Musikmagazin – Neues vom österreichischen Musikgeschehen

Mi, 23.04.2014 - 11:30

Christian Bakanic ist ein vielbeschäftigter Mann. Mag sein Name auch eher nur den „Eingeweihten“ ein Begriff sein – die Projekte, an denen er sich das letzte Jahrzehnt hinweg beteiligt hat und die durch sein facettenreiches Akkordeonspiel wesentlich geprägt waren, sind auch außerhalb der jeweiligen Nischen bekannt: Ob Beefólk, Trio Infernal oder Folksmilch. In all diesen Ensembles, die sich durch eine jeweils unterschiedliche Gemengelage von Jazz, Klassik und Folklore auszeichnen, findet sich sein einprägsames und stilistisch vielseitiges Spiel. Selbiges lässt sich grob in folgende Stränge aufdröseln, die gemäß der jeweiligen Gewichtung stets präsent sind: die komplexe Spontaneität der Improvisation, die temperamentvolle Leidenschaft des Tango Nuevo, das disziplinierte Moment abendländischer Klassik und die vielschichtigen Traditionen europäischer Volksmusik.

Di, 22.04.2014 - 11:58

Inmitten unberührter Waldviertler Landschaft findet heuer zum 14. Mal das familienfreundliche KASUMAMA Afrika Festival statt. Von 9. bis 13. Juli bietet der Verein KASUMAMA ein abwechslungsreiches Programm, das die kulturelle Vielfalt des afrikanischen Kontinents näher bringen soll. Als Ort der Begegnung und der Völkerverständigung versteht sich das stimmungsvolle Festival, bei dem ÖsterreicherInnen und in Österreich lebende AfrikanerInnen in freundschaftlicher Atmosphäre zusammen kommen. Untertags sorgen zahlreiche Workshops für Kinder und Erwachsene, ein bunter Bazar, Filmvorführungen, Lesungen, akustische Konzerte, Vorträge und Diskussionen für spannende Unterhaltung. Live-Konzerte mit internationalen Top-Stars wie Dobet Gnahoré (Elfenbeinküste), Etran Finatawa (Niger) oder Lala Njava (Madagaskar), herausragenden Newcomern wie Jeys Marabini (Zimbabwe) oder Elemotho (Namibia) sowie heimischen Größen wie Celia Mara (Brasilien) und Pascal Lopongo (DR Kongo) verwandeln das Festivalgeschehen abends in eine große Tanz-Party. Inspiriert von der Fußball-WM 2014 in Brasilien fließt dieses Jahr in das gesamte Programm ein brasilianisches Flair ein, um auch einmal die afrikanischen Wurzeln und Einflüsse in Brasilien näher zu beleuchten.

Di, 22.04.2014 - 11:57

Am 24. April beginnt das Wienerlied-Festival Wean Hean, ein Abend im Theater Akzent ist der Violinistin Julia Lacherstorfer gewidmet und trägt den Titel „Perpetua Julia!“ Grund genug, die umtriebige Musikerin zum Interview zu bitten. Noch dazu erscheint in diesen Tagen die neue CD ihres Duo-Projektes Ramsch & Rosen. Das Interview führte Jürgen Plank.

Do, 17.04.2014 - 13:26

MoZuluArt waren noch nie eine Formation, die sich in irgendeiner Art und Weise um traditionelle stilistischen Begrifflichkeiten und Grenzziehungen gekümmert hat. Von Anfang an sich musikalisch quasi alles erlaubend, haben sich der der Pianist Roland Guggenbichler und sein aus den drei Sängern Vusa Mkhaya, Ramadu und Blessings Nqo bestehendes Ensemble mit der Zeit ihre ganz eigene unverkennbare Klangsprache entwickelt, eine, in der das vermeintlich Unterschiedlichste in schönster Form kunstvoll zusammengeführt wird. Im Universum von MoZuluArt trifft die lebendige und farbenfrohe afrikanische a-capella-Musik auf die Klänge der europäischen Klassik. Dem nicht genug finden oftmals auch Elemente aus dem Jazz, Folk und anderer Weltmusiken Eingang in das musikalische Geschehen. Der bislang wohl ambitionierteste Versuch des Vierers alle musikalischen Grenzen zu sprengen, fand im August 2013 im Rahmen eines Live-Konzerts im Wiener Stadtsaal statt, als MoZuluArt gemeinsam mit dem 19-köpfigen Ambassade Orchester Werke von unter anderem Mozart, Haydn und Bach einer Neubearbeitung unterzogen haben. Die Idee auch danach weiterverfolgend, wurde diese schließlich auch das Hauptthema der neuen CD „Township Serenade“. Präsentiert wird diese nun am 17. April im Wiener Stadtsaal, also quasi am Ort ihrer Geburtsstunde.

