frauen/musik

Die Darstellung der Frauen in der österreichischen Musikwelt ist mica – music austria ein besonderes Anliegen. Im frauen/musik-Kanal des Magazins wird das heimische weibliche Musikschaffen in Artikeln, Interviews und Porträts präsentiert. 2009 wurde vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten das Handbuch „frauen/musik – österreich“ in einer deutschen und einer englischen Fassung herausgegeben. Es enthält Komponistinnen, Interpretinnen, Forscherinnen und Wissenschaftlerinnen, Produzentinnen, Journalistinnen, Festivals, Agenturen, Veranstalterinnen und Plattformen. Der Inhalt des Handbuchs wurde zur Gänze in die vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten geförderte und laufend erweiterte mica-Frauenmusikdatenbank übertragen. Im Jahr des 100. Jubiläums des internationalen Frauentags 2011 stand die Vortrags- und Diskussionsreihe mica focus unter dem Motto "Frauen und Musik"


Mi, 29.05.2013 - 18:10

Unter dem Titel „Adele, Katy, Sasha & Co. Pop-Frauen der Gegenwart. Zwischen Selbstdarstellung und Fremdbestimmung: Körper, Stimme, Image“ veranstaltet das Zentrum für Genderforschung der KUG von 6. bis 8. Juni 2013 eine interdisziplinäre Konferenz. Thematisiert wird die Bedeutung der stark angestiegenen Anzahl von jungen Popsängerinnen.

Mo, 06.05.2013 - 14:34

Frauen in der Pop-Musik: Stark und Dominant wie Lady Gaga und Lady Bitch Ray, die mit ihren Bildern von Weiblichkeit spielen und die Deutungshoheit zurückverlangen. Oder ausgenützt und sexualisiert wie Brenda Lee, die als dreizehnjährige mit der Textzeile „one hour of love tonight just knocks me out like dynamite“ in die Pop- und Folk Charts kam, oder Britney Spears die als 18-Jährige in Schulmädchen-Uniform sang „Baby, Hit Me One More Time“?

Do, 02.05.2013 - 13:53

KomponistInnenporträts und Podiumsdiskussion. Vorgestellt werden Johanna Doderer und Bernd Richard Deutsch. Mit den KomponistInnen diskutieren: Klaus Ager, Annegret Huber, Reinhard Karger und Elisabeth Schimana. Moderation: Renate Burtscher, Ö1

Fr, 26.04.2013 - 11:01

Als kennzeichnend für Eva Reiters kompositorische Arbeit der letzten Jahre kann die Auslotung des schmalen Grats zwischen rein akustischer und elektronischer Musik angesehen werden. Die Aufmerksamkeit ist jenem Material gewidmet, das die Illusion elektronischer Klänge erweckt. Dabei sollen durch einfache Mittel wie Präparierungen Klänge mit einer komplexen Binnenstruktur erzeugt werden. Die Klanggestaltungen der für Reiters Musik elementaren elektronischen Zuspielungen bestehen zum einen aus Samples, die den Instrumenten selbst entnommen sind, zum anderen aus Maschinen und Motorensounds, deren asymmetrische Loopeigenschaft besonders charakteristisch ist. Reiter entwickelt Legierungen zwischen Elektronik und Instrumentalklang und schafft somit ein symbiotisches Gefüge.

Fr, 08.03.2013 - 11:37

Experimentelle Felder erschließt Pia Palme in ihrer Verbindung von instrumentalen Klängen und Stimmperformance sowie deren elektronischer Verfremdung, etwa wenn sie die Töne ihrer Subbassblockflöte abnimmt oder InterpretInnen mit Kehlkopfmikrofonen ausstattet. Ihrer Zeit enthoben kommen Materialien aus dem Barock zum Einsatz, um etwa der Oboe da Caccia in der Gegenwart einen neuen Platz zuzuschreiben. Gerade eine den Erwartungen ihres Erfinders nicht gerecht werdende Sprechmaschine aus dem 18. Jahrhundert erlaubt es der Komponistin den Reiz in der Umfunktionierung der Erfindung zu suchen und damit Unerwartetes zu generieren. Palme tritt zudem als Blockflötistin und Performerin in Erscheinung; sie erprobt in der Abstimmung auf den Raum ungewöhnliche Formen des Auftritts, wenn die InterpretInnen etwa weit voneinander entfernt auf die Kommunikation mittels Blickkontakt verzichten müssen und ein Chor dazu herausgefordert wird, sich ohne Dirigent selbst zu organisieren. So eröffnen sich klangliche Spannungsfelder, die auch gesellschaftliche Fragen aufwerfen. Als Komponistin widmet sie sich in letzter Zeit verstärkt dem Finden von neuen kompositorischen Strukturen. (dw)

Mi, 20.02.2013 - 15:21

„Es ist keine Petitess, dass weiterhin Werke von Komponistinnen im Konzert- und Lehrbetrieb unterrepräsentiert sind.“  An den Musikuniversitäten beginnt langsam ein Umdenkprozess. Das Standardrepertoire aus barocker, klassischer und romantischer Musik bietet in Punkto Komponistinnen eine verhältnismäßig geringe Ausbeute. Der Grund ist hier am ehesten in den Rollenbildern vergangener Jahrhunderte zu sehen. Das Geschlechterverhältnis scheint aber in der Musik heute noch immer nicht wirklich ausgewogen zu sein.

