Musikmagazin – Neues vom österreichischen Musikgeschehen

Di, 22.04.2014 - 15:27

Die Interpretation des Jazz von Michaela Rabitsch und Robert Pawlik ist eine, die sich nicht unbedingt an den üblichen Entwürfen orientiert. Vielmehr als sich im Wiedergeben von Standards zu üben, unternehmen die beiden mit ihrem Quartett den Versuch, Brücken auch hin zu anderen Spielarten zu schlagen. Was ihnen, wie auch auf ihrer 2012 erschienenen CD „Voyagers“ zu hören ist, ganz vortrefflich gelingt. Die nächste Gelegenheit, das Michaela Rabitsch & Robert Pawlik Quartet live zu erleben, gibt es am 26. April im Kammgarnsaal in Traiskirchen.

Di, 22.04.2014 - 11:18

Eine Formation, die sich in ihrem Tun vorwiegend den nicht vordefinierten stilistischen Räumen widmet und nicht davor zurückscheut, schon auch einmal die eigenwilligeren musikalischen Pfade zu beschreiten, genau um eine solche handelt es sich bei dem österreichisch-amerikanisch-kanadischen Trio Jagged Spheres bestehend aus Elias Stemeseder, Devin Gray und Anna Weber. Die eben erschienene CD der drei musikalischen Freigeister, zeigt sich als eine sehr gelungene und vor allem auch wirklich spannende Abkehr von allen traditionellen Mustern.

Do, 17.04.2014 - 12:25

"Dynamisch" ist wohl jener Terminus, mit dem man am ehesten jene Umbrüche auf einen Nenner bringen kann, die die österreichische Jazzszene in den letzten Jahren geprägt haben. Manche Institutionen sind verschwunden, neue Strukturen dafür entstanden. So hat Joe Zawinuls 2004 in Wien eröffneter Club Birdland seinen 2007 verstorbenen Gründer nur um ein Jahr überdauert. 2009 wurden zudem die Hans-Koller-Preise - mit ihnen der internationale „European Jazz Prize“ - zum letzten Mal vergeben. Einen Paukenschlag bedeutete weiters das Ende eines der wichtigsten Szene-Aushängeschilder: Im Juli 2010 verfügte Mathias Rüegg nach 33 Jahren die Auflösung des Vienna Art Orchestra (VAO), lange Jahre Flaggschiff des europäischen Bigband-Jazz. Die Musiker, die seit den 1980er-Jahren aus diesem Klangkörper hervor gegangen sind, prägen indessen weiterhin das Geschehen: Voran die international etablierten Saxofonisten Wolfgang Puschnig (*1956) und Harry Sokal (*1954), aber auch Instrumentalisten, die in den letzten Jahren im VAO bekannt geworden sind: Dazu zählen Trompeter Thomas Gansch (*1975) und der einst bei den Wiener Philharmonikern beschäftigte Kontrabassist Georg Breinschmid (*1973). Beide sind gleichermaßen virtuose wie musikantisch veranlagte Instrumentalisten, schöpfen in ihren Stücken auch aus der Blasmusik- bzw. Wienerlied-Tradition und ergötzen das Publikum nicht zuletzt als amüsantes, musikkabarettistisches Duo.

Do, 17.04.2014 - 12:06

Egal wo auch immer „Jazzorchester Vorarlberg“ drauf steht, musikalisch ist in solchen Fällen eigentlich immer das etwas Andere zu erwarten. Und wenn in gleichen Atemzug auch noch der Name Clemens Wenger genannt wird, nun, dann sollte man sich definitiv auf Ungewöhnliches gefasst machen. „Morphing“ (Jazzwerkstatt Records/Laub Records), so der Titel des Ergebnisses dieser vielversprechenden Zusammenarbeit, zeigt sich in quasi allen musikalisch Aspekten als etwas weit außerhalb des Traditionellen Angesiedeltes. Was geboten wird, ist eine große stilistische Vielfalt, fesselnde Spannung und viel, viel Innovation.

Di, 15.04.2014 - 12:58

An dem Ort, an dem die Gesetzmäßigkeiten, Strukturen, Definitionen und was auch immer alles Regelndes längst außer Kraft gesetzt sind und alleine der wunderbar-wahnsinnige und alle Stile übergreifende Umgang mit der künstlerischen und improvisierten Freiheit im Mittelpunkt des Geschehens steht, genau an diesem treibt das avantgardistisch-schräge Duo bagg*fish sein geniales musikalisches Unwesen. Was Michael Fischer und Marcos Baggiani, die beiden Köpfe hinter diesem eigenwilligen Projekt, auf ihrer selbstbetitelten und beim Label TryTone erschienenen neuen CD bieten, ist ein Musikerlebnis der vielen, vielen Klangsprachen, ein unvorhersehbares, sich ständig im Prozess der Veränderung befindliches musikalisches Etwas, das nicht und nicht kategorisierbar oder exakt benennbar ist, kurz, womit das Zweiergespann die Hörerschaft konfrontiert, ist schlicht die höchste Kunst der Improvisation.

