Musikmagazin – Neues vom österreichischen Musikgeschehen

Fr, 18.04.2014 - 09:51

Dass Friedrich Cerha seit Jahrzehnten als ein würdiger Erbe der Wiener Schule gilt und die musikalische Moderne in Österreich in der 2. Republik wesentlich mitgestaltete, mögen die bereits meisterlich gestalteten „Zwei Stücke für Violine und Klavier“ (1948/51/86) erst im Ansatz erahnen lassen. Sie gehören zu seinen frühesten gültigen Werken und sind nun neben anderen seiner Kompositionen im music austria Notenshop erhältlich. In der „Meditation“ wechseln einander im Charakter sehr verschiedene chromatische und modale Abschnitte ab, wobei der vollgriffige Klaviersatz deutlich schwieriger erscheint als der sanft fließende, vor allem auf eine breite dynamische Ausdruckspalette hin konzipierte Geigenpart. Ähnliches vermeint man zunächst auch über das slawisch gefärbte „Alte Lied“ sagen zu können, das zunächst dem Titel gemäß als sehnsuchtsvoller Gesang anhebt. Spätestens mit Eintritt eines Subito-furioso-Abschnitts mit seinen rasenden Sechzehntelläufen und Doppelgriffpassagen weiß man freilich, dass der Geiger Cerha hier schonungslos seinem eigenen virtuosen Können Rechnung trug.

Do, 17.04.2014 - 13:26

MoZuluArt waren noch nie eine Formation, die sich in irgendeiner Art und Weise um traditionelle stilistischen Begrifflichkeiten und Grenzziehungen gekümmert hat. Von Anfang an sich musikalisch quasi alles erlaubend, haben sich der der Pianist Roland Guggenbichler und sein aus den drei Sängern Vusa Mkhaya, Ramadu und Blessings Nqo bestehendes Ensemble mit der Zeit ihre ganz eigene unverkennbare Klangsprache entwickelt, eine, in der das vermeintlich Unterschiedlichste in schönster Form kunstvoll zusammengeführt wird. Im Universum von MoZuluArt trifft die lebendige und farbenfrohe afrikanische a-capella-Musik auf die Klänge der europäischen Klassik. Dem nicht genug finden oftmals auch Elemente aus dem Jazz, Folk und anderer Weltmusiken Eingang in das musikalische Geschehen. Der bislang wohl ambitionierteste Versuch des Vierers alle musikalischen Grenzen zu sprengen, fand im August 2013 im Rahmen eines Live-Konzerts im Wiener Stadtsaal statt, als MoZuluArt gemeinsam mit dem 19-köpfigen Ambassade Orchester Werke von unter anderem Mozart, Haydn und Bach einer Neubearbeitung unterzogen haben. Die Idee auch danach weiterverfolgend, wurde diese schließlich auch das Hauptthema der neuen CD „Township Serenade“. Präsentiert wird diese nun am 17. April im Wiener Stadtsaal, also quasi am Ort ihrer Geburtsstunde.

Do, 17.04.2014 - 13:26

Musik bewegt alle und mit Musik kann man, Digitale Revolution hin oder her, auch immer noch eine Menge Geld verdienen – Pop sells nach wie vor! Tim Renner, das ehemalige Wunderkind der Branche, Ex-Universal Deutschland Chef, Gründer von Motor Entertainment und einer der gefragtesten Musikmanager des Landes weiß das nur zu genau: Die Sportfreunde Stiller, Element of Crime, Tocotronic, Die Sterne oder Rammstein wären ohne ihn wohl kaum zu dem geworden, was sie heute sind; selbst den Fußballer Dante hat er über Nacht in die Charts gebracht. Gemeinsam mit der Radiopromoterin Sarah Wächter erzählt er nun in „Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten – Die Wahrheit über die Popindustrie“ (Berlin Verlag) die Geschichten hinter den Stars und gibt exklusive Einblicke in eine Branche im Umbruch, die wie kaum eine andere aus Emotionen Geld macht.

Do, 17.04.2014 - 13:25

"Dynamisch" ist wohl jener Terminus, mit dem man am ehesten jene Umbrüche auf einen Nenner bringen kann, die die österreichische Jazzszene in den letzten Jahren geprägt haben. Manche Institutionen sind verschwunden, neue Strukturen dafür entstanden. So hat Joe Zawinuls 2004 in Wien eröffneter Club Birdland seinen 2007 verstorbenen Gründer nur um ein Jahr überdauert. 2009 wurden zudem die Hans-Koller-Preise - mit ihnen der internationale „European Jazz Prize“ - zum letzten Mal vergeben. Einen Paukenschlag bedeutete weiters das Ende eines der wichtigsten Szene-Aushängeschilder: Im Juli 2010 verfügte Mathias Rüegg nach 33 Jahren die Auflösung des Vienna Art Orchestra (VAO), lange Jahre Flaggschiff des europäischen Bigband-Jazz. Die Musiker, die seit den 1980er-Jahren aus diesem Klangkörper hervor gegangen sind, prägen indessen weiterhin das Geschehen: Voran die international etablierten Saxofonisten Wolfgang Puschnig (*1956) und Harry Sokal (*1954), aber auch Instrumentalisten, die in den letzten Jahren im VAO bekannt geworden sind: Dazu zählen Trompeter Thomas Gansch (*1975) und der einst bei den Wiener Philharmonikern beschäftigte Kontrabassist Georg Breinschmid (*1973). Beide sind gleichermaßen virtuose wie musikantisch veranlagte Instrumentalisten, schöpfen in ihren Stücken auch aus der Blasmusik- bzw. Wienerlied-Tradition und ergötzen das Publikum nicht zuletzt als amüsantes, musikkabarettistisches Duo.

