Musikmagazin – Neues vom österreichischen Musikgeschehen

Mi, 24.04.2013 - 10:44

Wirklich groß vorstellen muss man Manu Delago im Grunde genommen nicht mehr. Als Mitglied der Band der isländischen Popikone Björk inzwischen die ganze Welt bereisend, hat der Hangspieler und Komponist auch mit seinen vielen verschiedenen Projekten international inzwischen viel Staub aufwirbeln können. Mit Manu Delago Handmade, seiner aktuellen Formation, dürfte es sich vermutlich nicht anders verhalten. Der inzwischen London seine Heimatstadt nennende Tiroler zeigt sich wie gewohnt als ein Musiker, dem das Schubladendenken einfach vollkommen fremd zu scheint. Was einzig zählt, ist die Freiheit, sich aus all den zur Verfügung stehenden stilistischen Spielformen den eigenen Sound zusammenbasteln zu können. „Bigger Than Home“ (Sessionwork Records), das Anfang April erschienene Album dieses, seines neuen Projektes, ist ein schönes Beispiel für ein wirklich intensives und vielschichtiges Hörerlebnis, das aufgrund der innovativen Kraft, welche freigesetzt wird, ein hohes Maß an Eigenständigkeit zum Ausdruck bringt.

Mo, 22.04.2013 - 16:20

Unten im Keller werkt Martin Siewert in seinem Tonstudio, daneben im großen Proberaum bereiten sich die Nifty's auf weitere Schandtaten vor, das heißt für Peter Kutin, dass vorerst an eine Arbeit an seinen Studiogeräten nicht zu denken ist. Gleiches gilt für den Fall, wenn KollegInnen wie Susanna Gartmayer, Katharina Ernst oder Max Bogner hier in der Garnisongasse 7 im 9. Wiener Gemeindebezirk proben. Macht aber nix, sagt Kutin, weil ohnedies alle ihre Arbeit aufeinander abgestimmt machen.

Mo, 22.04.2013 - 10:22

ddkern kennt man, und zwar hauptsächlich als treffsicheren Schlagzeuger von Combos wie Bulbul, Fuckhead, Broken.Heart.Collector und Glutamat. Aber auch in der lärmigen Ecke der Impro und des freien Jazz hat er sich einen Namen gemacht, insbesondere mit Keyboard-Wizard Philipp Quehenberger. Doch die Seiten des Kern sind damit noch lange nicht gezählt. Er ist einer der wenigen Musiker, der auch mit internationalen Kapazundern locker mithalten und sogar musikalischen Gewalttätern wie Peter Brötzmann, Weasel Walter (Ex-Flying Luttenbachers) und Mats Gustafsson mit seinen Stöckchen einheizen kann. ddkern selbst gibt sich recht bescheiden und humorvoll – doch man sollte sich nicht täuschen lassen, wenn er nicht ständig betont, dass er zu den feinsten und professionellsten Kunden seiner Zunft gehört. Er macht einfach lieber, als blöd drüber zu reden und ist mit einem extrem strengen und in langjähriger Erfahrung herangezüchteten individuellen Bullshit-Detektor ausgestattet, der nie in Arroganz kippt, sondern eher arrogantes Geplappere zärtlich gegen die Wand tuschen lässt und dabei grinst. Das Gespräch mit dem umtriebigen Tausendsassa führte Clemens Marschall.

Fr, 19.04.2013 - 12:07

Vor kurzem nannten sie sich noch Skaverda, nun sind sie unter dem Namen Manchester Snow kräftig am musizieren. Bei den derzeitigen Wetterbedingungen könnte der neue Bandname gar nicht passender gewählt sein. Ob in Manchester gerade Schnee liegt, kann uns eigentlich völlig egal sein. Hauptsache der Indiesound der blutjungen Salzburger heizt dermaßen ein, dass die heimische Schneedecke möglichst schnell zum schmelzen gebracht wird.

Fr, 19.04.2013 - 11:30

Dass es in der elektronischen Musik nicht zwangsläufig immer auf die Tanzbarkeit hinauslaufen muss, sondern dass diese sehr wohl auch einem avantgardistischen Kontext zugeführt werden kann, genau dies zeigt Jürgen Berlakovich in seinem Projekt Takamovsky. „In Streams“ (Etymtone), das vor wenigen Wochen erschienene neue Werk des Wiener Soundtüftlers, zeigt sich als ein sehr gelungener Versuch, der Kälte und Distanziertheit der elektronischen Klangkunst doch so etwas wie eine Art Seele zu verleihen. Die Stücke, versetzt mit Fieldrecordings und anderen elektronischen Spielerein, besitzen einen seltsamen Charme, der auffordert, sich intensiver mit dem Dargebotenen zu beschäftigen. Eine spannende Angelegenheit.