Mo, 14.04.2014 - 11:24

Wer das bisherige Schaffen Matthias Löschels kennt, der weiß, dass es sich hier um einen Musiker handelt, der sich in den unterschiedlichsten stilistischen Feldern exzellent auszudrücken weiß. Egal ob nun im Jazz, im HipHop, in der Elektronik, im avantgardistischen Rock oder im modernen Singer-Songwritertum, der aktuell in New York  lebende Salzburger Gitarrist und Komponist hat über die Jahre hinweg seine ganz eigene Klang- und Spielästhetik entwickelt, die vor allem in einem ausgeprägten zur stilistischen Vielfalt ihren Ausdruck findet. Am 15. April steht der umtriebige Musiker, der mit seiner Formation The Ruff Pack gerade erst eine ausgedehnte Frühjahres-Tour hinter sich gebracht hat, wieder einmal mit seinem Trio auf der Bühne. Und zwar im Rahmen der Konzertreihe «open loose»  im Cafe Korb in Wien. Gemeinsam mit Andreas Waelti (Bass) und Reinhold Schmölzer (Schlagzeug) widmet sich Matthias Löscher dieses Mal niemand geringerem als dem legendären Pianisten und Komponisten Thelonious Monk.

Fr, 11.04.2014 - 13:22

Mit einem doch etwas aus dem Rahmen fallenden musikalischen Ansatz konfrontiert das in Wien ansässige Duo Traspié die Hörerschaft auf ihrem Erstlingswerk „Pasaje“ (Artruism Records). Den Tango im elektronischen Sinne neu interpretierend, versucht das Zweiergespann Gustavo Petek und Enrique Thompson einen Brückenschlag von der Tradition hin zur musikalischen Gegenwart. Und das auf eine sehr abwechslungsreiche und gediegen elegante Art und Weise.

Mi, 02.04.2014 - 09:56

Dass es die aus Graz stammende Sängerin und Komponistin Laura Winkler ganz vortrefflich versteht, Musik mit ganz eigenem farblichen Anstrich auf den Weg zu bringen, davon konnte man sich bereits im vergangenen Jahr bei "Have you seen the troll?", dem Debüt ihrer Band Holler My Dear, überzeugen. Gemeinsam mit dem Wabi-Sabi Orchestra geht Laura Winkler auf der nun erscheinenden CD „Paper Clips“ (Traumton Records) nun einen, wenn nicht sogar gleich mehrere Schritte weiter. Pflegt die aktuell in Berlin lebende Sängerin mit ihrer Hauptband doch eher einen filigran-eleganten akustischen Jazz-Liedermacher-Sound, so wendet sie sich in den Kompositionen ihres neuen Projekts einer doch deutlich größeren, ambitionierteren und vor allem vielschichtigeren Klangästethik zu. Es ist der facettenreiche Versuch einer Eigendefinition der klassischen Jazzorchester-Orchester-Musik, den sie unternimmt und den sie mit ihrem Ensemble auch wirklich mit Bravour umzusetzen weiß. Präsentiert wird "Paper Clips" am 7. April im Österreichischen Kulturforum in Berlin.

Fr, 28.03.2014 - 11:15

Bei Jazzator hat man es mit einer Band zu tun, die es mit den herkömmlichen musikalischen Kategorisierungen nicht wirklich allzu eng sieht. „Nonagon“ (Unit Records), das nun erscheinenden neue Album der vierköpfigen Formation, offenbart sich als ein ungemein spannungsgeladenes Beispiel für die Durchsetzung und Realisierung der musikalischen Eigenwilligkeit. Was auf dem Programm steht ist eine hochdynamische, wechselhafte und packende Achterbahnfahrt durch die weite Welt des Jazz und über diese hinaus. Präsentieren wird das Quartett seine neue CD am 4. April im Rahmen des diesjährigen ZOOM! Festivals der Jazzwerkstatt Wien im WUK.

Do, 27.03.2014 - 11:08

Einst in einem kleinen Rahmen gestartet, hat sich das Jazzwerkstatt Graz Festival mittlerweile zu einem wirklich überregional bedeutenden Musikevent abseits des Mainstreams in Österreich entwickelt. Alljährlich mit einem überaus abwechslungsreichen, niveauvollen und wirklich spannenden Programm aufwartend, ist es quasi zu einem Spielgelbild für die spürbare Lebendigkeit und große Vielfalt des jungen heimischen Jazztreibens geworden. Auch die diesjährige, inzwischen achte und einmal mehr im TaO! (Theater am Ortweinplatz) stattfindende Auflage des Festivals verspricht allerhöchste Qualität zwischen musikalischer Unterhaltung und Herausforderung. Dafür sorgen die insgesamt 18 geladenen Acts, die wirklich aus allen Richtungen und Spielformen des Jazz stammen. Eröffnet wird das sechstägige Festival am 8. April von den drei jungen Acts Triophony, The Little Band From Gingerland und Philipp Kopmajer's Groove Lab.