Do, 17.04.2014 - 13:24

„Groove“ ist so vielfältig definierbar wie man die Begriffe „Schmäh“ oder „Saudade“ mit Worten bestenfalls umschreiben  kann, aber das, was gemeint ist, wissen alle, die „es“ spüren durften und fortan davon infiziert sind.  „Groove“ ist auch das sympathische Hauptmerkmal der vier Männer, die hier unter dem Bandnamen Chilifish präsentiert werden mögen: Sobald  jenewelche nämlich loslegen, treten Symptome beim Zuhörenden auf, wie zwanghafte Lust zu tanzen oder mindestens „rhyhtmisches Stehen“ (Roland Kaisers „Dich zu lieben“ Fußchoreographie). Die unwiderstehlich energetische Schwingung erfasst Hüften und Rumpf, die zuvor „ruhigen Zuschauermassen“ mutieren zu einer Herde „Wackeldackel“. Von der ersten bis zur letzten Sekunde wird man getragen von Beats chili-gewürzt mit frechen oder unverschämt romantischen Texten. Das Geheimnis ihres Grooves beruht nicht nur auf dem  gleichen „Time“-holz und Musikempfinden, aus dem Konglomerat BassistIn und SchlagzeugerIn geschnitzt sein möchten. Nach Bass und Drumset sucht man hier nämlich vergebens.

Mi, 16.04.2014 - 08:50

Am 24. April beginnt sie wieder, die wean hean Zeit. Zehn Konzertabende ganz im Zeichen der Musik aus Wien, der traditionellen, ebenso wie der modernen. Das wie immer sehr abwechslungsreiche Programm, bietet einmal mehr einen qualitativ hochwertigen und sehr spannenden Abriss des vielfältigen und spannenden musikalischen Treibens in Wien. Entgegenblicken darf das Publikum ausgefallenen neuen Musikprojekten genauso wie Konzerten namhafter Größen der Szene. Eröffnet wird das inzwischen zum 15. Mal über die Bühne gehende Festival unter dem Titel „In Ottakring draußt“ gleich an drei nahe beieinander liegenden Orten: im Bockkeller, im Schutzhaus Waidecker und in der 10er Marie. Es spielen unter anderem die Neuwirth Extremschrammeln im Trio, Federspiel, Karl Hodina und viele, viele mehr.

Mi, 16.04.2014 - 08:49

Nach dem „MQ Summer  of Fashion“ 2012 setzt das MuseumsQuartier im Sommer 2014 erneut einen  Themenschwerpunkt, im Rahmen dessen die zahlreichen Kunst- und Kulturinstitutionen im MuseumsQuartier gemeinsam ein vielfältiges Programm präsentieren und damit zusätzlich zur individuellen eine starke kollektive Präsenz zeigen: der „MQ Summer of Sounds“ wird sich unter dem Motto „the relationship of sound to space“ mit dem Verhältnis von Raum und Klang beschäftigen. Die Eröffnung findet mit einem Konzert von „Ja, Panik“ am 5. Juni statt.

Di, 15.04.2014 - 15:55

Seit über einer Dekade nun schon zählen Krzysztof Dobrek und sein Quartett Dobrek Bistro zu den fixen Größen der heimischen Weltmusikszene. Es ist vor allem diese fast schon unvergleichbare Vermischung der unterschiedlichsten musikalischen Zutaten, mit welcher die Multikulti-Combo das Publikum allerorts in hohem Maße zu begeistern weiß. Das von der vierköpfigen Formation Dargebotene offenbart sich als ein wirklich schönes Beispiel dafür, wie international, abwechslungsreich und mitreißend Musik erklingen kann, löst man sich einmal von allem begrifflichen und traditionellen Purismus.

Di, 15.04.2014 - 13:58

An dem Ort, an dem die Gesetzmäßigkeiten, Strukturen, Definitionen und was auch immer alles Regelndes längst außer Kraft gesetzt sind und alleine der wunderbar-wahnsinnige und alle Stile übergreifende Umgang mit der künstlerischen und improvisierten Freiheit im Mittelpunkt des Geschehens steht, genau an diesem treibt das avantgardistisch-schräge Duo bagg*fish sein geniales musikalisches Unwesen. Was Michael Fischer und Marcos Baggiani, die beiden Köpfe hinter diesem eigenwilligen Projekt, auf ihrer selbstbetitelten und beim Label TryTone erschienenen neuen CD bieten, ist ein Musikerlebnis der vielen, vielen Klangsprachen, ein unvorhersehbares, sich ständig im Prozess der Veränderung befindliches musikalisches Etwas, das nicht und nicht kategorisierbar oder exakt benennbar ist, kurz, womit das Zweiergespann die Hörerschaft konfrontiert, ist schlicht die höchste Kunst der Improvisation.

Di, 15.04.2014 - 13:38

Classical:NEXT und worum es geht? Die Classical:NEXT ist das Fach-Forum für alle Bereiche der klassischen Musik und bietet mehr als 1.000 MusikerInnen, KomponistInnen, MusikManagerInnen, Konzerthäusern, Festivals, Verlagen, Agenturen, u.v.m. aus über 40 Ländern Raum zur Vernetzung und für kreativen Austausch. Die heuer dritte Ausgabe findet vom 14. bis 17. Mai erneut in Wien statt. Herzstück des jährlichen Treffens ist die umfangreiche Expo und das 3-tägige Konferenz-Programm mit internationalen Panelisten im MAK - Museum für Angewandte Kunst Wien.