
mica-Focus: "Sich einen Namen machen - Karriere im E-Musik Bereich: Nebeneffekt oder Zielerreichung?"Sich einen Namen machen - Karriere im E-Musik Bereich: Nebeneffekt oder Zielerreichung?" - so lautete der übergeordnete Titel des vom mica - music austria gemeinsam mit dem Konservatorium Privatuniversität Wien veranstalteten Symposiums vergangene Woche. Unter der Leitung von Christoph Wagner-Trenkwitz erläuterten ExpertInnen der Szene, jene Herausforderungen, denen sich MusikerInnen und KomponistInnen aus dem Bereich der E-Musik heutzutage stellen müssen.
Reicht alleine spielerische Virtuosität aus, um erfolgreich eine musikalische Karriere einschlagen zu können? Oder ist es doch notwendig hinsichtlich der eigenen Vermarktung Konzessionen zu machen. Die Anforderungen an MusikerInnen, KomponistInnen VeranstalterInnen und LabelbetreiberInnen und haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Entwicklung macht auch vor dem E-Musik Bereich keinen Halt. Die stetig steigende Anzahl an bestens ausgebildeten MusikerInnen schafft eine Konkurrenzsituation und macht es für den/die Einzelne/n schwerer sich erfolgreich zu behaupten. Wie sehen Wege aus, die tatsächlich zum Erfolg führen?
Dass unter ExpertInnen keinesfalls eine einhellige Meinung vertreten wird, zeigte die mit Ranko Markovic (Konversatorium Privatuniversität Wien), Martin Grubinger (Perkussionist), Eleanor Hope(Interclassica Music Management), Markus Hinterhäuser (Salzburger Festspiele), Richard Winter (Gramola) und Walter Weidringer (die Presse) sehr prominent besetzte und von Christoph Wagner-Trenkwitz geleitete Diskussionsrunde im Rahmen der mica-Focus Veranstaltung im Wiener Konservatorium am 13. Oktober.
Vor allem dem Begriff Karriere näherten sich die DiskutantInnen von sehr unterschiedlichen Positionen. So etwa sieht Ranko Markovic die Basis für eine erfolgreiche Karriere vor allem in einer entsprechenden Ausbildung. "Die Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg der eigenen Karriere, kann demjenigen, der diese Karriere anstrebt, letzlich niemand abnehmen", so der Leiter des Konservatoriums Wien Privatuniversität. Und weiter: "Die Grundlage für die entsprechende über die fachliche Kompetenz hinausgehende Befähigung sollte in der Ausbildung gelegt werden." Dafür gilt es die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Einen anderen Ansatz verfolgt Markus Hinterhäuser, der meint, dass heutzutage in der Gestaltung einer Karriere im Bereich der E-Musik die Mechanismen des Pop greifen. Um eine/n KünstlerIn in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und das Interesse an diesem/r zu wecken, wird von ManagerInnen und Medien oftmals oftmals eine Story um diese/e kreiert, die sich stark im Bewusstsein eines potentiellen Publikums verankert. Erfolgreiche Karrieren von Leuten, die sich den Marktmechanimen verweigern, werden in Zukunft immer seltener.
Eine vollkommen entgegengesetzte Position vertritt der Perkussionist Martin Grubinger. Er selber hält von einer Karriereplanung eher wenig. Es geht in der Arbeit eines/r Musikers/In schlicht und einfach darum, qualitativ gut zu sein, die Musik mit Überzeugung zu betreiben und in seiner Arbeit innovativ zu sein.
Schon alleine diese drei Statements lassen erahnen, wie unterschiedlich die Meinungen zum Thema sind. Eine ausführlicher Bericht mit den Positionen aller an der Diskussion beteiligten ExpertInnen folgt in wenigen Tagen.
