Wege in die Sichtbarkeit für die Musik des Jazz

die Herausforderungen, denen sich Musiker wie Veranstalter heute stellen müssen.

Die Diskutanten versuchten in ihren Statements den BesucherInnen ein genaues Abbild der derzeitigen Situation der heimischen Szene, wie sie sich MusikerInnen wie Veranstaltern darstellt, zu zeichnen. Obwohl Österreich als ein Land gilt, in dem allen Unkenrufen zum Trotz Jazz noch immer einen hohen Stellenwert geniest, gehen die aktuellen Entwicklungen der Musikbranche natürlich auch an der hiesigen Szene nicht spurlos vorbei. Zwar werden so viele ausgezeichnete Musikerinnen und Musiker wie selten zuvor hervorgebracht, der Konkurrenzdruck, die mediale Wahrnehmung der Szene sowie die vorher erwähnten Umwälzungen im Bereich der Musikwirtschaft, stellen diese vor ganz neue Herausforderungen.
 
Heute ist vor allem die Eigeninitiative der KünstlerInnen gefragt. Durch das Internet wird die Bildung von neuen, internationalen Netzwerken erleichtert. Lag es vor zwanzig Jahren noch in den Händen der Veranstalter, die Leute zusammenzubringen oder einen über die nationalen Grenzen hinausgehenden Musikeraustausch zu initiieren, fällt diese Verantwortung nun immer mehr in die Hände der MusikerInnen selbst. Das immense Angebot an Musikprojekten mit hohem Niveau erfordert von den Beteiligten zudem neue Strategien für die Sichtbarkeit und die Entwicklung unverwechselbarer Profile.


Auch die Veranstalter müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Trotz des hohen Stellenwertes des Jazz in Österreich, bedarf es immer noch einer gehörigen Portion Überzeugungsarbeit seitens der Clubbetreiber, die öffentlichen Institutionen von der Sinnhaftigkeit finanzieller Förderungen zu überzeugen. Auch ein Porgy & Bess, das heute zu einem der renommiertesten Jazzclubs in Europa zählt, hatte lange Zeit zu kämpfen, bis am Ende die Konzepte der Betreiber schließlich auf Anklang bei den Geldgebern gestoßen sind. Dem oftmals geäußerten Vorwurf, der heimischen Szene zu wenige Auftrittsmöglichkeiten zu bieten, entgegneten Christoph Huber und Otmar Klammer, dass der Anteil österreichischer MusikerInnen und Ensembles bei rund fünfzig Prozent liegt.


Die erwähnten Problemfelder stellen nur zwei unter vielen dar. Generell, kann man sagen ist ein Umdenken in vielen Bereichen notwendig, um Jazz in Zukunft nicht ganz zu einer Nischensparte werden zu lassen. Die Veranstaltung soll eine Diskussion in Gang setzen, die mögliche Problemfelder aufdeckt und Lösungsansätze erarbeitet.


Die gesamte Diskussion wird in wenigen Tagen in transkripierter Form an dieser Stelle zu lesen sein.

 

view counter