Fr, 19.04.2013 - 11:17

Linz darf sich seit den frühen 1980er Jahren einer extrem lebendigen und vielfältigen Kultur- und Subkulturlandschaft rühmen. Der Kulturverein Stadtwerkstatt ist das älteste der (autonomen) Kulturzentren der Stadt, gegründet 1979 mit dem „Ziel der kritischen Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Lebens in der Stadt und der Förderung kultureller Initiativen auf volksnaher Ebene“. Neben vielerlei Kunstprojekten, Videoproduktionen, dem Stadtwerkstatt-TV und dem Betrieb eines Hauses in Linz-Urfahr, das neben der Konzertbühne auch das freie Radio FRO, servus.at und das Cafe Strom beherbergt, stand und steht Musik im Zentrum der kulturellen Aktivitäten. Darüber sprach Stefan Parnreiter-Mathys mit Franz Xaver und Jörg Parnreiter. Angemerkt sei, dass zwischen Interviewer und einem der Interviewten ein Naheverhältnis besteht.

Fr, 19.04.2013 - 10:35

Es mag durchaus an Initiativen wie Beatshot liegen, dass sich im eher spärlichen Salzburger Clubleben Drum'n'Bass (mit all seinen Spielarten) weiterhin so grosser Beliebtheit erfreut. Von schwindendem Publikumszuspruch kann also absolut nicht die Rede sein. Dennoch wird es nun am Samstag, 20.04.2013 im Jazzit mit "10 Jahre Beatshot" die Abschlussparty für die erfolgreiche DJ-Reihe gegeben. Ans Aufhören wird dabei jedoch nicht gedacht. Viel eher soll der Nachwuchs gefördert und der der Blick nach vorne geschärft werden. Für mica unterhielt sich Didi Neidhart mit Tristan Hassa (aka J Khan) über 10 Jahre Beatshot, Salzburg als Drum'n'Bass-Stadt und zukünftige Pläne.

Do, 18.04.2013 - 11:27

Wirklich groß vorstellen muss man Russkaja im Grunde genommen ja nicht mehr. Bekannt aus der Fernsehsendung „Willkommen Österreich“ hat sich die siebenköpfige Truppe aus Wien längst auch international einen Namen, vor allem als bärenstarke Liveband, die so ziemlich alles wegfegt, machen können. Drei Jahre nach ihrem bislang letzten Output „Russian Voodoo“, warten Russkaja nun mit ihrem neuen Album auf. Und schon der Titel gibt die programmatische Richtung vor. „Energia!“ (Napalm Records) ist die Aufforderung so richtig abzugehen und die Nacht hindurch ohne Pause abzutanzen. Eine musikalisch schweißtreibende Angelegenheit, die aber, und das macht den Unterschied dieser Band zu vielen anderen ähnlichen Formaten aus, niemals ins Banale und Oberflächliche hineinkippt. Der Qualitätslevel wird vom ersten bis zum letzten Ton hochgehalten, auch weil Russkaja es verstehen, der ganzen Sache ihre eigene unverkennbare und abwechslungsreiche Note zu verleihen. Vorgestellt wird „Energia“ in den kommenden Wochen im Rahmen einer ausgedehnten Tour durch Österreich, Deutschland, die Schweiz und Ungarn. Erste Station ist das Gasometer in Wien am 18. April.

Do, 18.04.2013 - 10:57

Die heimische Musiklandschaft elektronischer Provinienz ist aktiv wie schon lange nicht mehr, sieht man sich diverse Crews an, die jedes Wochenende eine Party nach der Anderen dem interessierten Publikum kredenzen oder die zahlreichen Acts, Labels und DJs, die teilweise auch international einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Pratersauna, einerseits Social Life & Art Space und andererseits ein fixer Anziehungspunkt für das ausgelassene Wiener Partyvolk, hat dies nun schon bereits zum zweiten Mal zum Anlass genommen und präsentiert den ganzen April über das Austrian Artist Festival. Darüber hat Peter Balon kurz mit Stefan Hiess, ein Teil des Betreiberduos der Pratersauna, gesprochen.    

Di, 16.04.2013 - 15:17

Wer behauptet, in seinem Leben alle Musik bereits irgendwann einmal gehört zu haben, dem ist definitiv noch niemals die Band Fang den Berg untergekommen. Denn hört man sich durch das neue Album „Viel schlafen“ (Zach Records) der vierköpfigen Linzer Formation, fragt man sich schon erst einmal, was denn das jetzt sein soll. Stilistisch uneinordenbar, musikalisch alle Regeln der gediegenen Hörgewohnheiten brechend und im Sound von düster bis brachial das gesamte Spektrum abdeckend, zeigen sich die Nummern von Fang den Berg als der gelungene Versuch, sich dem Gewöhnlichen zu widersetzen. Das genau richtige Album für all jene also, die auch an den etwas anderen musikalischen Entwürfen abseits des Herkömmlichen Gefallen finden.