1992 sagte Peter Handke in einem Gespräch über Theater und Literatur auf die Feststellung, dass Gert Jonke sich jahrelang eingesponnen hätte in den feinen Ton einer Musikkünstler-Prosa, in Geschichten über Kunst, Künstlichkeit und Wahnsinn, danach lange Zeit verstummt wäre und sich nun wieder mit Stücken zeige, weil er aufs Theater wolle: Gert Jonke ist auch ein Einzelgänger, der in immer imponierenderen Spiralen sich immer mehr verengt hat. Aber ich glaube, dass er jetzt mit dem Theater eher herausfindet als mit der Prosa.(…)Aber sowas ist natürlich leicht gesagt, denn andererseits ist der Magnetismus des Schreibens, wenn man einmal eine Spur gefunden hat, sehr stark, dass man schon den gordischen Knoten bemühen muss, um da wieder herauszukommen. Und so muss man wieder ganz neu anfangen oder zumindest der Fiktion folgen, dich hinzusetzen, als ob du noch nie ein Wort geschrieben hättest. Wer das (wie Jonke) vermag, hat eine wunderbare Gabe. DAS ist meisterhaft. In seinen Theaterstücken hat sich Gert Jonke (1946-2009) nicht nur aus seinen imponierenden Spiralen herausgefunden, vielmehr näherte er sich mit ihnen dem Traum des Kleistschen Marionettentheaters: Nach einer Weltreise des Geistes über eine zweite Naivität noch einmal von hinten ins Paradies zu gelangen. Nach einem Juryentscheid über den Auszuzeichnenden wird am 7. März zum zweiten Mal der Gert Jonke-Preis vergeben. Der Preis, dem der Poet seinen Namen gibt, wurde auf Anregung Josef Winklers vom Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt gestiftet.