Didi Bruckmayr und sein langjähriger musikalischer Partner und Cousin Sigi Aigner waren schon immer begeisterte Anhänger extremer Musik. Entscheidend für sie ist das Gefühl, welches die Musik in ihnen auslöst. Im Rahmen des vergangenen lese-takts im mica-music austria referierten die beiden Künstler unter dem Titel „sonic obscurities!“ über ihre eigene musikalische Sozialisation sowie ihre Entwicklung als Musiker und Performer.
Wer Didi Bruckmayr kennt, der weiß, dieser Mann ist immer auf der Suche nach extremen Musik- und Kunstformen. Es waren seit je her jene Stile, welche es in dieser Form davor noch nicht gegeben hat, die den Musiker und Performancekünstler begeistert haben. Aus welcher Richtung diese stammten, war im Grunde genommen egal. Es ging um das Außergewöhnliche, um das wirklich Neue und Verrückte. So waren es zunächst die deutschen Elektronikpioniere, die mit ihrem visionären musikalischen Ansatz für das erste große Aha-Erlebnis gesorgt haben.
Bei einem Aufenthalt in London Anfang der achtziger kam Bruckmayr erstmals mit der Punkmusik (Discharge) in Berührung, welche ihn in Folge zum Grindcore (Napalm Death und Carcass) führte. Danach die Kehrtwende hin zum Breakcore (Venetian Snares) und Dub (Scorn). Mit zahlreichen Musikbeispielen untermauert, brachten Didi Bruckmayr und Sigi Aigner den zahlreich erschienenen BesucherInnen ihre ganz eigenes Musikverständnis näher. Warum und weshalb Extreme auf sie so wirken, welch Kreativ- und Innovationkraft in „Krach“ stecken kann. Dazu brachte das Duo hoch informative Erläuterungen zu bedeutenden technischen Entwicklungen in der Musikwelt. Ein wirklich hoch interessanter und informativer lese-takt.
Der kommende lese-takt findet am 23. Juni statt. Diesmal zu Gast ist der Autor und Songwriter Ernst Molden.
Ort: mica - music austria
Stiftgasse 29, 1070 Wien
Beginn: 20.00 Uhr