Spätestens seit den spektakulären Fusionen zwischen "Majors" der Musikindustrie und Internet-Unternehmen rückt das Thema "Musik im Internet" immer mehr in den Fokus der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Konsequenzen überläßt die Kulturwelt jedoch das Thema nach wie vor der Rubrik Lifestyle - ganz nach dem medientauglichen Motto: Schon wieder ein neuer Walkman. Und was der alles kann ...
Dieses ehemalige "Randgruppenthema" ist dabei fast unbemerkt im Begriff, den gesamten Kultur- und Medienbereich unter Zugzwang zu setzen. Mit zunehmender Geschwindigkeit werden die technologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen der gesamten Musikwelt de facto neu definiert und damit Vorbilder für die Entwicklungen in anderen Kulturbereichen gesetzt.
In den Auseinandersetzungen um die Aneignung und Regulierung der neuen Möglichkeiten und Wirklichkeiten spielten bislang die Interessen
von Musikschaffenden und die Vertretung des gesellschaftlichen Interesses an kultureller Vielfalt keine nennenswerte Rolle. Kulturpolitische Positionen sind weder von den Betroffenen noch von der verantwortlichen Politik formuliert.
Ganz im Gegenteil erfolgen wesentliche Weichenstellungen für das Internet nahezu "in aller Stille": Der micafocus geht auch den Fragen nach, welche Lobbies bislang den Richtlinienentwurf des Europäischen Parlaments zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft beeinflusst haben, welche Auswirkungen die bevorstehende Verabschiedung im EU-Parlament haben wird, und welche Einflussnahmen noch möglich scheinen.
Ziele
* Darstellung der Möglichkeiten, Standpunkte und Interessenskonflikte auf technologischem, rechtlichem und ökonomischem Gebiet
* Analyse der sich verändernden Allianzen und Lobbies
* Entwicklung von Standpunkten aus der Perspektive der Musikschaffenden
* Einforderung kulturpolitischer Positionen und Handlungen