Mi, 23.01.2013 - 11:16

Als mechanisch und kalt werden elektronische Instrumente oftmals beschrieben. Doch gerade die physische Kälte ist es, die einem analogen Synthesizer Leben einhaucht. Denn Temperaturschwankungen führen zum Verstimmen der Oszillatoren – dem "Herz" der Klangmaschine, wie Elisabeth Schimana die essenziellen Bauteile des Instrumentes beschreibt und dabei ins Schwärmen gerät. Anders als bei akustischen Instrumenten ist als RezipientIn nicht immer nachvollziehbar, wie die Klänge entstehen; denn einerseits fehlt neben dem Wissen über das Funktionieren der Klangmaschinen auch die Körperlichkeit, die bei klassischem Instrumentarium vielfach ein bedeutendes Mittel der Kommunikation zwischen InterpretIn und Publikum darstellt. Dem gemeinen Eindruck entgegen beschreibt die Medienwissenschaftlerin Ute Holl im Booklet zu Schimanas "Höllenmaschine" die Beziehung zwischen Musikerin und Klangmaschine als emotionale Einheit.

Mi, 16.01.2013 - 16:57

Es gibt MusikerInnen und KünstlerInnen, die sich zu keiner Zeit irgendwelchen Kategorisierungen unterwerfen wollen, die sich in ihrem Schaffen mit Vehemenz dagegen wehren, Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen, die abseits jeglicher Konventionen agieren, Scheuklappendenken nicht kennen und traditionell festgesetzte stilistische Grenzen schlicht als Herausforderung ansehen, diese zu überschreiten. Eine Musikerin, auf die all diese Zuschreibungen zutreffen, ist die slowenische und inzwischen in Österreich lebende Sängerin, Flötistin und Komponistin Maja Osojnik. Sich in den unterschiedlichsten Genres beheimatet fühlend, verfolgt die 1976 in Kranj geborene Musikerin in zahlreichen Projekten seit Jahren erfolgreich ihren ganz eigenen Weg. Einen, der sie zu einer der anerkanntesten Vertreterinnen der heimischen Avantgardeszene werden ließ.

Mo, 14.01.2013 - 14:13

Klänge der Natur oder von Städten sind es, die Gabriele Proy zu Instrumental- und Vokalwerken wie auch zu Tonbandkompositionen inspirieren: in den Geräuschen des Wiener Westbahnhofs, dem klanglichen Ablauf der Jahreszeiten im niederösterreichischen Waldviertel oder den Klangwelten in Havanna, Kyoto und Tokyo spürt sie Musikalisches auf, vergrößert es wie durch eine Lupe oder bringt es in anderer Weise verändert an das Publikum und lässt es damit an den Entdeckungen teilhaben – und trägt damit zu einer Sensibilisierung unserer akustischen Umwelt im Alltag bei. Über den Konzertsaal hinaus verlässt sie auch gerne den traditionellen Rahmen von Aufführungen: Performances, Soundsculptures und Multimediakompositionen stehen ebenso für ihren Kunstbegriff, wie sie auch experimentelle Kompositionsweisen in ihr Schaffen einbezieht. So lenkt etwa der Vorgang eines Damespiels den Ablauf des Erklingenden oder graphische Partituren geben den InstrumentalistInnen Interpretationsspielraum. So bieten ihre Werke in vielerlei Hinsicht einen neuen Blick auf Gewohntes. (dw)

Fr, 11.01.2013 - 11:23

Das Publikum auf eine atonale Abenteuerreise zu entführen ist der Wunsch von Sonja Huber. Zunächst hat sie sich für ihre absolute Musik auf Konstruktionsmodelle berufen und verwendete gelegentlich systematische Hilfen, die allerdings nach Vollendung des Werkes nicht mehr erkennbar waren. Zunehmend lässt sie sich ohne detaillierte Vorausplanungen auf den Kompositionsvorgang ein – und fordert auch von ihrem Publikum, sich ihrer Musik vorbehaltlos zu nähern. Wenngleich ihr Interesse als Pianistin, Dirigentin, Wissenschafterin und Pädagogin den Stilmitteln unterschiedlichster Epochen gilt, steht sie einer direkten Übernahme historischer Kompositionsweisen in ihren Werken skeptisch gegenüber. Und auch ein Programm erachtet sie nicht als notwendig, denn Musik ist sich ihrer Ansicht nach selbst genug. (dw)