartonverpackung (Varianten ähnlich dem Digipack), das die CD nicht in einem Kunststoff-Tray sondern in einem Trageschlitz/Steckschlitz enthält.
 
Durch die Verarbeitung von Karton sind beim Digipack/Digifile auch effektvolle Prägungen und Stanzungen möglich.

Das Artwork der CD-Verpackung soll einerseits den musikalischen Inhalt widerspiegeln und andererseits zur CI (Corporate Identity) der Band/Musiker bzw des Labels passen. Im besten Fall wird beides transportiert. Auf jeden Fall muss das Cover Emotionen wecken, um überhaupt beachtet zu werden. Ob die Emotionen positiv (ansprechend) oder negativ (ablehnend, schockierend) sind, ist im Grunde unwichtig, beim Kunden muss auf irgendeine Weise Interesse geweckt werden.

Für die Gestaltung der CD und CD-Verpackung erhält der Grafiker alle notwendigen Informationen (Kopie der Musikaufnahme(!!), Fotos, Texte, Infos zu den Musikstücken (Komponist, eventuell Textdichter, Arrangeur), Besetzungen, Codes, Logos) und kann mit der Erstellung von Entwürfen beginnen.

Für die Grafikarbeiten muss ausreichend Zeit veranschlagt werden, da im Zuge der Arbeit immer wieder Änderungen notwendig sind. Sehr oft sind auch noch Bearbeitungen der Fotos notwendig. Die Entwürfe sollten nach Möglichkeit öfter, von verschiedenen Leuten des Teams, Korrektur gelesen und auf Vollständigkeit geprüft werden.

Die Entscheidung zwischen Jewelcase und Digipack wird oft aufgrund einer persönlichen Vorliebe getroffen. Aber auch die vorhandenen Budgetmittel und ein eventuell vorhandener Zeitdruck (Produktion von Digipack dauert länger als Jewelcase) sind ein oft wichtiges Entscheidungskriterium. Die Fülle an Informationen, die für den Käufer/Hörer der CD bereitgestellt werden sollen, legen meist den Umfang des Digipacks (4-8seitig) und des Booklets (meist 4-16 Seiten) fest.

Die Druckunterlagen werden vom Grafiker als "Druckvorlage" für die Druckerei gestaltet. Vor allem bei Digipacks, komplizierteren Verpackungen oder Falzungen des Booklets, ist es wichtig, bei der ausführenden Druckerei/Presswerk die notwendigen Spezifikationen abzufragen und die Druckunterlagen an Hand dieser Spezifikation zu erstellen. Auch bei gleicher Ausführung (z.B. 4seitiges Digipack) kann bei unterschiedlichen Presswerken nicht von gleichen Spezifikationen ausgegangen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass im Presswerk keinerlei Änderungen oder Anpassungen mehr notwendig sind. Dies ist immer mit Zeitverlust und Mehrkosten verbunden.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Produktion eines Jewelcases bei gleicher Auflage günstiger ist als die Produktion eines Digipacks und dass die Produktionskosten pro CD mit der Höhe der Auflage abnehmen. Bei der Entscheidung über Höhe der Auflage ist zu beachten, dass alle Drucksorten (Inlaycard, Booklet, Digipacks) in den Presswerken/Druckereien mit einer Mindestauflage von 1000 Stück und in weiteren 1000er-Schritten produziert/verrechnet werden. Ab einer Auflage von 2000 Stück entfallen bei den meisten Presswerken die Kosten für das Glasmastering.

Daher ist es äußerst wichtig, nach der Entscheidung über Art und Umfang der Ausstattung der CD, bei den verschiedenen Presswerken Kostenvoranschläge/Angebote einzuholen und sich auch zu erkundigen, was „Standard“ und daher nicht mit Mehrkosten verbunden ist (z.B. ist in manchen Presswerken die Glanzlackierung eines Digipacks „Standard“ und eine Mattlackierung mit mehr Kosten verbunden, in manchen Presswerken ist Glanz- oder Mattlack zum gleichen Preis zu haben). Im Zuge der Angebote sollten auch gleich die Produktionszeiten angefragt werden. Achtung: Bei den angegebenen Tagen sind immer Werktage (!!) gemeint, daher bei der Planung auch auf Feiertage achten.

Checkliste für Informationen, die auf der fertigen Produktion unbedingt enthalten sein sollen:
Cover (Vorderansicht): Titel der CD und Namen der Formation. Hier ist zu beachten, dass diese Informationen groß genug und in gut lesbarer Schrift vorhanden sind.

Rückseite / Inlaycard: Enthält Informationen wie Trackliste, Gesamtlange der CD, Namen der ausführenden Musiker, Komponisten, ev. Textdichter, Produzenten. Weiters den Label-Code (LC), EAN-Code als Strichcode, Copyrightvermerke und Angaben zum Label (Name, Logo, Website), Websites der Band/Musiker Compact-Disc-Logo, Logos von allfälligen Sponsoren,

Schmalseiten / Schmalseite der Inlaycard: Beim Jewelcase sind die Schmalseiten Teil der Inlaycard (= Rückseite) und enthalten Titel der CD, Name der Band/Formation, Name/Logo des Labels und/oder CD-Nummer.

Label: Ist die Bezeichnung für den Aufdruck direkt auf der CD bzw. für den Aufkleber in der Mitte einer Schallplatte und enthalt Titel der CD, Name der Band/Formation, Name/Logo des Labels, CD-Nummer, Label-Code, Compact-Disc-Logo, Logo der entsprechenden Verwertungsgesellschaft (in Österreich AUME, in Deutschland GEMA), Angaben zum Copyright und "Warning" (Verbot für unautorisiertes Kopieren, offentliche Wiedergabe etc.).

Innenteil I Booklet: Hier gibt es keinerlei Vorgaben, wie puristisch oder aufwendig die Innenseiten eines Digipacks und/oder ein Booklet gestaltet ist. Meist sind nähere Informationen zu den Musikern, der Produktion, Idee oder Konzept des Albums, Fotos, Songtexte etc. enthalten.

Mit Anlieferung der Druckunterlagen an das Presswerk (üblicherweise per Mail) sollte – auch wenn vorab schon diverser Mailverkehr mit Anfragen und Angeboten stattgefunden hat – nochmals die genaue Bestellung mitgeschickt werden, damit es zu keinerlei Missverständnissen kommt.

Nach Anlieferung der CDs vom Presswerk empfiehlt sich die stichprobenartige Kontrolle der Gesamtlieferung um bei etwaigen Druckfehlern beim Presswerk sofort eine Reklamation einleiten zu können.


Link zu CD-Verpackungen:
http://de.wikipedia.org/wiki/CD-_und_DVD-Verpackungen#CD-Single_und_Slim...

 

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