Als Bewertungsgrundlage dienten hierzu nicht so sehr Konzerte, welche natürlich auch zum Teil in die Bewertung eingeflossen sind, sondern vielmehr die von den Künstlerinnen und Künstlern aufgenommenen Tonträger. Die fast einzigartige Möglichkeit professionelles und ehrliches Feedback einer Jury zu bekommen, wurde, wie die Zahl der eingereichten Werke beweist, bereitwillig wahrgenommen. Mehr als 15 Musikjournalisten, Veranstalter und andere in der Musikszene involvierte Personen, wie etwa Uwe Viehmann, Karl Fluch, Robert Rotifer, Gerhard Stöger oder das Redaktionsteam der Zeitschrift GAP, bewerteten ein ganzes Jahr lang ausführlich und kritisch die ihnen zugekommenen Beiträge. Basierend auf diesen Expertenmeinungen wurde schließlich das Ranking erstellt.
Der TonBandTest findet nun am 27. Juli mit einem Konzert der Bands Thalija und Tupolev im Wiener Fluc seinen Abschluss.
Die 2001 gegründete Band Thalija eröffnet im Zuge dessen das Programm. Zunächst ohne Namen gegründet, war schon von Beginn an klar, dass die Band das Enge Korsett der Popularmusik, zu sprengen gedachte. Die aus dem Postrock und Postpunk stammenden Musiker ergänzten ihr musikalisches Repertoire mit Elementen aus dem Freejazz, bis schließlich die reine Improvisation in den Vordergrund gerückt ist. Thalija einfach als Band zu bezeichnen, wäre wohl etwas zu untertrieben.
Die fünfzehnköpfige Formation bildet inzwischen wohl eher ein Orchester. Die klassische Rockformation aus Schlagzeug, Gitarre und Bass bildete die Basis, das Verweigern von Songwriting, die Intensität des Klangteppichs, das endlose Loopen einzelner Elemente bildeten das Konzept, ebenso wie das Zuführen anderer befreundeter Musiker in den Kreis der Namenlosen, die sich einem Zirkel gleich im Kreise zum Vollzug des endlosen Rockens begaben.
Tupolev sind eine junge Band aus Mödling bei Wien. Formale Grundlage deren Schaffens ist sehr langsame Folk- und Indierock-Musik, verschoben durch Jazz und klassische Moderne. Ihr Album mit leicht disharmonischen Ausbrüchen, schwappt dahin, erzeugt eine nahezu beruhigende Atmosphäre, welche die Rezipienten beim Hörgenuss, entschweben lässt. Trotz der Jugend zeigt die Band bereits eine erstaunlich reife Leistung.