
Im Rahmen der Präsentation in der Wiener Stadtbücherei erläuterte Alex Ross die Hintergründe und Motive, die ihn dazu bewogen, "The Rest is Noise" zu schreiben. Auf die Frage warum er sein Buch "The Rest is Noise" betitelt hat, meinte Ross, dass für ihn in seinen Jugendjahren einzig die Werke eines Haydn, eines Mozarts, eines Beethovens und manchmal auch eines Mahlers Bedeutung hatte. "The Rest was Noise", so der Autor. Erst in seiner Studienzeit begann er sich auch für die weite Welt der Musik in all ihren Ausprägungen zu beschäftigen.
Der renommierte New Yorker Musikkritiker lässt in seinem Buch die Geschichte der Musik des zwanzigsten Jahrhunderts neu erleben. Beginnend am Vorabend des ersten Weltkriegs führt Ross seine LeserInnen über die Goldenen Zwanziger Jahre bis an das Ende des vergangenen Jahrhunderts, macht Halt in den totalitären Systemen eines Hilters und Stalins, um die Lage begnadeter Komponisten wie Prokofjew, Schostakowitsch und Strauß näher zu beleuchten und erläutert die Entwicklung der Musik hin zu einem Massenphänomen ab 1945. Im Laufe der Erzählung begegnen dem/der LeserIn die Namen jener, die in unterschiedlichsten Stilen die Musik des zwanzigsten Jahrhunderts mitgeprägt haben. Waren es nun Komponisten wie Schönberg, Berg, Webern und Boulez oder VertreterInnen der Popularmusik wie Lou Reed, die Beatles, Velvet Underground oder Björk.
Alex Ross versucht die politische Rolle der Massen auf die Entwicklung der Musik herauszuarbeiten und damit auch ihren Aufstieg zur Massenkultur zu begründen. Der Autor schreibt der Musik und den Werken stets auch eine soziale Funktion für die jeweilige Gesellschaft zu, ob die KomponistInnen das nun im Sinn gehabt haben oder nicht. Weiters versucht Musikkritiker der Frage nachzugehen, inwieweit ein Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und Massentauglichkeit überhaupt möglich ist.