Do, 17.04.2014 - 13:24

„Groove“ ist so vielfältig definierbar wie man die Begriffe „Schmäh“ oder „Saudade“ mit Worten bestenfalls umschreiben  kann, aber das, was gemeint ist, wissen alle, die „es“ spüren durften und fortan davon infiziert sind.  „Groove“ ist auch das sympathische Hauptmerkmal der vier Männer, die hier unter dem Bandnamen Chilifish präsentiert werden mögen: Sobald  jenewelche nämlich loslegen, treten Symptome beim Zuhörenden auf, wie zwanghafte Lust zu tanzen oder mindestens „rhyhtmisches Stehen“ (Roland Kaisers „Dich zu lieben“ Fußchoreographie). Die unwiderstehlich energetische Schwingung erfasst Hüften und Rumpf, die zuvor „ruhigen Zuschauermassen“ mutieren zu einer Herde „Wackeldackel“. Von der ersten bis zur letzten Sekunde wird man getragen von Beats chili-gewürzt mit frechen oder unverschämt romantischen Texten. Das Geheimnis ihres Grooves beruht nicht nur auf dem  gleichen „Time“-holz und Musikempfinden, aus dem Konglomerat BassistIn und SchlagzeugerIn geschnitzt sein möchten. Nach Bass und Drumset sucht man hier nämlich vergebens.

Mi, 16.04.2014 - 08:50

Am 24. April beginnt sie wieder, die wean hean Zeit. Zehn Konzertabende ganz im Zeichen der Musik aus Wien, der traditionellen, ebenso wie der modernen. Das wie immer sehr abwechslungsreiche Programm, bietet einmal mehr einen qualitativ hochwertigen und sehr spannenden Abriss des vielfältigen und spannenden musikalischen Treibens in Wien. Entgegenblicken darf das Publikum ausgefallenen neuen Musikprojekten genauso wie Konzerten namhafter Größen der Szene. Eröffnet wird das inzwischen zum 15. Mal über die Bühne gehende Festival unter dem Titel „In Ottakring draußt“ gleich an drei nahe beieinander liegenden Orten: im Bockkeller, im Schutzhaus Waidecker und in der 10er Marie. Es spielen unter anderem die Neuwirth Extremschrammeln im Trio, Federspiel, Karl Hodina und viele, viele mehr.

Di, 15.04.2014 - 15:55

Seit über einer Dekade nun schon zählen Krzysztof Dobrek und sein Quartett Dobrek Bistro zu den fixen Größen der heimischen Weltmusikszene. Es ist vor allem diese fast schon unvergleichbare Vermischung der unterschiedlichsten musikalischen Zutaten, mit welcher die Multikulti-Combo das Publikum allerorts in hohem Maße zu begeistern weiß. Das von der vierköpfigen Formation Dargebotene offenbart sich als ein wirklich schönes Beispiel dafür, wie international, abwechslungsreich und mitreißend Musik erklingen kann, löst man sich einmal von allem begrifflichen und traditionellen Purismus.

Di, 15.04.2014 - 10:32

Bratfisch, das wissen Connaisseure, mundet nicht nur am Karfreitag der vor der Türe steht, sondern besonders wenn damit die österreichische Band gemeint ist, den ganzen Jahreskreis hindurch: Vier junge Männer, die Gebrüder Matthias  und Tino Klissenbauer an Stimme, Gitarre und Akkordeon, Jürgen Partaj an der Violine und Johannes Landsiedel an Gitarre und Bass (auch Texter) ziehen über die Großstadt- und auch die Landesgrenzen hinaus immer mehr Publikum an und das aus gutem Grund. Geboten wird hervorragend gespielte Musik und lässige Texte.

Mo, 14.04.2014 - 14:22

Dass mit dem Perfektionismus ist ja so eine Sache. Oftmals ist es nämlich genau dieser, der dazu verleitet, dass man sich zu sehr im Detail und damit auch das Ganze aus dem Auge verliert. Wie gesagt, oftmals, aber nicht immer. Jeder der schon einmal in den Genuss gekommen ist, ein Plauderstündchen mit Krzysztof Dobrek, dem Kopf der Formation Dobrek Bistro, zu halten, der weiß, dass auch dieser aus Polen stammende und seit vielen Jahren in Wien lebende Musiker ebenfalls perfektionistisch tickt, gleichzeitig aber immer schon auch die Vorstellung des Gesamten im Kopf behält. „Bistro III“ (Dobrecords), das neue Album seines Quartetts, zeigt sich einmal mehr als ein großer und überaus ambitionierter musikalischer Entwurf, als einer, in dem wirklich alle Grenzen gesprengt werden, die stilistischen, die traditionellen, die regionalen, die zeitlichen und, und, und. Was sich in den neuen Stücken von Dobrek Bistro in beeindruckender Art abspielt, ist schlicht und einfach ein in vielen Farben hell erleuchtendes Feuerwerk voller unbändigem Spielwitz, technischer Perfektion und instrumentaler Virtuosität.

Di, 08.04.2014 - 11:51

Spricht man über die Wiener Tschuschenkapelle (ursprünglich Erste Wiener Tschuschenkapelle), so spricht man über eine Formation, die wie nur wenige andere die Musikgeschichte Österreichs des letzten Vierteljahrhunderts (2014 feiert die Band ihr 25-jähriges Bestehen) mitgeschrieben hat. Man spricht von einer Band, die sich das friedliche Miteinander der verschiedenen Kulturen auf die Fahne geheftet hat und darüber hinaus in der Rolle eines musikalischen Botschafters, die heimische Musikszene auch europaweit in allen Ehren vertritt und aufzeigt, von welcher Lebendigkeit und welchen Reichtum diese ist. Slavko Ninić, der Gründer und Kopf der Band, im Interview mit Michael Ternai.